Private Altersvorsorge: Immer weniger Riester-Verträge

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Private Altersvorsorge: Immer weniger Riester-Verträge

Ist die Riester-Rente auf dem Rückzug? Aktuelle Zahlen deuten auf den Beginn eines Abwärtstrends bei den abgeschlossenen Riester-Verträgen hin. Zudem fordern Verbraucherschützer bereits das Ende des Riesterns. 

Nachfrage und Angebot sinken

Aktuelle Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) weisen darauf hin, dass das Riestern als Bestandteil der privaten Altersvorsorge an Beliebtheit verliert. So zählte das BMAS im Jahr 2020 noch 10,687 Millionen Riester-Versicherungsverträge. Diese Zahl ging im Jahr 2021 auf 10,672 Millionen Verträge zurück.

Bei der Gesamtanzahl aller Riester-Sparformen bestätigt sich dieser Minustrend ebenfalls. Diese Summe beinhaltet alle Bankspar-, Investmentfonds- und Versicherungsverträge sowie die Wohnriester-/Eigenheimrente. Im Jahr 2020 wurden 16,369 Millionen Riester-Abschlüsse gezählt, im letzten Jahr sank diese Zahl auf 16,211 Millionen. Das ist ein Minus von 158.000 Verträgen.

Da passt es ins Bild, dass viele Versicherer Riester-Finanzprodukte gar nicht mehr anbieten. So lässt die DWS Group ihr Neugeschäft mit Riester-Verträgen bereits seit einem halben Jahr ruhen, und die Sparkassen-Versicherer der Deka wollen ihre Riester-Angebote in diesem Sommer einstellen. Hintergrund ist hier unter anderem die Senkung des Höchstrechnungszinses für Versicherungen, der Riester-Verträge noch unrentabler macht.

Verbraucherschützer fordern Riester-Renten-Stopp

20 Jahre nach ihrer Einführung könnte die Riester-Rente in ihrer jetzigen Form womöglich vor ihrem Ende zu stehen. Besonders Verbraucherschützern ist das Riestern wegen der hohen Kosten und der mangelnden Rentabilität für die Versicherungsnehmer bereits seit längerem ein Dorn im Auge.

Deshalb hat ein Zusammenschluss aus dem Bund der Versicherten (BdV), der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Bürgerbewegung Finanzwende im November letzten Jahres dem Kanzlerkandidaten-Büro von Olaf Scholz eine Petition mit etwa 19.000 Unterschriften übergeben. In der Petition fordern sie den Stopp der Riester-Rente und einen Neustart bei der privaten Altersvorsorge.

Neben dem Schlussstrich unter das Riestern fordern die Verbraucherschützer, dass sich die Bundesregierung für ein günstiges und einfaches Zusatzangebot für die private Altersvorsorge stark macht. Zudem sollen für die Verbraucher laufende Riester-Verträge weiter wie bisher gefördert und der Wechsel in neue Vorsorgeangebote ermöglicht werden.

ETFs als Alternative

Doch was gibt es an Alternativen fürs Riestern? Experten des Finanzdienstleisters tecis empfehlen hier Exchange Traded Funds (ETFs) – das sind börsengehandelte Indexfonds, die zum Beispiel einen Aktienindex wie den Dow-Jones-Index nachbilden und so eine ähnliche Renditeentwicklung nehmen. Denn ETFS sind in der Verwaltung günstiger als gemanagte Fonds und profitieren von einer hohen Risiko-Diversifikation.

In Zeiten des Niedrigzinses bieten ETFs also reale Renditechancen und eignen sich besonders fürs mittel- und langfristige Geldanlegen. Damit sind sie besonders für junge Erwerbstätige interessant, die aufgrund der sinkenden gesetzlichen Rentenzahlungen bereits früh mit der privaten Altersvorsorge beginnen sollten.

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