Eine überfällige Initiative für die Innenstadt

Freude am Fußverkehr

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Freude am Fahren. Den BMW-Slogan gibt es schon seit fast 50 Jahren. Ein Werbespruch, der so lange lebt, scheint einen Nerv zu treffen. Weil er den Leuten etwas verspricht, das den Unterschied macht: Menschen nehmen ein Verkehrsmittel, wenn es sein muss. Mehr Menschen tun es, wenn's auch noch Spaß macht.

Lange ignoriert wurde diese scheinbar banale Erkenntnis, und zwar bei anderen Arten der Fortbewegung. Warum nicht auch Spaß am Zugfahren (wie etwa in der Schweiz)? Oder am Radfahren (wie in manchen Uni-Städten)? Oder gar am zu Fuß in der Stadt unterwegs sein?

Der Fußverkehrscheck, der aktuell in Gmünd läuft, zeigt, dass der Grundgedanke richtig ist: Wenn Fortbewegung auch Freude macht, dann machen's die Leute, und zwar mehr als bisher, was ja ein Ziel der so genannten Mobilitätswende ist. Ernüchternd allerdings, dass die Freude-These in Gmünd oft noch falsch herum bewiesen wird: mit Wegen, die alles andere als Spaß machen, weil sie im Nichts enden oder an gefährlichen Stellen; mit Zickzack-Verkehrsführung, mit zu schmalen oder schlecht beleuchteten Passagen.

Wenn die vom Land bezahlten Gutachter nach den Check-Wochen wieder weg sind, braucht's noch einen Slogan, einen politischen: dass man „vom Reden ins Handeln kommen“ muss. Es ist überfällig. Wenn man die aus Fußgänger-Sicht schlicht miserable Konrad-Baum-Kreuzung anschaut: Auf das dort enorme Verbesserungspotenzial hätte man - auch ohne Förderprogramm - früher kommen können. Bernd Müller

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