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Kapitol-Sturm: Hutchinsons Aussage schockiert – Trump drohen rechtliche Folgen

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Anhänger von US-Präsident Donald Trump stürmen am 6. Januar 2021 das US-Kapitolgebäude.
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  • Lukas Zigo
  • Nail Akkoyun
    Nail Akkoyun
  • Johanna Soll
    Johanna Soll

Nach der Aussage von Cassidy Hutchinson halten es Experten in den USA für wahrscheinlich, dass Donald Trump angeklagt wird.

  • Sturm aufs Kapitol: Ein Untersuchungsausschuss des Kongresses soll ermitteln, wie es zu den Ereignissen am 6. Januar kommen konnte - und welche Rolle Donald Trump dabei spielte.
  • Spontane Sitzung: Statt im Juli tagt der Ausschuss in den USA bereits am Dienstag (28.6.) erneut und vernimmt dabei Cassidy Hutchinson, eine Mitarbeiterin von Donald Trumps ehemaligen Stabschef Mark Meadows.
  • Trump-Sohn billigte Gewalt: Eric Trump soll die Tatsache, dass sein Vater die Gewalt beim Sturm aufs Kapitol angestachelt hat, als „fair“ und „das Richtige“ bezeichnet haben.

Update vom Donnerstag, 30. Juni, 11.30 Uhr: Donald Trump hat lange versucht, die Anhörungen zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 zu ignorieren. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Zu eindrücklich war die Aussage von Cassidy Hutchinson, die ein neues Licht auf die Kapitol-Attacke geworfen und die Frage nach rechtlichen Konsequenzen für Trump gestellt hat. Es sei nun ersichtlich, dass Trump „in jeder Phase“ des Versuchs, die Wahl zu kippen, die Hauptperson gewesen sei, sagte der ehemalige stellvertretende Justizminister Donald Ayer dem Sender CNN. Es ginge jetzt vor allem um die Frage des Vorsatzes – und Trump habe gewusst, was er tat, so Ayer. Rechtsexperte Alan Rozenshtein sagte der New York Times, er halte es nun für deutlich wahrscheinlicher, dass Trump angeklagt werde.

Noch mehr Licht ins Dunkel soll Pat Cipollone bringen. Der Untersuchungsausschuss hat den früheren Rechtsberater des Weißen Hauses offiziell als Zeugen vorgeladen. Die bisherige Aufklärungsarbeit habe Beweise dafür geliefert, dass Cipollone „wiederholt rechtliche und andere Bedenken“ über die Aktivitäten des damaligen Präsidenten Donald Trump am 6. Januar und in den Tagen davor geäußert habe, teilte der Ausschuss zur Begründung mit.

Kapitol-Sturm: Trump-Unterstützer wollten, dass Donald seine Unterstützer heimschickt

+++ 20.58 Uhr: Cassidy Hutchinson sagte aus, sie habe sich „angewidert“ gefühlt, als sie sah, wie der ehemalige Präsident Donald Trump am 6. Januar Angriffe über den damaligen Vizepräsidenten Mike Pence twitterte. Hutchinson bezeichnete Trumps Angriffe auf Pence als „unpatriotisch“ und „unamerikanisch“ und sagte über die Erstürmung des Kapitols: „Wir haben zugesehen, wie das Kapitol wegen einer Lüge verunstaltet wurde.“

+++ 20.40 Uhr: Laura Ingraham forderte Mark Meadows dazu auf, auf Trump einzuwirken, dass dieser die Menschen heimschicke. Selbst Donald Trump Jr. wollte, dass der Ex-Präsident eingreift.

+++ 20.34 Uhr: Berater von Donald Trump haben laut Hutchinson beim Sturm auf das Kapitol gesagt, dass der damalige Präsident komplett die Kontrolle über seine Unterstützer verloren habe.

This paints a picture of Trump completely unhinged and completely losing all control which, for his base, they think of him as someone who is in command at all times. This completely flies in the face of that,“ the adviser added. 

Trump wollte an den Protesten teilnehmen

+++ 20.28 Uhr: Ex-Präsident Donald Trump wollte zu den „Protesten“ hinzustoßen, sagte Hutchinson.

+++ 20.18 Uhr: Hutchinson bestätigt, dass Giuliani von einem „Kriegsraum“ sprach.

