Enge Bande nach Moskau

Sorgenvoller Blick gen Frankreich: Riesen-Schulden von Le Pens Partei in Russland? - „Sie ist Vasallin Putins“

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Frankreichs rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin: Marine Le Pen.
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Frankreichs rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen ist eng mit Russlands Machthaber Wladimir Putin verstrickt. Es geht auch ums Geld.

München/Paris - Der Vorsprung wirkt komfortabel vor der Stichwahl am 24. April*: Der liberale Emmanuel Macron kommt laut der Hochrechnungen vom Sonntagabend (10. April) in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022 auf 28 bis 28,4 Prozent der Stimmen. Die rechtspopulistische Marine Le Pen* liegt dagegen bei 23,2 bis 24,2 Prozent.

Ersten Umfragen zur zweiten Runde zufolge könnte Macron mit zwei Prozentpunkten Vorsprung gewinnen. Aber: Noch ist im Kampf zwischen Macron und Le Pen nichts entschieden*.

Marine Le Pen: Vor dem Russland-Ukraine-Krieg beste Kontakte zu Wladimir Putin

International wird Le Pen vielerorts zumindest sorgenvoll beobachtet. Denn: Vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges* hatte sie gute Kontakte zu Moskau-Machthaber Wladimir Putin. Und: Ihre Partei hatte reichlich Schulden in Russland angehäuft. „Marine Le Pen war da geschickter, obwohl sie genau das Gleiche denkt und noch abhängiger von Putin“ sei als ihr rechtsextremer Konkurrent Érich Zemmour, meinte die Publizistin Caroline Fourest im Interview mit der Welt.

Auch Zemmour hatte im Wahlkampf für Putin und Russland Partei ergriffen. Fourest erklärte weiter zu Le Pen: „Ihre Partei schuldet einer russischen Bank neun Millionen Euro. Der gewährte Zahlungsaufschub ist nicht unerheblich, denn diese Bank ist sehr regierungsnah. Wenn Marine Le Pen gewählt würde, dann wäre sie Präsidentin Frankreichs, aber auch abhängig vom Gutdünken Putins. Das wäre ein großes Risiko!“ Die Politikerin wehrt sich indes gegen die Vorwürfe, Le Pen übt selbst scharfe Kritik an Deutschland.

Ihre Partei schuldet einer russischen Bank neun Millionen Euro.

Publizistin Caroline Fourest über Marine Le Pen

Fourest ging mit der Rechtspopulistin hart ins Gericht. Auch wegen deren angeblicher Verflechtungen mit Moskau und Putin. „Le Pen vergiftet unsere Wahlen seit einer Ewigkeit. Viele Franzosen haben es satt, nicht für den Kandidaten ihrer Wahl stimmen zu können, nur um einen anderen zu verhindern. Ganz ehrlich: Diese Wahl ist noch nicht entschieden. Ich aber glaube an ein vernünftiges Frankreich“, sagte sie: „Es bedarf jetzt besonnener Franzosen, die Le Pen mit ihrer Stimme verhindern. Sonst bekommen wir es mit einer Präsidentin zu tun, die unsere Trümpfe gegen den Extremismus vernichtet und zudem eine Vasallin Putins ist.“

Im Video: Frankreich - Macron und Le Pen ziehen in Stichwahl ein

Die Einschätzung, dass Le Pen enge Verbindungen zu Putin habe (oder hatte), teilt Sergej Zhirnov. Der einstige KGB-Mitarbeiter und heutige Buchautor beobachtet seit Jahren den Einfluss des Kreml auf die französische Politik „Nahezu alle wichtigen Kandidaten sind pro Putin. Angefangen bei Marine Le Pen“, sagte er kürzlich dem Bayerischen Rundfunk.

Ein Beispiel: Vor der Stichwahl 2017, die Le Pen gegen Macron verloren hatte, war die Rechtspopulistin zum russischen Präsidenten gereist. Zu den Schulden von Le Pens Partei Rassemblement National wusste Zhirnov offenbar noch etwas mehr: „Später, weil es ein schlechtes Licht auf sie (Le Pen) warf, hat Putin dann seinen Freund Viktor Orban angehauen. Jetzt trägt eine ungarische Bank die Fackel weiter“. Orbans Fidesz hatte vergangene Woche die Wahlen in Ungarn gewonnen - Wladimir Putin gratulierte vielsagend.

Marine Le Pen: Rassemblement National soll Schulden in Russland haben

Das Rassemblement National habe daraufhin einen Kredit von 10,6 Millionen Euro von einer ungarischen Bank für den Wahlkampf erhalten, meinte er weiter. Eine französische Präsidentin mit engen Verbindungen in den Kreml? Die internationale Politik schaut gespannt auf die Frankreich-Wahl 2022 und ihr finales Ergebnis*. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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