Jeder Mensch soll sein Lebenin Würde vollenden können

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Das Kloster-Hospiz soll ein Ort sein, an dem das Leben in Würde vollendet wird.

Der Dienst am Menschen und ihren Angehörigen steht im Vordergrund der Arbeit im Kloster-Hospiz. Es soll ein Raum des Miteinanders sein, der neben Trauer und Abschied auch Platz für Fröhlichkeit und Leichtigkeit bietet.

Schwäbisch Gmünd. „Unsere Gäste sollen sich bei uns im Haus wohlfühlen. Ummantelt durch eine gute Pflege und Betreuung möchten wir, dass die Gäste trotz aller Beschwerden, Sorgen und Ängsten den Aufenthalt im Hospiz als Geschenk erfahren, auf ihr Leben dankbar zurückschauen dürfen und so vom irdischen Leben getrost loslassen können.“, so beschreibt der neue Leiter des Kloster-Hospizes, Manfred Kurz, seine Aufgabe.

Manfred Kurz hat katholische Theologie und Sozialpädagogik studiert und sich schon während seines Studiums mit dem Thema Sterben und dessen Begleitung auseinandergesetzt. Lange war er als Referent für die „Kultur des Lebens- und Sterbens“ tätig, hat an Altenpflegeschulen unterrichtet und war nach einer Weiterbildung in Sozialmanagement als Leiter großer, mehrgliedriger Seniorenzentren tätig.

Mitarbeiter und Angehörige unterstützen

Ein Fachmann, der sich dem Leben und Sterben mit viel Fachwissen aus unterschiedlichsten Bereichen stellt und der seine neue Aufgabe klar vor sich sieht. „Diesen Raum des Zu- und Loslassen zu schaffen, bedeutet, die begleitenden Menschen, An- und Zugehörige wie die Mitarbeitenden zu unterstützen und zu ermutigen, auch in den Zeiten des Abschieds und der Trauer“, betont der Hospiz-Leiter Manfred Kurz.

Diese Ermutigung solle aber auch vom Hospiz wie ein Sonnenstrahl hinausstrahlen in die Gesellschaft und in den politischen Raum. Dem Geschenk des Lebens solle bis ans Lebensende weiterhin die Wertschätzung zukommen, dass jeder Mensch sein Leben in Würde 'voll – enden' kann und darf trotz unheilbarer Krankheit, Gebrechlichkeit oder Demenz.

Etwas Gutes tun

„Es ist ein ganz toller Dienst für die Menschen und ihre Angehörigen, wenn man ihnen auf dem letzten Weg noch etwas Gutes tun kann“, erzählt Daniela Kley, die als Pflegedienstleitung im Kloster-Hospiz tätig sein wird. Auch aus eigenem Erleben weiß sie, wie das Sterben im Familienkreis gestaltet und gelebt werden kann. „In meiner Jugend wurde der Tod von mir ferngehalten und war weit weg vom Alltag“, erinnert sie sich.

Das Sterben in den Alltag holen

Mit ihrer Arbeit im Hospiz möchte sie das ändern, das Sterben in den Alltag holen und den Angehörigen ermöglichen, daran Teil zu haben. Sie weiß, wie hilfreich es auch für Angehörige sein kann, wenn ihnen pflegerische und haushaltliche Pflichten im Hospiz abgenommen werden können und sie sich ganz auf das Miteinander konzentrieren können.

Bereichernde Arbeit

Ihre Ausbildung hat die 40-Jährige als Altenpflegerin absolviert, später kam die Weiterbildung als Pflegedienstleitung hinzu. Zuletzt war die Mutter zweier erwachsener Söhne in der Stationären Altenhilfe tätig. Sterbebegleitung erlebte sie in dieser Zeit als ein großes, ein wichtiges Thema und sie erkannte, wie wertvoll und bereichernd diese Arbeit sein kann.

Es ist ihr ein Anliegen, im und mit dem Hospiz, einen Raum für dieses Miteinander zu schaffen und auch einen Raum, der neben Trauer und Abschied Platz für Fröhlichkeit und Leichtigkeit bietet. Sie will den Gast im Kloster-Hospiz als Ganzes annehmen, den Menschen hinter dem Patienten sehen und nicht nur die medizinische Perspektive einnehmen, sondern die ganze Biografie und den ganzen Menschen betrachten. pm

Die Baumaßnahmen im Inneren des Kloster-Hospizes sind nahezu vollendet.

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