Ort mit bewegter Geschichte

Der derzeitige Bau der Südumgehung ist ein ganz entscheidender Punkt für die Verbesserung der Lebensqualität in der Gemeinde. Wichtig war auch hier das Engagement der Einwohner.
  • Die Außenfassade des Rathauses stimmt mit vielen Pflanzen bereits auf die Remstal-Gartenschau ein. Foto: je
  • Altbürgermeister Ottmar Schweizer. Foto: ub
  • Ein Schmuckstück der Gemeinde: Das Ensemble aus Pfarrscheuer, Pfarrhaus und Kirche. Foto: je

Mögglingen. Drei Jahre war Ottmar Schweizer als Bürgermeister im Amt, als vor 25 Jahren das 850-jährige Jubiläum in Mögglingen gefeiert wurde. An das Ereignis im Jahr 1993 denkt er gerne zurück: „Das war ein tolles Fest mit historischem Umzug, Festakt und Einweihung des neu gestalteten Marktplatzes.“

Auch die erste Dokumentation über Mögglingen ist damals entstanden. In der umfangreichen Gemeindechronik wurde die Entwicklung in Wort und Bild festgehalten.

Die Mögglinger Geschichte reicht zurück bis in die keltische Hallstattzeit, 1143 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. 1615 gab es die erste Dorfordnung, seit 1802 verwaltet sich die Gemeinde selbst, nachdem Gmünd und sein Landgebiet württembergisch wurden.

Ein Meilenstein war 1861 die Eröffnung der Remsbahn, 1921 wurden die Überführungen Böbinger Straße und Heuchlinger Straße gebaut. 14 Jahre später konnte die neue Reichsstraße von Böbingen nach Mögglingen befahren werden. Eine Straße, die den Ort bis heute auch überregional bekannt machte, wurde 1958 ausgebaut: Die B 29 zwischen Mögglingen und Aalen, die die Gemeinde Jahrzehnte geprägt und beschäftigt hat.

Bürger sprechen mit

1991 gab es einen Bürgerentscheid und die Mögglinger entschieden sich für eine Südumgehung und gegen einen Tunnel. 1999 sprachen sich erneut 58,7 Prozent der Mögglinger für die Südumgehung aus. „Einen Tunnel hätten wir nie bekommen, deshalb war die Umgehung die einzige Möglichkeit“, erinnert sich Schweizer und beschreibt diese Zeit: „Alles andere war warten und mahnen und demonstrieren.“

Einen Tunnel hätten wir nie bekommen, deshalb war die Umgehung letztlich die einzige Möglichkeit.

Ottmar Schweizer,
Altbürgermeister

Der 27. September 1999 war ein historischer Tag: Der Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumgehung der B 29 lag vor. Nachdem 2013 zwei wichtige Straßenbauprojekte fertiggestellt wurden – die Sanierung der Landesstraße 1158 nach Heuchlingen und der Bau der „Westtangente“, kam 2014 nach mehr als 50 Jahren Wartezeit die Nachricht: Die B 29-Ortsumgehung wird gebaut.

Am 27. Juli 2015 war endlich Baubeginn der Großbaustelle, im Frühjahr 2019 soll das Projekt fertig sein. „Der Verkehr hat unsere jüngere Vergangenheit sehr beeinflusst“, betont Ottmar Schweizer, der 2014 nach 24 Jahren sein Amt an Adrian Schlenker übergab.

Lebendige Gemeinde und aktive Bürger

Die Gemeinde lebendig halten, eine gute Stimmung in der Bevölkerung schaffen, Ehrenamtliche motivieren – das war dem Altbürgermeister immer wichtig, das mache Mögglingen bis heute aus. „Mögglingen war immer eine lebendige Gemeinde, auch durch die Menschen, die aufgrund der B 29 in den Ort kamen“, sagt er. Er habe immer den Eindruck gehabt, dass die Gemeinde durch seine Lage eine besondere Stellung hatte. Der Slogan der Aktionsgemeinschaft „Mögglingen mittendrin“ beschreibe es perfekt. Das Logo mit dem roten Punkt in der Mitte und den Linien rechts und links beschreibe die Gemeinde perfekt: „Wir liegen mittendrin und haben die Verbindung nach außen durch Bahn, Straße und Wasser.“ Hätte es diesen Slogan nicht schon für die MAG gegeben, Ottmar Schweizer hätte ihn als Bürgermeister zum Slogan für Mögglingen gemacht. ub

© Gmünder Tagespost 19.07.2018 16:01
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