Er wurde 84 Jahre alt

Ex-WDR-Intendant: Fritz Pleitgen ist tot – „In unseren Herzen sind die Flaggen auf halbmast“

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Fritz Pleitgen war von 1995 bis März 2007 Intendant des WDR.
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TV-Deutschland trauert um Fritz Pleitgen. Der bekannte Korrespondent und langjährige WDR-Intendant erlag am Donnerstag in Köln einem Krebsleiden.

Köln – Die deutsche TV-Landschaft trauert um ein prominentes Gesicht: Der Journalist, Korrespondent und Intendant Fritz Pleitgen ist tot. Das teilte der WDR mit. Fritz Pleitgen starb Donnerstag (15.09.2022) in Köln. Er wurde 84 Jahre alt. Pleitgen, der zuletzt in Bergisch Gladbach (Rheinisch-Bergischer-Kreis) lebte, hatte 2020 über die Deutsche Krebshilfe mitgeteilt, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war.

Fritz Pleitgen: Der letzte Große - ein Nachruf

Fritz Pleitgen: Bekannt als Korrespondent in Moskau, Washington, Ost-Berlin

Viele kennen Fritz Pleitgen als TV-Reporter der ARD. Unter anderem war er Korrespondent der öffentlich-rechtlichen Anstalt in Moskau, später in der damaligen Hauptstadt der DDR in Ost-Berlin, bevor er 1982 Leiter des USA-Studios in Washington und New York wurde.

Beim gebühren-finanzierten WDR war Fritz Pleitgen von 1995 bis Ende März 2007 Intendant. Entsprechend groß ist die Trauer beim Landessender von Nordrhein-Westfalen: „‚Der Tod von Fritz Pleitgen ist für uns alle im WDR eine sehr traurige Nachricht. In unseren Herzen sind die Flaggen auf Halbmast.“ Und Tina Hassel, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin twittert: „Noch ein Großer geht!“

Familie von Fritz Pleitgen: Sein Sohn ist CNN-Reporter Frederik Pleitgen

Pleitgen hinterlässt seine Frau, drei Söhne und eine Tochter. TV-Zuschauern dürfte auch sein Sohn Frederik Pleitgen bekannt sein, der ebenfalls TV-Journalist ist: Nach Stationen beim ZDF und RTL wechselte Frederik Pleitgen zum Nachrichtensender CNN, war unter anderem in einigen Krisenregionen unterwegs. Als „Senior International Correspondent“ berichtet er unter anderem auch aus Russland. Zum Tod seines Vaters Fritz Pleitgen twittert Sohn Frederik Pleitgen im Namen der Familie: „Ruhe in Frieden, Papa! Wir haben einen großartigen Journalisten und den besten Vater verloren, den man sich vorstellen kann.“

Fritz Pleitgen: Stationen seines Lebens – vom Reporter zum Intendant

Fritz Pleitgen ist ein Kind des Ruhrgebiets. Er kam 1938 in Duisburg zur Welt.

Als TV-Reporter war Fritz Pleitgen seit 1963 aktiv, berichtete unter anderem für die „Tagesschau“

Zu einer Zeit, als die meisten Deutschen noch in Schwarz-Weiß-Fernseher blickten, war er der Mann der ARD in Moskau in der damaligen Sowjetunion (1970-1977).

Als DDR-Korrespondent stand Fritz Pleitgen bis 1982 vor der Kamera

Dann der Wechsel in den Westen: Fritz Pleitgen leitet von 1982 bis 1988 das ARD-Studio in Washington und New York

Zurück beim WDR war Fritz Pleitgen als TV-Chefredakteur und Hörfunkdirektor tätig

1995 wurde Fritz Pleitgen zum Intendant des WDR Westdeutschen Rundfunks gewählt, die Posten hatte bis 31. März 2007 inne

Reaktionen zum Tod von Fritz Pleitgen

Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister: „Fritz Pleitgen hat den Öffentlichen Rundfunk mit Format und Qualität repräsentiert. Sein Engagement für die Erforschung von Krebserkrankungen war wertvoll und vorbildlich. Sein Schicksal zeigt: Wir müssen mehr für Krebsforschung investieren.“

Hendrik Wüst (CDU), NRW-Ministerpräsident (CDU): „Mit Fritz Pleitgen verliert Nordrhein-Westfalen einen großen Medienmacher, einen Journalisten mit Weitsicht und höchstem Anspruch an Glaubwürdigkeit.“ 

Mona Neubaur (Grüne), Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz & Energie in NRW: „Mit Fritz Pleitgen verlieren wir eine Ikone des Journalismus. In seinen verschiedenen Funktionen hat er den WDR stark geprägt.“

Udo Lielischkies, selbst lange Jahre ARD-Korrespondent in Moskau: „Fritz Pleitgen war eine aussergewöhnliche Persönlichkeit, ein beeindruckender Intendant, ein Vorbild. Unvergessen, wie er dafür sorgte, dass der WDR nicht nur über den Bosnienkrieg berichtete, sondern selbst Flüchtlinge in seinen Produktionshallen unterbrachte!“

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin in Köln: „Seine journalistische Haltung wird Vorbild für Generationen von JournalistInnen bleiben.“ (kem/IDZRW/dpa)

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