Selenskyj begeistert mit Kampfgeist

Ukraine-Krieg: Putin „wütend und frustriert“ - CIA-Chef warnt vor „hässlichen“ Wochen

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Russlands Präsident Wladimir Putin. (Archivfoto)
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Der Krieg in der Ukraine tobt weiter, für den CIA-Chef Williams Burns ist klar: Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich verkalkuliert. Nun sei er „wütend und frustriert“.

Moskau/Washington/Kiew - Der Ukraine-Krieg* hält die ganze Welt weiter in Atem, auch am Dienstag setzten sich die Gefechte vor Ort fort. Geht es nach dem CIA-Chef dürften die nächsten Wochen weiter düster bleiben. Der russische Präsident Wladimir Putin sei demnach höchst wahrscheinlich „wütend und frustriert“. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj meldet sich währenddessen erneut mit dramatischen Worten. Mehr zu dem Hintergrund der Ukraine-Krise* hier.

Ukraine-Krieg: CIA-Chef erklärt - Putin ist wütend und frustriert

Der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns, sagt im Ukraine-Krieg düstere Wochen voraus. „Ich glaube, Putin ist im Moment wütend und frustriert“, so Burns am Dienstag bei einer Anhörung im US-Kongress mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Er wird wahrscheinlich noch einen draufsetzen und versuchen, das ukrainische Militär ohne Rücksicht auf zivile Opfer zu zermalmen.“ Die nächsten paar Wochen würden vermutlich „hässlich“, und die Kämpfe in den Städten noch schlimmer als bisher. Bereits jetzt wurden hunderte tote Zivilisten gemeldet, auch Minderjährige fielen den Gefechten zum Opfer.

Eine nachhaltige Lösung für Putin sei nicht in Sicht, sagte der CIA-Chef. Es sei nicht absehbar, wie der Kremlchef in der Ukraine ein Marionettenregime oder eine pro-russische Führung aufrechterhalten könnte, die er gegen den massiven Widerstand der ukrainischen Bevölkerung zu installieren versuche. Für Putin sei der Angriff auf die Ukraine eine Angelegenheit von tiefer persönlicher Überzeugung. „Seit vielen Jahren schwelt in ihm eine explosive Mischung aus Gram und Ambitionen“, sagte Burns. „Er hat ein System geschaffen, in dem sein eigener Beraterkreis immer enger wird. Covid hat diesen Kreis noch enger gemacht. Und es ist ein System, in dem es sich nicht als karrierefördernd erweist, wenn jemand sein Urteil in Frage stellt oder herausfordert.“

Damit nicht genug, argumentiert der Geheimdienst-Chef auch, dass sich Putin bei seiner Entscheidung für einen Angriff auf die Ukraine komplett verkalkuliert habe. Putin habe gedacht, die Ukraine sei schwach und leicht einzuschüchtern. Zum anderen habe Putin wohl vermutet, die Europäer, insbesondere die Franzosen und die Deutschen, seien durch die Wahlen in Frankreich und den Führungswechsel in Deutschland abgelenkt und risikoscheu. „Drittens glaubte er, seine Wirtschaft sanktionssicher gemacht zu haben.“ Außerdem sei der Kremlchef zuversichtlich gewesen, dass er sein Militär modernisiert habe und es in der Lage sei, einen schnellen Sieg zu minimalen Kosten zu erringen. All diese Einschätzungen hätten sich als falsch erwiesen.

Selenskyj beschwört ukrainischen Kampfgeist vor britischem Unterhaus

Währenddessen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut seinen Kampfgeist zur Schau gestellt. Bei seiner Ansprache vor dem britischen Unterhaus am Dienstag hat Selenskyj London um weitere Unterstützung gebeten. Der ukrainische Präsident war dabei per Videotelefonat aus Kiew zugeschaltet. Für die Ukraine gehe es angesichts des russischen Angriffs um die Shakespear‘sche Frage „Sein oder nicht sein“. Er könne nun angesichts des zähen Widerstands seiner Landsleute gegen die russische Armee eine definitive Antwort darauf geben. „Sie lautet definitiv: sein“, sagte Selenskyj.

Die Rede wurde mit großem Applaus von den Abgeordneten aufgenommen. Niemals zuvor habe das Unterhaus einer solchen Ansprache zugehört, sagte der britische Premier Boris Johnson nach Selenskyjs Rede. Man werde die Ukraine mit Waffen und Sanktionen und allen diplomatischen, humanitären und wirtschaftlichen Mitteln unterstützen, um das Vorhaben des russischen Präsidenten Wladimir Putin, das Land zu unterwerfen, scheitern zu lassen, so der britische Premier.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA 

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