Das Geburtsjahr kennt viele weltbewegende Ereignisse

Tradition 1969 das Jahr der Mondlandung und des Woodstock-Festivals. Altersgenossen schätzen ihr Vereinsleben und die gemeinsamen Aktivitäten.
  • Mitglieder des Altersgenossenvereins 1969 beim Treffen in der Salvatorkapelle. Foto: privat
  • Altersgenossen bei der Stadtführung in Schorndorf gemeinsam mit „Herrn Daimler“. Foto:privat

Schwäbisch Gmünd

Mit den 50ern fing alles an. Nicht die 40er begründeten die Tradition der Altersgenossenvereine in Schwäbisch Gmünd, sondern der Jahrgang 1813. Die Mitglieder trafen sich 1863 zum ersten Fest im „Pfauen“. 156 Jahre später wird immer noch gefeiert.

Die 1969er ziehen an diesem Samstag über den Marktplatz, werden unter dem Johannisturm den „Alois“ singen. „Das 50er-Fest ist besonders schön“, sagen viele Altersgenossen danach, „weil die Aufregung der Premiere zehn Jahre zuvor nicht mehr nötig ist“. Die 50er genießen die Runden über den Marktplatz, denken dabei aber gerne an die Jahre davor.

Das Geburtsjahr kennt auch ganz besondere Ereignisse. Am 21. Juli 1969 landen die ersten Menschen auf dem Mond. Grund genug, das beim 40er-Festzug richtig auszukosten. Eine Rakete muss den Umzug begleiten und ein abgewandelter Satz von Neil Armstrong. „Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer für den AGV 69“, heißt es beim Festzug. Noch ein Ereignis prägt Generationen: Am 15. August beginnt das legendäre Woodstock-Festival, nicht nur für die Musikwelt ein denkwürdiges Datum.

Beim 50er-Fest geht es natürlich auch um Erinnerungen an die gemeinsam im Altersgenossenverein verbrachten Jahre. An tolle Ausflüge, etwa nach Prag. Und an viele Stammtische, die man locker genießen kann.

Das Festwochenende fängt für die 1969er schon am Donnerstag an. Nach einem Gottesdienst in der Augustinuskirche feiert man den Auftakt mit einem Empfang im Augustinerhof. Freitags denken die Altersgenossen an ihre verstorbenen Mitglieder, treffen sich dazu auf dem Friedhof in Straßdorf. Böllerschüsse wecken die Altersgenossen am Samstag, dann versammeln sie sich im „Maurischen Garten“ auf dem Sebaldplatz zum ersten Festumzug.

Fest ganz in der Tradition

Gegen 11.45 Uhr singen sie beim zweiten Umzug gemeinsam den „Alois“ unter dem Johannisturm, unterstützt von vielen Freunden und Besuchern der Stadt Schwäbisch Gmünd. Das traditionelle Gruppenfoto entsteht vor dem Forum Gold und Silber. Am Abend wartet auf Teilnehmer und Gäste ein Festabend im Stadtgarten, am Montag die Blaufahrt.

Was singen die da? Das fragen sich Jahr für Jahr Gmünd-Touristen, die zufällig einen Altersgenossenfestzug erleben. Dass es sich um eine ehrfürchtige Angelegenheit handeln muss, wird Nicht-Gmündern spätestens klar, wenn die Männer ihre Zylinder abnehmen.

Ohne „Alois“ kein Fest

Oder wenn sich manche heimlich eine Träne aus dem Augenwinkel wischen. Der verstorbene Dirigent des 1. Musikvereins Stadtkapelle Schwäbisch Gmünd, Dietmar Spiller, ist der Geschichte auf die Spur gegangen. Der Name „Alois“ entstand vermutlich erst um 1900. Damals gab es einen Kutscher namens Alois, der die Besucher von Gaststätten heim gebracht hat. Da hat es sich wohl eingebürgert, dass die Fahrgäste zum Abschied ein „Bhüet de Gott, Alois!“ gesungen haben. Später sei dann die Begrüßung „Grüß de Gott, Alois!“ hinzugekommen. Und im Lauf der Zeit folgten weitere Strophen.

© Gmünder Tagespost 12.06.2019 15:28
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