Kommentar: Michael Länge zur Wahl in Gmünd

Die Erfahrung gewinnt

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Die Erfahrung hat gesiegt. Die Wähler des Wahlkreises Schwäbisch Gmünd / Backnang schicken die CDU-Kandidatin Dr. Inge Gräßle als direkt gewählte Abgeordnete nach Berlin. Gräßle hat einen äußerst engagierten Wahlkampf gemacht. Sie war präsent und für die Bürger sichtbar. Für viele Wähler dürfte dabei dies ausschlaggebend gewesen sein: Die einst als kritisch und durchsetzungsstark bekannte Europa-Abgeordnete verfügt über das Netzwerk, das für Gmünd und den Raum Gmünd in den kommenden Jahren wichtig sein wird.

Denn die Aufgaben, die nach Corona und im Strukturwandel in der Automobilbranche anstehen, brauchen eine starke Stimme, die für Gmünd trommelt und Fördertöpfe anzapft. Die Stadt Gmünd wird dies allein nicht stemmen.

All dies schmälert den Respekt nicht, den sich der Youngster Tim-Luka Schwab in diesem Wahlkampf erworben hat. Schwab trat engagiert auf, war ebenso präsent und warb für sich mit der mitunter couragiert-frisch-frechen Stimme, die das Vorrecht junger Menschen ist. Bleibt er in der Politik, wird er seinen Weg gehen.

Grünen-Kandidatin Ricarda Lang hat der Bonus gefehlt, von dem Baden-Württembergs Grünen-Kandidaten bei der Landtagswahl im März durch Winfried Kretschmanns Popularität noch profitierten. Gleichzeitig aber war Lang - wie auch FDP-Kandidat David Sebastian Hamm und noch mehr die Linke-Kandidatin Dr. Annette Keles - zu wenig präsent im Gmünder Raum. Als Bundestagsabgeordnete kann Lang dies ändern. Weniger Präsenz in Berlin und deutlich mehr Präsenz bei den Menschen, die sie in Berlin vertritt, ist der Weg, den sie gehen sollte.

Was noch zu dieser Wahl: Dass die AfD auch im Wahlkreis Prozente verloren hat, erfreut. Dass sie im Wahlkreis mehr Prozente hat als auf Bundesebene, das schmerzt.

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