Intaktes Licht ist keine Selbstverständlichkeit

+
Der Licht-Test steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gutes Licht! Gute Fahrt!“. Foto : ProMotor/T.Volz

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe ruft in diesen Tagen wieder zum alljährlichen Licht-Test auf. Für PKW-Halter ein relativ geringer Aufwand, der aber zweifellos Leben retten kann.

Hell müssen sie leuchten, gezielt strahlen, nicht blenden, vor allem aber funktionieren. Scheinwerfer und Leuchten bringen Licht ins Dunkel und damit Sicherheit auf die Straßen. Allein im vergangenen Jahr verunglückten 365 Menschen im Straßenverkehr nur wegen Sichtbehinderung durch Nebel – 92 mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Gute Gründe also für den alljährlichen Licht-Test von Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und Deutscher Verkehrswacht ab Oktober. Ein Check, der Leben retten kann.

„Intaktes Licht ist eine Frage der Einstellung – im Kopf und im Auto. Für viele ist das leider keine Selbstverständlichkeit“, sagt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Die Ergebnisse des Licht-Tests 2020 bestätigen: Rund ein Drittel der Fahrzeuge fiel mit fehlerhafter Beleuchtung durchs Raster. Jeder fünfte Autofahrer war mit defekten Scheinwerfern unterwegs, fast jeder zehnte blendete andere Verkehrsteilnehmer.

Bei der diesjährigen Aktion unter dem Motto „Gutes Licht! Gute Fahrt!“ steht der Funktionstest von neun Bestandteilen der Lichtanlage an. Kleine Mängel beseitigen die Profis kostenlos vor Ort, Ersatzteile und umfangreiche Einstell- und Diagnosearbeiten müssen bezahlt werden. Für die Aktion geben die Kfz-Meisterbetriebe jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag als geldwerte Leistung an die Autofahrer weiter.

Das Know-how einer Werkstatt ist wichtig

Der Check in der Werkstatt ist wichtig, denn viele Arbeiten, wie die korrekte Scheinwerfereinstellung und Leuchtweitenregulierung der Xenon-, LED oder Laserlampen, können nur mit modernster Technik und fachlichem Know-how erledigt werden. Nach erfolgreichem Test rollen die Fahrzeuge mit der Licht-Test-Plakette auf der Windschutzscheibe vom Hof – für die Polizei, während einer Verkehrskontrolle, das Zeichen einer ordnungsgemäß funktionierenden Lichtanlage.

Selbst für Durchblick sorgen

An Lack, Frontscheiben, Felgen und Spiegeln putzen und wienern wir weg, was die eisige Wetterfront uns so beschert. Dabei sollten Scheinwerfer und Heckleuchten nicht vergessen werden, denn gerade sie bringen in Herbst und Winter Licht ins Dunkel. Sind sie mit Schmutz und Matsch verdreckt, schwindet die Sicht in Minutenschnelle, der Gegenverkehr wird geblendet.

Was der Windschutzscheibe schadet, tut den sensiblen Scheinwerferscheiben aus Kunststoff, die mit einer feinen Lackschicht als UV-Schutz versehen sind, erst recht nicht gut. Eiskratzer hinterlassen darauf schnell Riefen. Ist der Schutzlack erst einmal angegriffen oder nicht mehr vorhanden, dringen UV-Strahlen ungehindert in die Abschlussscheiben ein und führen zu irreparablen Schäden.

Richtig säubern

Man nehme: ein weiches Tuch, viel Wasser, etwas Autoshampoo oder Spülmittel. Die sanfte Waschart verspricht unabhängig von den Lichtquellen die besten und schonendsten Reinigungsergebnisse. Je eher Hand angelegt wird, desto besser.

In Autos mit einem Abblendlicht von über 2000 Lumen Lichtstrom sowie in seit April 2000 zugelassenen Fahrzeugen mit Xenon-Licht arbeiten Scheinwerfer-Reinigungsanlagen.

Ins Wischwasser gehört im Winter nicht nur Frostschutz, es sollte auch speziell für die empfindlichen Polycarbonat-Scheiben zugelassen sein. Beim Kauf also auf Hinweise wie „Kunststoffverträglich“ oder „für Polycarbonat geeignet“ achten.

Steinschläge, UV-Licht, Insektenfriedhöfe – irgendwann ist jede Kunststoffscheibe entweder milchig, rissig oder zerkratzt. Der Handel wirbt für die Do-it-yourself-Reparatur mit den verschiedensten Polituren und Schleifpapieren. Doch Vorsicht: Das Material hat keine Herstellerqualität, und das Know-how der Laien hat besonders beim Auftragen der dünnen Lackschicht seine Grenzen. Selbst professionelle Lackierer sind nicht in der Lage, den Lack so gleichmäßig und dünn wie der Scheinwerfer-Hersteller aufzutragen. Oft entsteht danach gefährliches Streulicht, schlimmstenfalls rauscht man mit derart „aufbereiteten“ Scheinwerfern noch durch die HU. Da hilft nur der Tausch in der Werkstatt. ZDK

Zurück zur Übersicht: Infos & Tipps

WEITERE ARTIKEL

Kommentare