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Astrazeneca und Johnson & Johnson: EU dementiert Gerüchte um Kauf-Stopp - will aber offenbar einschränken

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Die EU-Kommission dementiert Medienberichten zu künftigen Verträge mit den Corona-Impfstoff-Herstellern Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Update vom 14. April, 12.30 Uhr: Die EU-Kommission dementiert Berichte über künftige Verträge mit Astrazeneca und Johnson & Johnson. Entsprechende Medienberichte seien falsch, sagte ein EU-Beamter, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Es sei demnach viel zu früh, darüber jetzt zu entscheiden.

Bei den nächsten Bestellungen für den Corona-Impfstoff würde die EU vor allem auf die neuartige mRNA-Technologie (Biontech/Pfizer und Moderna) setzen. Das bestätigen Kommissionskreise am Mittwoch in Brüssel. Es würde aber nicht bedeuten, dass Astrazeneca und Johnson & Johnson bei künftigen Verträgen aus dem Rennen seien oder deren Verträge nicht verlängert würden.

Erstmeldung vom 14. April 2021

Brüssel - Diskussionen über schwere Nebenwirkungen bei den Corona-Impfstoffen sind wohl der Tropfen auf dem heißen Stein. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will die EU-Kommission die Verträge mit Astrazeneca* und Johnson & Johnson nicht mehr verlängern. Reuters bezieht sich auf die italienische Tageszeitung La Stampa unter Berufung auf eine Quelle aus dem italienischen Gesundheitsministerium.

Brüssel will demnach auf mRNA-Impfstoffe, wie von Biontech/Pfizer und Moderna setzen. Und sich mehr auf diese Technologie konzentrieren. Die Verträge mit Astrazeneca und Johnson & Johnson gelten demnach bis 2021. Ab 2022 sollen die Corona-Impfstoffe der beiden Hersteller dann vom EU-Markt verschwinden. Zudem bittet die EU-Kommission Johnson & Johnson, laut Reuters, um die Klärung der völlig unerwarteten Ankündigung der Lieferverzögerungen in die EU. Die ersten Impfdosen sollten Mitte April an die EU geliefert werden.

Die Corona-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson sind sogenannte Vektorimpfstoffe. Sie nutzen ein harmloses Adenovirus als sogenannten Vektor, um Erbinformationen des Coronavirus in den Körper zu schleusen. Bei beiden Präparaten sind sehr seltene Fälle von Hirnvenenthrombosen aufgetreten.

  • Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson (J&J) ist seit Ende Februar in den USA zugelassen. Bisher wurden dort 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffs eingesetzt. Bislang macht das J&J-Vakzin nach Angaben des Weißen Hauses weniger als fünf Prozent der verabreichten Impfdosen aus.
  • Nach Berichten von sogenannte Sinusvenenthrombosen nach der Impfung hatte der US-Pharmakonzern den Marktstart seines Präparats in Europa aufgeschoben - einen Tag nachdem mit der Auslieferung begonnen worden war.

Covid-19-Impfung: Jüngere Astrazeneca-Geimpfte in Deutschland sollen umsteigen

Mehr als zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren haben in Deutschland eine Erstimpfung mit Astrazeneca* erhalten. Bei der Zweitimpfung sollen sie einen mRNA-Impfstoff* von Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten. Die Gesundheitsminister von Bund und Länder haben sich in einem entsprechenden Entschluss auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) geeinigt. Nach mehreren tödlichen Fällen von seltenen Hirnvenenthrombosen wird der Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland nur noch Menschen verabreicht, die älter als 60 Jahre sind. Alle Entwicklungen finden Sie in unserem News-Ticker Corona in Deutschland. Über Johnson & Johnson berichtet auch mannheim24.de. (ml) *Merkur.de und mannheim24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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