+++ 20.15 Uhr: Donald Trump und Mark Meadows wussten über Waffen unter den Anhängern an der Ellipse am 6. Januar Bescheid. Beide seien sich dem Gewaltpotenzial bewusst gewesen, so Hutchinson. Sie sagte auch aus, dass ein Beamter des Weißen Hauses, Tony Ornato, sagte, er habe mit Trump über Waffen bei seiner Kundgebung am 6. Januar 2021 gesprochen. 

Das Justizministerium hat vor Gericht bewiesen, dass einige derjenigen, die in das Kapitol eindrangen, Schusswaffen trugen und sich mit anderen Waffen gegen die Polizei zur Wehr setzten. Der Ausschuss des Repräsentantenhauses spielte auch den Funkverkehr der Polizei ab, die Schusswaffen in der Innenstadt von Washington, DC, in der Nähe der Ellipse identifizierte. 

Donald Trump soll dies nicht gestört haben. Ich habe gehört, wie der Präsident sagte: „Es ist mir scheißegal, ob sie Waffen haben. Sie sind nicht hier, um mich zu verletzen. Nehmt die verdammten Mags (Magnetschleusen) weg. Lasst meine Leute rein, sie können von hier aus zum Capitol marschieren. Lasst die Leute rein, nehmt die verdammten Mags weg.“

Rudy Giuliani vor dem Kapitol-Sturm „Es wird großartig werden“

+++ 19.41 Uhr: Die Assistentin des ehemaligen Stabschefs des Weißen Hauses, Mark Meadows, erzählte dem Ausschuss am 6. Januar, dass sie Rudy Giuliani am 2. Januar 2021 traf, er sich auf den 6. Januar 2021 freute und er ihr „etwas in der Art von ‚wir gehen zum Kapitol‘“ sagte. Giuliani war der persönliche Anwalt des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.

„Als Mr. Giuliani und ich an diesem Abend zu seinem Fahrzeug gingen, sah er mich an und sagte etwas in der Art von ‚Cass, freust du dich auf den sechsten? Das wird ein großer Tag.‘ Ich weiß noch, dass ich ihn ansah und fragte: ‚Rudy, kannst du mir erklären, was am sechsten Tag passiert?‘ Und er antwortete so etwas wie: ‚Wir fahren zum Kapitol. Es wird großartig werden. Der Präsident wird dort sein. Er wird mächtig aussehen. Er wird mit den Mitgliedern zusammen sein. Er wird mit den Senatoren zusammen sein. Sprechen Sie mit dem Chef darüber. Sprechen Sie mit dem Chef darüber. Er weiß Bescheid.‘“

Sturm aufs Kapitol: Star-Zeugin soll aus Sicherheitsgründen noch heute aussagen

Update vom Dienstag, 28. Juni, 16.14 Uhr: Der Grund für die überraschende, kurzfristige Vorverlegung der Vernehmung von Star-Zeugin Cassidy Hutchinson, einer ehemaligen Mitarbeiterin von Donald Trumps ehemaligem Stabschef Mark Meadows, ist jetzt möglicherweise klar: Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses seien „aufrichtig besorgt“ um die Sicherheit der Zeugin. Cassidy Hutchinson hat bereits mehrmals in nichtöffentlichen Vernehmungen vor dem Ausschuss ausgesagt, heute wird sie dies live tun.

Ihre bisher schockierendste Angabe war wohl, dass Donald Trump die Schlachtrufe seiner Anhängerschaft, „hängt Mike Pence“, gebilligt habe. Was Cassidy Hutchinson bei ihrer heutigen Aussage enthüllen wird, ist noch nicht klar. Doch die US-Zeitung Politico spekulierte, die wichtige Zeugin sei nach einem Anwaltswechsel bereit, vollständig mit dem Untersuchungsausschuss zu kooperieren. Zuvor wurde sie von einem ehemaligen Trump-Anwalt vertreten, jetzt vertritt sie eine Anwältin, die seinerzeit Stabschefin des ehemaligen Justizministers Jeff Sessions war und diesen während der Russland-Affäre beriet.

