Entscheidung über Lokal auf Zeiselberg fällt am Mittwoch

+
Voraussichtlich an diesem Mittwoch gibt das Verwaltungsgericht Stuttgart bekannt, ob auf dem Zeiselberg ein Gasthaus mit Blick über die Stadt gebaut werden kann. Die Stadt Gmünd befürwortet dies, Anwohner jedoch haben gegen die Baugenehmigung geklagt..
  • schließen

Die Geschichte des Gasthauses geht inzwischen ins sechste Jahr. Das Gericht bewertet die Baugenehmigung und die Klage gegen diese.

Stuttgart

Das Verwaltungsgericht Stuttgart wird voraussichtlich an diesem Mittwoch eine Entscheidung über die Baugenehmigung der Stadt für das Gasthaus auf dem Zeiselberg bekanntgeben. Dies sagte am Dienstag der Pressesprecher und Richter am Verwaltungsgericht, Dr. Samuel Thomann. Das Gericht hat am Dienstag die Klage gegen die Baugenehmigung für das geplante Lokal verhandelt. Sowohl die beiden Kläger, Stanislaus Müller-Härlin und Frank Eißmann, als auch die Stadt Gmünd hätten dabei dem Gericht ihre Positionen nochmal erklärt, sagte Thomann. Das Gericht habe sich intensiv mit der Thematik befasst. Zur Sprache gekommen seien die Themen Lärm und Stellplätze sowie die Entwicklung des Biergartens in den vergangenen Jahren. Eine Entscheidung sei am Dienstag nicht gefallen, sagte der Sprecher des Gerichts weiter. Auch habe das Gericht „keine Tendenz“ erkennen lassen.

Die Klage gegen die Baugenehmigung für das Lokal hatten die Zeiselberg-Anwohner Müller-Härlin und Eißmann als Vertreter der Bürgerinitiative Zeiselberg im Juni 2020 erhoben. Das Gasthaus will Investor Andreas Kunz von der Untergröninger Lamm-Brauerei auf dem Zeiselberg bauen. Im Vorfeld der Verhandlung hatten die Beteiligten Stellungnahmen eingereicht. „Es wird hier oben zu laut werden“, hatte Müller-Härlin auf GT-Anfrage die Klage begründet. Die Lautstärke und die Emissionen seien in einem Wohngebiet nicht tragbar. Es gebe keine Parkplätze, weder für Autos noch für Fahrräder. Die Sitzung vor Gericht sei „von allen als sehr konstruktiv wahrgenommen“ worden, sagten Eißmann und Müller-Härlin am Dienstag nach der Verhandlung. Das Gericht habe sehr unterschiedliche Aspekte, darunter den Bebauungsplan, das Lärmgutachten und vieles weitere, thematisiert. Dabei sei auch auf die bisherigen Erfahrungen mit dem Biergarten eingegangen worden, die Angemessenheit des Standorts befragt und so ein umfassendes Bild der Situation gewonnen worden, sagten die beiden Kläger.

Die Stadt Gmünd befürwortet das Gasthaus und hält die Baugenehmigung für rechtens. An dieser Haltung habe sich nichts geändert, hatte Stadtsprecher Markus Herrmann auf GT-Anfrage mehrfach betont. Daran hält auch Bürgermeister Christian Baron fest. Die Stadt sei vom Leiter des städtischen Rechtsamtes, Dr. Stefan Kroboth, vertreten worden. Die Verhandlung sei intensiv gewesen, es sei sachlich diskutiert worden, hat Kroboth Baron berichtet. Der Bürgermeister ist nun froh, wenn das Gericht schnell entscheidet. Denn „wir brauchen in dieser Sache Rechtsklarheit“.

Das Gericht hat keine Tendenz erkennen lassen.“

Dr. Samuel Thomann,, Sprecher Verwaltungsgericht
  • Aus der Geschichte des Zeiselberg-Gasthauses
  • Die Geschichte des Gasthauses auf dem Zeiselberg hat inzwischen mehrere Jahre auf dem Buckel. Die Stadt hatte 2016 begonnen, einen Investor für ein Lokal auf dem Berg mit Blick über die Stadt zu finden. 2017 blieb Andreas Kunz als einer von sechs Interessenten übrig. Ein Jahr später verabschiedete der Gemeinderat einen Bebauungsplan für das Vorhaben. Wegen einiger Einwendungen besserte die Stadt den Plan nach. Der Gemeinderat verabschiedete diesen Plan Anfang 2019. Auf der Basis dieser Entscheidung erteilte die Stadt dem Investor die Baugenehmigung. Auf diese folgte die Klage.Trotz der Klage hätte Andreas Kunz mit dem Bau beginnen können. Wenn allerdings das Verwaltungsgericht den Klägern recht gibt, hätte Kunz den Bau auf eigene Kosten wieder rückgängig machen müssen. Deshalb hat der Untergröninger Unternehmer von einem Baubeginn Abstand genommen. Und Hannes Barth, der das Gasthaus auf dem Zeiselberg pachten will, hat im Sommer 2020 und 2021 einmal mehr die Gäste aus einem Zelt an Bierbänken und Biertischen bewirtet. mil

Zurück zur Übersicht: Infos & Tipps

WEITERE ARTIKEL

Kommentare