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Ukraine-Krieg: Heftige Gefechte um Charkiw - schlimme Berichte aus Ostukraine über „zerstörte“ Stadt

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  • Andreas Schmid
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Ein kilometerlanger russischer Militär-Konvoi bewegt sich auf Kiew zu. Charkiw ist erneut Zielscheibe schwerer Angriffe. Der News-Ticker.

  • Im Ukraine-Konflikt* setzt sich die ukrainische Armee heftig gegen Russlands* Truppen zur Wehr.
  • Es gibt Kämpfe um die Großstadt Charkiw (Update vom 28. Februar, 14.10 Uhr). Mehrere Menschen sind offenbar gestorben (Update vom 28. Februar, 23.51 Uhr).
  • Auch in der Region Sumy im Osten der Ukraine* gibt es wohl etliche Tote (Update vom 1. März, 01.11 Uhr). In der Region Kiew ist man in Alarmbereitschaft (Update um 00.03 konUhr und 01.30 Uhr).
  • Laut Satellitenbildern befindet sich ein kilometerlanger russischer Militärkonvoi in der Region Kiew (Update um 02.02 Uhr).
  • Welche Folgen hat Putins Invasion für Bayern? Markus Söder äußert sich hier live zum Urkaine-Krieg.
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Aktuelle Informationen finden Sie in unserem neuen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 1. März, 13.52 Uhr: Angesichts der unsicheren Lage hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj für die Hauptstadt Kiew einen Militärkommandanten eingesetzt. „Vitali Klitschko bleibt Bürgermeister von Kiew, er wird seinen Verantwortungsbereich haben“, sagte das Staatsoberhaupt am Dienstag in einer Videobotschaft. Der 55-jährige General Mykola Schyrnow habe bereits seit 2014 Verteidigungsmaßnahmen organisiert. Nach dem Krieg werde alles wieder rückgängig gemacht. In der Vergangenheit hatte Selenskyj versucht, Klitschko als möglichen Konkurrenten politisch zu schwächen.

Laut Verteidigungsministerium sind nördlich von Kiew russische Truppen in einer Entfernung von 15 bis 20 Kilometer zum Stehen gebracht worden. Auf dem linken Ufer des Flusses Dnipro bewege sich eine kilometerlange Militärkolonne aus Nordosten auf Kiew zu. Es wird eine Belagerung der Hauptstadt mit drei Millionen Einwohnern befürchtet.

Zuvor hatte Selenskyj bereits per Erlass die visafreie Einreise von Ausländern angeordnet, die in einer internationalen Legion die Ukraine verteidigen sollen. Russische Staatsbürger sind dem Dekret zufolge jedoch ausgeschlossen. Vergangenen Donnerstag hat Russland einen Krieg gegen das Nachbarland begonnen.

Update vom 1. März, 11.30 Uhr: Die ukrainische Stadt Charkiw steht weiter unter Beschuss. Wie fr.de berichtet, erklärte Oleg Sinegubow, Gouverneur der Region, am Dienstag in einem Telegram-Video: „Die russischen Besatzer setzen weiterhin schwere Waffen gegen die Zivilbevölkerung ein.“ Er ergänzte: „Heute hat unser Feind heimtückisch damit begonnen, das Stadtzentrum von Charkiw sowie Wohnviertel zu bombardieren.“

Unterdessen ist in der Ostukrainischen Stadt Mariupol die Stromversorgung unterbrochen. Das bestätigte der Gouverneur der Region Donetsk am Dienstag bei Facebook. Sowohl Mariupol, als auch die nahegelegene Stadt Wolnowacha sind demnach weiter unter der Kontrolle der Ukraine - trotz massiver Angriffe. Wolnowacha sei aber weitestgehend „zerstört“. Wolnowacha zählt knapp 22.000 Einwohner.