Donald Trump: Ein großer Skandal - als Serie in Bildern

Donald Trump als Moderator von The Apprentice, einer Reality-TV-Serie in den USA
Seit über 40 Jahren ist Provokation seine Spezialität: Donald Trump erregte die Gemüter, lange bevor er sich entschied, eine politische Karriere anzustreben. Ob als eiskalter Immobilienmakler in seiner Heimatstadt New York City oder wie hier als skrupelloser Chef in seiner eigenen Reality-TV-Serie „The Apprentice“ - Trump sorgte immer für Schlagzeilen. Ein Blick zurück erinnert an die größten Momente, die schließlich im Wahlsieg 2016 und dem Einzug ins Weiße Haus mündeten. © Imago
Donald Trump und Ivana Trump bei ihrer Hochzeit 1977
Dabei hatte alles so harmonisch begonnen. Donald Trump, reicher Erbe, Liebling der Klatschspalten und ab 1986 auch noch als Retter der New Yorker Eislaufbahn bekannt geworden, heiratete 1977 Ivana Trump. Das ehemalige Model schenkte Donald seine ersten drei Kinder: Donald Jr., Ivanka und Eric. Doch die Ehe sollte das glamouröse Leben der Trumps nicht überstehen. 1992 reichte Ivana Trump die Scheidung ein. © imago
Donald Trump und Marla Maples bei ihrer Hochzeit im Dezember 1993
Donald Trump ehelichte daraufhin die Frau, mit der er laut der Regenbogenpresse ohnehin schon seit längerem eine Affäre hatte: Marla Maples. Die damals 30 Jahre alte Schauspielerin gab Trump am 20. Dezember 1993 in New York das Ja-Wort. Kurz zuvor war Tiffany Trump, die gemeinsame Tochter der beiden, zur Welt gekommen. Die Ehe hielt respektable sechs Jahre. Marla Maples hätte über diese Zeit gerne ein Buch geschrieben. Das aber verhinderten laut Vanity Fair die Anwälte ihrer Stiefkinder Ivanka Trump und Donald Junior. © imago
Donald Trump und Melania Trump gemeinsam in New York
Es folgte Ehe Nummer Drei für Donald Trump, diesmal mit Melania Knauss. Das Topmodel aus Slowenien wurde als Kampagnengesicht der Zigarettenmarke Camel 1998 in den USA berühmt. Ihren späteren Ehemann lernte Melania im selben Jahr kennen. Im Jahr 2002 heiratete sie den 24 Jahre älteren Donald Trump. 2006 kam der gemeinsame Sohn des Glamour-Paares auf die Welt: Barron Trump. Elf Jahre später zog die Familie aus dem Trump Tower in New York in das Weiße Haus in Washington DC um. © imago stock&people
Barack Obama empfängt nach dessen Amtseinführung seinen Nachfolger Donald Trump im Weißen Haus in Washington DC, USA
Denn Donald Trump gelang das lange für unmöglich Gehaltene: Er gewann die Präsidentschaftswahl 2016 gegen Hillary Clinton. Barack Obama hatte sich für die Wahl seiner langjährigen Außenministerin eingesetzt und vor Trump gewarnt. Genutzt hatte es nichts. Wie üblich besuchte Obama zunächst die feierliche Amtseinführung und empfing anschließend seinen Nachfolger im Weißen Haus – eine Ehre, die Trump vier Jahre später Joe Biden verweigern sollte. © imago
Donald Trump und Emmanuel Macron schütteln Hände
Kaum in Amt und Würden, schlidderte Donald Trump von einer Peinlichkeit zum nächsten Affront. Mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron lieferte sich Trump auf Staatsbesuch in Frankreich einen Wettbewerb im Händedrücken, den am Ende Macron gewann. Das zumindest ließen die deutlichen Spuren vermuten, die die Finger des Franzosen auf der Hand des US-Präsidenten hinterlassen hatten. © Peter Dejone/dpa
US-Präsident Donald Trump auf Staatsbesuch in Schanghai, China.
Doch Donald Trump polarisiert nicht nur mit seinen Taten, auch Spekulationen rund um sein Aussehen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Warum ist seine Haut orange, was schmiert er sich ins Gesicht, kann sich ein Milliardär kein besseres Toupet leisten? Das verweigert nämlich regelmäßig, ordentlich auf dem Kopf liegen zu blieben – wie hier zum Beispiel auf dem Flughafen in Schanghai zu sehen. © Jim Watson/imago
Angela Merkel, Emannuel Macron, Shinzo Abe und Donald Trump auf dem G7-Gipfel in Kanada
Vor allem die Verbündeten brachte Donald Trump mit seinem Wankelmut auf die Palme. Die schwierige Beziehung zwischen den USA unter seiner Regentschaft und dem Rest der westlichen Welt wird durch dieses Foto zusammengefasst, das auf dem G7-Gipfel in Kanada im Jahr 2018 entstand. Angela Merkel, damals noch Bundeskanzlerin, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Japans Premierminister Shinzo Abe reden auf Trump ein. Der sitzt da, mit trotzigem Gesichtsausdruck und verschränkten Armen. Vor allem Merkel ist die Frustration über einen derartigen Verhandlungspartner deutlich anzusehen. © Jesco Denzel/dpa
