Guter Draht zwischen Gewerbe und Fachkräften

WiRO Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg bietet Raum für „Talente und Patente“. Mit pfiffigen Konzepten stellt sie die Verbindung zwischen der Industrie und den Arbeitnehmern her.
  • Das Gewerbe in der Region Ostwürttemberg, wo auch einige marktführende Global Player ihren Sitz haben, zeichnet sich durch seinen vielfältigen Branchenmix aus. Foto: Oliver Giers
  • Nadine Kaiser. Foto: WiRO/Hostrup Fotografie
  • Die WiRO präsentiert die Region Ostwürttemberg auf der Messe Expo Real. Foto: Baden-Württemberg International

Aalen/Schwäbisch Gmünd

Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben arbeitet die WiRO eng mit dem Regionalverband Ostwürttemberg, den Wirtschaftsorganisationen, den Städten und Gemeinden sowie den Hochschul- und Forschungseinrichtungen der Region zusammen.

Ein wichtiger Punkt für die WiRO ist es, Menschen mit einer Neigung für den ländlichen Raum zu gewinnen. „Die Lage Ostwürttembergs in Süddeutschland ist ideal“, meint Nadine Kaiser, Geschäftsführerin der WiRO. Doch was unterscheidet Ostwürttemberg von anderen Regionen? „Die vielen Talente und Patente“, sagt Kaiser. Kaum eine Gegend weist so viele innovative Konzepte und kreative Köpfe auf. Zudem finden Unternehmen in unserer Region noch Gewerbeflächen, während die Ballungszentren aus allen Nähten platzen.

Der Branchenmix macht es aus

Auch wenn es die Fachkräftekampagne schon eine Weile gibt, müsse man die Stärken des Standorts Ostwürttemberg nach wie vor herausstellen und selbstbewusst auftreten, sagt sie. Man hat hier tolle Global Player vor Ort, die hervorragend mit der Hochschule Aalen vernetzt sind.

Hinzu kommt ein breiter Branchenmix in Ostwürttemberg. Auch wenn der Maschinen- und Automobilbereich dominiert, gibt es ein vielseitiges Angebot an Arbeitsmöglichkeiten für denselben Beruf. So könne etwa ein Anlagenbauer auch in der Papierindustrie unterkommen, nennt Kaiser hierfür ein Beispiel. Ostwürttemberg ist ein Wirtschaftsraum mit Schwerpunkt im produzierenden Gewerbe. Hier sind Wachstumsbranchen und Zukunftstechnologien vertreten, die durch Kreativität, Innovation und Leistungsfähigkeit auch in Zukunft überzeugen.

Alle Branchen im Blick

Die WiRO sieht sich als eine Art Wirtschaftsklammer für Industrie und Handwerk, bedient somit beides. Insbesondere im Handwerk gilt es hierbei, auch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu finden. Die Qualifikation sei hier, so Nadine Kaiser, der Schlüssel zum Erfolg. Im Jahr 2012 wurde die Fachkräfteallianz in Ostwürttemberg gegründet, die bis heute rund 75 Projekte beinhaltet. Anschließend, im Jahr 2013, kam die sogenannte „Fachkräftekampagne“ dazu, da die WiRO bereits damals erkannte, wie wichtig das Marketing diesbezüglich ist.

Die Lage von Ostwürttemberg ist ideal.

Nadine Kaiser
Geschäftsführerin WiRO

Studierende unterstützen

„In Aalen studieren in jedem Semester etwa 30 Studierende aus dem Ausland“, fährt Kaiser fort. Mit dem Projekt WISO an der Hochschule Aalen werden die Studierenden vielfältig unterstützt. Man arbeitet eng mit Unternehmen und Hochschulen zusammen, steht dabei auch den Studierenden beratend zur Seite. So werden ausländische Studierende mit dem hiesigen Lebensraum vertraut und bauen einen Bezug zur Region auf. Während der Studienzeit Fuß fassen zu können, soll es ermöglichen, dass die ausgebildeten Fachkräfte später hier auch vor Ort bleiben. Eine weitere Aufgabe sieht die WiRO deshalb auch darin, die Unternehmen dahingehend zu sensibilisieren, sich akademischen Fachkräften aus dem Ausland zu nähern.

Breite Präsenz

Um das zu erreichen, setzt die WiRO auf vielerlei Plattformen. Sie ist online in sozialen Medien präsent, da deren Reichweite deutlich größer ist. Dennoch ist die WiRO genauso auf zahlreichen Messen wie beispielsweise der Aalener Industrie-Messe an der Hochschule vertreten. Ein weiteres von der IHK angebotenes Projekt kümmert sich um die Vermittlung von Partnerinnen oder Partnern neuer Arbeitnehmer in der Region und pflegt hierzu ein Netzwerk. „Es nützt ja nichts, wenn beispielsweise bei einem Umzug die Partnerin oder der Partner hier keine Stelle findet“, erläutert Kaiser das Problem näher. Aus dem Grund unterstützt die WiRO auch diese Initiative.

Hilfreich könne bei der Akquise von neuen Fachkräften zudem sein, das alte „Grenz-Denken“ aufzuweichen, sagt Kaiser. Damit meint sie, dass die Region nicht abrupt an der Ländergrenze aufhöre. Denn beim Fachkräftemangel gehe es primär nicht um das Problem „Bayern gegen Baden-Württemberg“, sondern eher um „Süddeutschland kontra Berlin“ oder sogar um „Deutschland gegen andere EU-Länder“.

Fachkräfte in der Region halten

Parallel ist zudem die bereits erwähnte Fachkräfteallianz ein weiterer wichtiger Faktor. Die Firmen profitieren von den Angeboten. So können sich Arbeitnehmer weiter qualifizieren und beispielsweise Teilzeitkräfte in eine Vollzeitstelle wechseln. Daraus ergibt sich durch die WiRO ein entscheidender Vorteil in der Region: Verbunden durch ein Netzwerk bietet sie in vielen Bereichen der Wirtschaft die Möglichkeit, als Ansprechpartner zu agieren und Ostwürttemberg als Kompetenzstandort zu positionieren. Somit wird der Innovationsstandort gestärkt und für Fachkräfte gesichert. Wichtig ist der WiRO darüber hinaus auch die Zusammenarbeit mit den Fachministerien Baden-Württembergs und den landesweiten Initiativen. als

© Gmünder Tagespost 20.12.2019 14:30
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