Ukraine live: Offenbar heftige Explosion in Charkiw – Video zeigt Ausmaß

Update vom 1. März, 10.10 Uhr: Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko dementiert erneut, sich an dem Angriff Russlands auf die Ukraine beteiligen zu wollen. Das sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Belta, wie mehrere Medien berichten.

Update vom 1. März, 10 Uhr: In der ukrainische Stadt Charkiw soll es offenbar eine heftige Explosion gegeben haben. Das ukrainische Außenministerium veröffentlichte ein Video.

Update vom 1. März, 9.15 Uhr: Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hält die Aussagen des russischen Präsidenten Waldimir Putin zu den Atomstreitkräften für relevant, aber nicht unmittelbar besorgniserregend. „Wir nehmen diese Aussage ernst“, sagte Zorn am Montagabend im „heute journal“ des ZDF. „Wir verfolgen natürlich mit unseren Mitteln, was sich da gerade tut.“ Dazu gebe es auch engen Austausch innerhalb der Nato.

„Ich kann aber noch nirgendwo erkennen, dass in irgendeiner Form tatsächlich Alarmierungsmaßnahmen umgesetzt wurden und wir von einer konkreten Bedrohung in der Praxis ausgehen müssen“, betonte Zorn. Putin hatte am Sonntag nach eigenen Worten angeordnet, „die Abschreckungskräfte der russischen Armee in besondere Kampfbereitschaft zu versetzen“. Diese sogenannten Abschreckungskräfte können auch Atomwaffen umfassen.

Ukraine News: Generalinspekteur Zorn sieht eine „konkrete Bedrohung“ durch russische Atomwaffen

Zum Verlauf des Krieges in der Ukraine sagte Zorn, Russland habe bisher offenbar nur etwa ein Drittel der entlang der ukrainischen Grenze stationierten Militärkräfte eingesetzt. Daher würden voraussichtlich bald weitere Angriffswellen folgen. Diese würden „im zivilen Bereich zu entsprechenden Kollateralschäden und Verlusten führen“ .Putin habe „offensichtlich die Verteidigungsbereitschaft der Ukraine„ unterschätzt, sagte Zorn weiter. Das gelte sowohl für das ukrainische Militär als auch für die moralische Unterstützung durch die Zivilbevölkerung.

Zur Frage der atomaren Bedrohung sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Michael Roth (SPD), im TV-Sender Welt, er gehe fest davon aus, dass Putin „diese Option nicht ziehen wird“. Allerdings müsse der russische Präsident grundsätzlich ernst genommen werden .„Für mich ist diese furchtbare Ankündigung eher Indiz dafür, dass er sich komplett verrechnet hat“, sagte Roth. „Und nun greift er zu einem Instrument, um die europäische Gesellschaft zu verunsichern, sie zu ängstigen.“

Ukraine-Krieg: Schwere Gefechte um Charkiw - Kiew erhebt schlimme Vorwürfe gegen Russland

Update vom 1. März, 9 Uhr: In der Stadt Charkiw im Osten der Ukraine hat es nach Angaben aus Kiew erneut schwere russische Angriffe gegeben. Das Außenministerium veröffentlichte am Dienstag bei Twitter ein Video, das einen Raketeneinschlag direkt auf dem zentralen Freiheitsplatz zeigt. Zu sehen ist eine gewaltige Explosion vor dem Verwaltungsgebäude, nachdem dort kurz vor dem Einschlag noch fahrende Autos zu sehen waren.

„Russland führt Krieg unter Verletzung des humanitären Völkerrechts“, twitterte das ukrainische Außenministerium. Es warf dem Nachbarland vor, Zivilisten zu töten und zivile Infrastruktur zu zerstören. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Russland weist den Vorwurf zurück. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Das Ministerium schrieb weiter: „Russlands Hauptziel sind große Städte, die jetzt von seinen Raketen beschossen werden.“

Ukraine-Krieg: Orban will Waffenlieferungen nicht durch Ungarn lassen

Update vom 1. März, 8.40 Uhr: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban will es nicht zulassen, dass Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine über ungarisches Hoheitsgebiet durchgeführt werden. „Wir haben entschieden, dass wir keine derartigen Lieferungen durchlassen“, teilte er in einer Erklärung mit, die die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI am Montagabend veröffentlichte.

