Vom Pferdemarkt zur beliebten Schau mitten in der Stadt

Die Geschichte des Pferdetags und der Pferdeprämierung läuft bereits seit über 60 Jahren. Gewandelt haben sich der Zweck und auch das Publikum der Veranstaltung.
  • Die Vorführungen der Pferde beginnen am Sonntag bereits um 11 Uhr. Um 14 Uhr ist die Siegerehrung dieser Vorführungen geplant. Foto: Jan-Philipp Strobel
  • Auch für Kinder gibt es einige interessante Dinge am Pferdetag zu entdecken. Foto: Jan-Philipp Strobel

Schwäbisch Gmünd. Seit vielen Jahren ist Dr. Hagen Nowottny der kompetente Moderator beim Pferdetag. Nicht nur das: Er hatte auch die Idee, die Veranstaltung einst vom Schießtal in die Innenstadt zu verlegen. Wie es damals war und was sich alles geändert hat, erzählt er im Gespräch.

Die Geschichte der Pferdeprämierung reicht zurück bis ins Jahr 1955. Was bis heute alljährlich viele Zuschauer anzieht und mittlerweile zur Tradition geworden ist, begann damals als städtische Prämierung mit freiem Pferdeverkauf in der Schmiedgasse. Hauptsächlich Kaltblüter wie Pinzgauer und süddeutsches Kaltblut wurden prämiert. Allerdings waren die Bedingungen auf dem Kopfsteinpflaster wenig optimal für Pferde und Halter. Nach der offiziellen Prämierung fand ein Pferdemarkt für Gebrauchspferde statt. „Damals war das Publikum natürlich ganz anders als heute“, erinnert sich Dr. Hagen Nowottny, der seit 1964 in Eschach lebt. „Es waren hauptsächlich Bauern, die eine besondere Beziehung zum Pferd als Arbeitstier hatten.“

Wenn sie mal „Luse“, also freie Zeit hatten, was nur im Winter der Fall gewesen sei, hätten sie Pferde angeschaut oder gekauft. „Deshalb finden auch heute noch die Pferdetage und -märkte im Winter und Frühjahr statt“, erklärt der Tierarzt und anerkannte Pferdefachmann.

Publikum hat sich geändert

Nicht nur in Schwäbisch Gmünd ist der 82-Jährige seit vielen Jahren zuständig für die Moderation beim Pferdetag, auch in Wackershofen, Bartholomä oder Gaildorf bringt er auch Nichtpferdebesitzern die Tiere nahe. Heute sei das Publikum anders, meint er. Jetzt kämen nicht mehr hauptsächlich die Männer, sondern junge Frauen. Nicht mehr das Pferd als Arbeitstier stehe heute im Mittelpunkt, sondern es sei schon mehr Liebhaberei. Für Dr. Nowottny soll mit dem Pferdetag der Pferdegedanke erhalten bleiben – gewissermaßen das „Pferd als Zugpferd“.

Damals war das Publikum natürlich ganz anders als heute.

Dr. Hagen Nowottny, Moderator

Gelungene Kombination

Dass heute der Pferdetag kombiniert mit dem verkaufsoffenen Sonntag stattfindet, reicht viele Jahre zurück. Nachdem der Autoverkehr zunahm, wurde die Prämierung auf den Stadtgartenplatz verlegt. Nach dem Neubau des Congress Centrum wurde der Schießtalplatz als Ausrichtungsort für die Pferdeprämierung ausgewählt – günstig für die Pferdezüchter, abseits gelegen und somit ungünstig für die Bevölkerung. Auf Wunsch der Stadt wurde die Pferdeprämierung dann alle zwei bis drei Jahre auf dem Gügling in Verbindung mit der „Gmünder Messe“ veranstaltet.

Erstmals organisierte der Pferdezuchtverein Schwäbischer Wald damals ein vielfältiges Schauprogramm mit Gespannen, Reitvorführungen und Voltigieren. Zweimal wurde die Pferdeprämierung auch auf dem Münsterplatz durchgeführt.

2003 änderte sich alles. Dr. Hagen Nowottny hatte eine Vision: „Wir müssen rein in die Stadt und zwar nicht nur vors Münster, sondern vor das Rathaus.“ Ein richtiges Pferdefest wurde ab diesem Zeitpunkt gefeiert. „Ich war’s“, ist der Tierarzt heute noch stolz auf seine Idee, die von anderen Städten schon oft kopiert wurde. ub

Lions Club GD-Stauferland unterstützt Kai-Phali

Der Lions Club Schwäbisch Gmünd-Stauferland unterstützt am Pferdetag das Projekt Kai-Phali, einer Gemeinde im Kongo mit einem Stand. Pfarrer Dr. Nyimi Vita der Seelsorgeeinheit GD-Mitte ist dort im westlichen Kongo geboren und aufgewachsen.
In der Gemeinde im politisch stabilen Teil des Kongo, haben die Menschen auf dem Land nur zu 26 Prozent Zugang zu sauberem Wasser und wenig Zugang zu sanitären Anlagen.
Die Kranken- und Entbindungsstation von Kai-Phali ist in einem sehr desolaten Zustand. Sie muss saniert werden. Die Krankenstation muss mit Betten und Matratzen ausgestattet werden. Für Untersuchungen und Behandlungen fehlen die einfachsten medizinischen Geräte.
DerLions Club GD-Stauferland fördert mit seinem Stand am Pferdetag auf dem Johannisplatz das Projekt. Dort gibt es Chili con Carne, mexikanisches Bier und viele Mix- und Mischgetränke.
Unterstützen Sie mit Bekannten und Freunden das Projekt am Stand in der Zeit zwischen 11 und 18 Uhr. pm

© Gmünder Tagespost 16.03.2018 15:56
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