Kunden mögen das direkte Gespräch am Stand

Begonnen hat die Handwerkerausstellung mit fünf Ausstellern. An der 31. Auflage beteiligen sich rund 40 Betriebe, und das CCS ist komplett ausgebucht. Organisator Joachim Weber freut sich, dass die Messe mit ihren Angeboten so gut ankommt.
  • Direkte Gespräche zwischen Kunden und Ausstellern sind erwünscht. Foto: Laible
  • Organisator Joachim Weber.
    Foto privat

Zum 31. Mal organisiert Joachim Weber, selbst Inhaber einer Fensterbaufirma, die Handwerkerausstellung in Schwäbisch Gmünd. Aus zunächst kleinen Anfängen hat sich die Ausstellung zu einer richtigen Messe entwickelt. Anja Jantschik hat mit ihm gesprochen.

Das direkte Gespräch mit einem Fachmann vor Ort am Stand ist die große Stärke der Handwerkerausstellung. Hat sich der Dialog geändert, weil sich die potenziellen Auftraggeber vorab im Internet informieren?

Das Käuferverhalten hat sich tatsächlich komplett verändert. Zuerst geht man ins Internet und macht sich kundig. Dann geht man zur Handwerkerausstellung und sucht das direkte Gespräch. Im Anschluss wird dann nochmals ins Internet geschaut. Der größte Vorteil für die Profis vor Ort ist, dass sie die Kunden zuhause aufsuchen. Das schafft die digitale Welt nicht.

Erstmals sind auch Immobilien im Fokus. Was bewegte Sie dazu, diese Sparte mit ins Boot zu holen?

Hierfür gab es gleich drei Beweggründe. Zum einen passen Immobilien perfekt in die Handwerkssparte. Schließlich dreht es sich, egal, ob beim Neubau oder bei der Sanierung und Modernisierung, stets um eine Immobilie. Zum Zweiten, ist es eine Art Neubeginn. Was jetzt als Sonderschau zu sehen ist, könnte künftig zu einer eigenen messe werden. Und drittens, war es der Vorschlag von Bürgermeister Julius Mihm. Denn bei der Stadtentwicklung sind meist auch Bauträger gefragt. Und für diese ist diese Ausstellung eine gute Plattform, um sich vorzustellen.

Sicherheit in und ums Haus wird groß geschrieben. Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle ist traditionell mit einem Infostand vertreten. Denken Sie, dass das Sicherheitsbedürfnis in den vergangenen Jahren gewachsen ist? Wie ist Ihre Erfahrung?

Vor allem in den Wintermonaten gibt es ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Und man kann sagen, dass die Sensibilität der Immobilienbesitzer, was Sicherungsmaßnahmen anbelangt, stark angestiegen ist. Nachrüstungen, Aufrüstungen und mehr am Eigenheim sind top gefragt.

Werden die umfassenden Fachvorträge gut angenommen? Kommen Besucher der Handwerkerausstellung auch gezielt zu diesen?

Wir haben zum Teil einen vollbesetzten Saal. Beispielsweise wenn es um obengenannte Einbruchssicherungen geht. Und, ja, ich kenne viele Kunden, die gezielt zu Vorträgen kommen. Etwa wenn es um Energieeffizienz geht. Das ist nach wie vor ein Topthema.

Neben dem eigentlichen Produkt wird von den Fachfirmen auch Service, etwa bei der Wartung angeboten. Werden diese Dienstleistungen vermehrt in Anspruch genommen?

Wartungen und Service nehmen mittlerweile etwa zwei Drittel der Handwerksangebote in Anspruch. Die Handwerker werden immer mehr zu Dienstleistern vor Ort. Das ist auch eine große Chance für die Fachleute, schließlich kommt man so auch immer wieder mit dem Kunden ins Gespräch und kann eine gute Bindung aufbauen. Der andere Aspekt ist die fortgeschrittene Technisierung, etwa bei den computergesteuerten Heizungsanlagen. Da braucht man einfach eine professionelle Wartung vom Fachbetrieb, die kontinuierlich einmal im Jahr durchgeführt werden sollte.

Gibt es Ihrer Meinung nach aktuell mehr Interessenten für Neubauten oder eher für Sanierungen im Altbau?

Meiner Erfahrung nach sind Sanierungen und Modernisierungen in Bestandsimmobilien mit 65 Prozent mehr vertreten. Der Grund liegt auf der Hand: Es gibt zu wenig Bauland. Denn mancher würde gern neu bauen, allerdings fehlt es an den angebotenen Flächen.“ Themen wie umweltschonende Energien und Techniken oder auch schmutzarme Sanierungen sind daher hoch im Kurs.

© Gmünder Tagespost 21.02.2018 10:56
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