US-Präsident Donald Trump und Erotikdarstellerin Stormy Daniels
Wer glaubte, dass Donald Trump als Präsident zumindest nur noch politische Skandale produziert, wurde bald eines Besseren belehrt. Erotikdarstellerin Stormy Daniels machte ihre Affäre mit dem US-Präsidenten öffentlich. Beide trafen sich, während Trump schon mit Melania verheiratet war. Pikant: Melania war wohl damals gerade mit dem gemeinsamen Kind schwanger. Trump befahl seinem damaligen Anwalt Michael Cohen, Stormy Daniels Schweigegeld zu zahlen, damit alles geheim bleibe. Doch weil das Geld angeblich nie bei ihr ankam, schrieb Daniels ein Buch. Nun wissen wir alle, ob wir wollen oder nicht, wie Trumps Penis aussieht. © Mandel Ngan/afp
Donald Trumps legendärer Tweet mit Covfefe in einer Kunstausstellung in New York
Doch weder mit Bettgeschichten noch mit politischen Skandalen erzeugte Donald Trump derart viel Aufmerksamkeit wie mit seinem Twitter-Kanal. Als @realdonaldtrump twitterte Donald, bis sich die Balken bogen: mitten in der Nacht, voll Rechtschreibfehler und am liebsten in Großbuchstaben. Legendär ist sein „Covfefe“-Tweet vom 31. Mai 2017 (im Bild). Zeitweise folgten ihm fast 89 Millionen Accounts. Doch im Januar 2021 war auf einmal Schluss. Im Zuge der Attacke auf das Kapitol sperrte Twitter den Account des damals noch amtierenden US-Präsidenten. Grund: Er habe den Mob zur Gewalt ermutigt. © Christina Horsten/dpa
Neonazis marschieren durch Charlottesville (USA)
In welche Richtung Donald Trump innenpolitisch steuerte, wurde spätestens 2017 klar. Eine Horde Neonazis marschierte damals mit Fackeln durch die Stadt Charlottesville. Uniformierte Männer brüllten im Chor: „Juden werden uns nicht ersetzen.“ Ein Mann raste mit seinem Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten, eine 30 Jahre alte Frau starb infolgedessen. Die ganzen USA waren schockiert. Doch das Staatsoberhaupt weigerte sich, den Neonazi-Aufmarsch zu verurteilen. Stattdessen sprach Donald Trump von „sehr guten Leuten auf beiden Seiten“. © Zach D Roberts/imago
Donald Trump besucht Puerto Rico
Als der Hurrikan „Florence“ im September 2018 die Insel Puerto Rico verwüstete, interessierte das Donald Trump zunächst wenig. Nach politischem Druck schickte er jedoch Hilfe und reiste sogar selbst auf die Insel, die zu den USA gehört, aber kein offizieller Bundesstaat ist. Dort angekommen bewarf Trump die Menschen mit Klopapierrollen. Die Tragweite der Katastrophe schien ihm zu keinem Zeitpunkt bewusst. Star-Koch José Andrés, selbst aus Puerto Rico und bei besagter Situation anwesend, sagte einige Zeit später zur Washington Post: „Es war ein Beweis für seine Unfähigkeit zur Empathie.“ © Evan Vucci/dpa
Donald Trump und das Sharpie Gate
Was nicht passt, wird manipuliert. Kein Moment charakterisiert dieses Credo von Donald Trump so eindrücklich wie das „Sharpie-Gate“. Als der Hurrikan Dorian die USA bedrohte, twitterte Trump, man müsse sich in den Bundesstaaten Florida, Georgia und Alabama in Acht nehmen. Das Problem: laut der offiziellen Karte des nationalen Wetterdienstes war Alabama nicht betroffen. Statt zuzugeben, dass er sich geirrt hatte, schmierte Trump mit einem Sharpie-Filzstift (das amerikanische Pendant zum Edding) einfach auf der Karte rum, erweiterte so das Gefahrengebiet und schwupps: schon war auch Alabama betroffen - zumindest in der Welt von Donald Trump, in der Fakten beliebig austauschbar sind. © JIM WATSON/afp
Trump-Anhänger stürmern das Kapitol in Washington DC
Wie sie begann, so endete Donald Trumps Zeit als Präsident: mit einem Skandal. Wochenlang schürte Trump mit seinen Behauptungen vom Wahlbetrug („The Big Lie“) die Aggressionen seiner Anhänger. Am 6. Januar 2021, der Tag, an dem Joe Biden offiziell zum Präsidenten ernannt werden sollte, entlud sich die Wut. Nachdem Trump seine Anhänger aufforderte, zum Kapitol zu marschieren, eskaliert dort die Situation. Der Mob überwindet die Absperrungen der völlig überforderten und unterbesetzten Polizei und dringt in das Parlamentsgebäude ein. Fünf Menschen sterben infolge des Aufruhrs. Für Donald Trump ändert das kaum etwas. Bis heute hat er seine Niederlage öffentlich nicht eingestanden. © Lev Radin/imago

