Die liebliche Idylle unter dem Furtlepass

Seit 1971 ist Weiler in den Bergen ein Teilort der Stadt Schwäbisch Gmünd. Die Ortschaft ist heute eine beliebte Wohngemeinde und punktet vor allem mit ihrem vielfältigen Vereinsleben sowie einer gut aufgebauten Infrastruktur.
  • Die Kirche St. Michael gibt dem Ort sein charakteristisches Erscheinungsbild. Foto: tom
  • Auch Kunst und Kultur kommt in Weiler nicht zu kurz. Foto: tom
  • Vom Furtlepass aus zeigt sich dem Betrachter dieser weitläufige Blick über die harmonisch in die Landschaft eingebettete Ortschaft Weiler in den Bergen. Foto: Thomas Mayr

Schwäbisch Gmünd-Weiler i.d.B. Im Jahr 1345 wurde der am Furtlepass gelegene heutige Teilort von Schwäbisch Gmünd mit seinen rund 1.000 Einwohnern erstmals urkundlich erwähnt.

Für Bernhard Feifel ist klar, was ihm an seinem Heimatort Weiler besonders gefällt: „Für mich ist definitiv die Lage eingebettet zwischen Bergen und mit viel Grün drumherum das Schönste“, sagt der Ortsvorsteher des Gmünder Stadtteils. Mit Herdtlinsweiler und weiteren Einzelhöfen liegt Weiler etwa 7,5 Kilometer südöstlich von Schwäbisch Gmünd und wird umrahmt vom Hornberg, dem Bernhardus, dem Falkenberg und dem Bargauer Horn. Wanderer, Skifahrer und Spaziergänger zieht es deshalb gerne nach Weiler mit seiner weithin sichtbaren Kirche St. Michael.

Vereine bringen Schwung mit

Was Bernhard Feifel auch begeistert, ist das vielfältige Vereinsleben. Rund 20 Vereine und Gruppierungen sind im Ort sportlich, kulturell und sozial aktiv – vom Kapellenverein in Herdtlinsweiler, dem jüngsten der Vereine, über den TV Weiler oder Musikverein bis zum Liederkranz und der Feuerwehr.

Die Vereinsmitglieder sorgen auch für einen gut gefüllten Veranstaltungskalender. Im Herbst wird zum traditionellen Schlachtfest des Musikvereins eingeladen, der Liederkranz, der älteste Verein im Dorf, begeistert regelmäßig mit seinen Auftritten und legendär ist auch das Bergfest des TV Weiler auf der Weilermer Skihütte.

Die Entwicklung seines Heimatortes hat der gebürtige Weilermer Bernhard Feifel selbst erlebt. „Noch in den 1970er Jahren gab es rund 70 bäuerliche Betriebe“, erzählt er.

Heute habe sich das auf ganz wenige Landwirte reduziert. 38 Gewerbebetriebe sind in Weiler ansässig, davon einige Web- oder Modedesigner. Es gibt ein Dorflädle, eine Pizzeria, auch das Hofcafé in Herdtlinsweiler ist über die Ortsgrenzen bekannt. Im ehemaligen Gasthaus „Mondschein“, das die Franz-von-Assisi gGmbH seit 2017 gepachtet hat, befindet sich heute eine Bürger-Begegnungsstätte. Fünf unbegleitete jugendliche Flüchtlinge leben ebenfalls dort in einer betreuten Wohngemeinschaft. Knapp 1000 Einwohner hat Weiler aktuell. „Wir arbeiten daran, jungen Familien Bauplätze anbieten zu können“, sagt Bernhard Feifel.

Baugebiet wird erweitert

Die zweite Erweiterung des Baugebiets „Unterm Bilsen“ ist in Planung, zu den bestehenden neun Plätzen sollen acht Bauplätze Ende 2018 vergeben werden: „Der Bedarf ist da, 15 Anfragen liegen schon vor.“ Jungen Familien die Möglichkeit bieten, im Ort zu leben, ist für Bernhard Feifel und seine sieben Ortschafträte wichtig. Im Mai 2019 stehen die nächsten Ortschaftswahlen an. Dann soll versucht werden, mehr Frauen für diese   ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen. „Derzeit ist unser Ortschaftsrat eine reine Männerwirtschaft“, lacht Bernhard Feifel, der selber  seit 20 Jahren dem Gremium angehört.

Die Zukunft des Ortes  zu gestalten, sei eine  spannende Aufgabe, gerade auch im Hinblick auf Schule und Kindergarten. 32 Kinder aus Weiler und Degenfeld besuchen die einzügige Grundschule, in der die Klassen eins und zwei sowie drei und vier jeweils gemeinsam unterrichtet werden.

Renoviert wird zur Zeit das Dach des katholischen Kindergartens St. Elisabeth. Die Kosten liegen bei 750.000 Euro, mit 70 Prozent ist die Stadt Schwäbisch Gmünd beteiligt. Die Neugestaltung der Ortsmitte ist ein Projekt, das demnächst beginnen soll.
Die Revitalisierung des Dorfplatzes wird mit 50.000 Euro aus dem sogenannten Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) gefördert und zusätzlich mit 100.000 Euro von der Stadt Schwäbisch Gmünd finanziert. Durch diese Maßnahme soll der Ort in Zukunft von innen heraus gestärkt werden.ub

© Gmünder Tagespost 30.08.2018 15:04
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