Ausstieg aus Politik

Seehofer will sein Leben als Modelleisenbahn bauen – Merkel inklusive

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Nach seinem Rückzug aus der Politik will Seehofer weiter an seiner Modelleisenbahn bauen.
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Bundesinnenminister Horst Seehofer hat bereits Pläne für seinen Ruhestand. Er will weiter an seiner Modelleisenbahn bauen. Mit dabei: Angela Merkel.

Berlin/München - Ein Leben nach der Politik. Für Bundesinnenminister Horst Seehofer* (CSU) bahnt sich der Ruhestand in schnellen Schritten an. Doch wie es scheint, wird der 72-jährige Minister nicht ohne Zeitvertreib bleiben. So will er sich einem großen Hobby, der Modelleisenbahn, verstärkt widmen. Das sagte der CSU-Politiker gegenüber dem Spiegel.

Schon seit vielen Jahren baut Seehofer im Keller seines Ferienhauses im bayerischen Schamhaupten an einer Modelleisenbahn. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein beliebiges Modell, sondern um das Leben von Seehofer. Auf die Frage, warum ihm der Bau dieser Modelleisenbahn so viel Spaß mache, sagte der scheidende Minister: „Früher habe ich immer schon jeden Amiga-Computer aufgeschraubt, weil ich kapieren wollte, wie der funktioniert.“ Heutzutage wüssten die meisten Leute nicht, was eine Platine ist, manche könnten nicht mal einen Fahrradreifen flicken, so Seehofer. „Bei der Eisenbahn haben Sie alles auf einmal: Sie bauen mit Holz. Sie haben mit Elektrik zu tun. Sie können programmieren.“

Der scheidende Bundesinnenminister Horst Seehofer mit seiner Modelleisenbahn im Ferienhauskeller.

Seehofer baut sein Leben nach - auch Merkel ist im Modell

Auch die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt in Seehofers Modell, das den Keller des CSU*-Politikers komplett ausfüllt, vor. So sei neben ihm selbst auch Merkel* – im Maßstab 1:87 – enthalten, berichtete Seehofer dem Politik-Magazin. Insgesamt habe er drei Exemplare der Kanzlerin, so Seehofer.

In entspannten Zeiten stelle er Merkel auf den größten Bahnhof in Bonn. „Dann ist sie die Chefin der Anlage, und ich stehe neben ihr“, bemerkte er. Bonn nimmt im politischen Leben von Seehofer einen wichtigen Platz ein. Hier war er 18 Jahre lang als Bundespolitiker tätig. Bei dem Bahnhof handelt es sich um den Bahnhof Schwarzburg. Dieser stehe für die CSU, deren Parteivorsitzender Seehofer war. Doch in weniger entspannten Zeiten kommt die Kanzlerin nicht auf den Bahnhof, sondern auf die Fensterbank, verriet er dem Spiegel.

Seehofer: „Einfach abschalten geht nicht“

Auf die Frage, ob seine Freizeitbeschäftigung zugleich eine Verarbeitung des politischen Geschehens sei und er einfach abschalten könne, antwortete der CSU-Politiker: „Einfach abschalten geht nicht, sonst macht man Fehler. Ich baue da ja mein Leben nach.“

Außerdem gebe es auch Momente der Verzweiflung, beispielsweise das Suchen nach der Ursache eines Kurzschlusses. Doch trotz allem, so Seehofer, mache ihm sein Freizeitprojekt Spaß: „Es war ja immer mein Ding anstelle des Urlaubs. Ich habe da manchmal gesessen, bis es hell wurde. Man verliert jede Vorstellung von Zeit.“ (bb mit Material von dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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