Sturm aufs Kapitol: Donald Trumps Sohn billigte Gewalt

Update vom Dienstag, 28. Juni, 15.18 Uhr: Eric Trump soll „nicht beunruhigt“ darüber gewesen sein, dass die Behauptungen seines Vaters Donald Trump am 6. Januar 2021 zur Gewalt führen könnten. Das behauptet der britische Dokumentarfilmer Alex Holder, der vom Sonderausschuss des Repräsentantenhauses zum Anschlag vom 6. Januar vorgeladen wurde.

Im Gespräch mit der britischen Zeitung The Independent erklärte Holder zuvor, dass Eric Trump die Aufstachelung zur Gewalt für „fair“ hielt. Die Trump-Familie, insbesondere Eric, würden „sich nicht an dem Gedanken stören, dass die oft gewalttätige Rhetorik, die sie und ihr Patriarch nach seiner Niederlage [...] an den Tag legten, seine Anhänger zu Handlungen inspirieren könnte“, berichtet The Independent. Selbst wenn es zu Gewalt kommen würde, wäre es „das Richtige“, da „die Wahl gestohlen wurde“, soll Eric Trump zu Alex Holder vor dem 6. Januar 2021 gesagt haben.

Sturm aufs Kapitol: Ausschuss kündigt spontane Anhörung von Star-Zeugin an

Erstmeldung vom Dienstag, 28. Juni: Washington DC – Spontan hat der Untersuchungsausschuss des US-Kongresses beschlossen, bereits am heutigen Dienstag (28. Juni) seine Arbeit fortzusetzen. Das wurde am Montagabend bekannt und von zahlreichen US-Medien vermeldet. Der Ausschuss geht weiter der Frage nach, welche Rolle Donald Trump bei den Ausschreitungen am 6. Januar in Washington DC gespielt hatte.

An diesem Tag waren die Anhänger von Donald Trump nach einer Rede des ehemaligen Präsidenten in Richtung Kapitol marschiert. Dort angekommen verschafften sie sich Zugang zu den Gebäuden und randalierten daraufhin in den Räumen des Senats und des Kongresses. Fünf Menschen starben infolge der Ereignisse. Hunderte weitere wurden verletzt.

Wird die Zeugenaussage Donald Trump noch schwerer belasten?

Eigentlich hatte der Ausschuss, der von sieben Demokraten und zwei Republikanern geleitet wird, vor, seine Anhörungen erst im Juli fortzusetzen. Doch nun hat er mit nur 24 Stunden Vorlauf angekündigt, dass heute (28. Juni) eine wichtige Zeugenvernehmung stattfinden wird. Bei der Zeugin handelt es sich um Cassidy Hutchinson, eine Mitarbeiterin des ehemaligen Stabschefs des Weißen Hauses, Mark Meadows. Sie war damals bei vielen wichtigen Ereignissen und Gesprächen rund um den Kapitol-Sturm anwesend.

Aufgrund ihrer beruflichen Nähe zu Mark Meadows und damit auch zu Donald Trump, gilt Cassidy Hutchinson als eine entscheidende Zeugin bei den Ermittlungen des Untersuchungsausschusses. Sie hatte bereits in vorangegangenen Anhörungen des Ausschusses ausgesagt und unter anderem mehrere republikanische Abgeordnete schwer belastet. Laut Cassidy Hutchinson haben folgende Politiker noch vor dem Kapitol-Sturm für sich oder andere um Begnadigungen gebeten: Scott Perry, Matt Gaetz, Mo Brooks, Andy Biggs, Jim Jordan und Louie Gohmert. (Christian Stör, Johanna Soll, Lukas Zigo, Nail Akkoyun mit dpa/AFP)

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