Das EU- und Nato-Land Ungarn grenzt im Osten an die Ukraine und weist eine etwa 140 Kilometer lange gemeinsame Grenze auf. Die Entscheidung, keine Waffenlieferungen durch Ungarn passieren zu lassen, begründete Orban damit, dass in der westukrainischen Region Transkarpatien mehr als 100.000 ethnische Ungarn leben. Deren Sicherheit wäre durch derartige Lieferungen gefährdet, hieß es.

Ukraine meldet 70 getötete Soldaten nach Angriff im Osten des Landes

Update vom 1. März, 8.30 Uhr: In der ostukrainischen Region Sumy sollen nach Angaben aus Kiew 70 Soldaten der ukrainischen Armee bei einem Angriff durch Mehrfachraketenwerfer getötet worden sein. Wie das ukrainische Parlament am Dienstag auf Twitter mitteilte, war eine Armeeeinheit in der Kleinstadt Ochtyrka von russischen Kräften beschossen worden. Ochtyrka liegt zwischen den Städten Charkiw im Osten des Landes und der Hauptstadt Kiew. Das ukrainische Parlament zitierte in seinem Tweet den Chef der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj. Dieser teilte auf seinem Telegram-Kanal Bilder eines ausgebrannten vierstöckigen Gebäudes und von Rettungskräften im Einsatz.

Ukraine live: Russland verlegt angeblich Ost-Truppen näher an Europa heran

Update vom 1. März, 7.35 Uhr: Einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zufolge, verlegt Russland seine Truppen aus dem Osten des Landes näher an Europa. Das berichtet ntv. Die Truppen würden Übungen in der Provinz Astrachan im Südwesten an der Grenze des asiatischen und des europäischen Teils des Landes abhalten, zitiert Interfax das zuständige Militärkommando.

Update vom 1. März, 7.20 Uhr: Die in der Ukraine kämpfenden russischen Soldaten sollen nach dem Willen des Verteidigungsministeriums in Moskau als Veteranen gelten. Die Staatsagentur Tass zitierte am Dienstag aus einem entsprechenden Gesetzentwurf. Die Militärs können dann etwa mehr Rente und Gutscheine für eine Rehabilitation bekommen. Sie hätten zudem Urlaubsvorteile und könnten zum Beispiel einfacher Prothesen bei Kriegswunden erhalten. Das Verteidigungsministerium schätzt dem Bericht zufolge die Kosten für das laufende Jahr auf umgerechnet fast 43 Millionen Euro. Die Führung in Moskau bezeichnet den Krieg gegen die Ukraine als „Sonder-Militäroperation“.

Ukraine-Konflikt: Belarussische Truppen sollen sich in Richtung ukrainischer Grenze bewegen

Update vom 1. März, 7.15 Uhr: Wie das Greifswalder Katapult Magazin mit Verweis auf den ukrainischen Generalstab berichtet, sind belarussische Militär-Einheiten auf dem Weg Richtung ukrainische Grenze in der Region Wolhynien. Die Informationen zu Truppenbewegungen stammen vom ukrainischen Armee und können aktuell nicht verifiziert werden.

Update vom 1. März. 6.50 Uhr: Ein mehr als 60 Kilometer langer Militärkonvoi soll auf Kiew zuhalten. Das teilte US-Satellitenbildunternehmen Maxar Technologies am Montagabend laut der Nachrichtenagentur AFP mit.

Update vom 1. März, 6.30 Uhr: Sowohl ukrainische als auch russische Truppen melden Verluste auf der Seite der Gegner. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, ihre Truppen hätten sich weitere 16 Kilometer in der ostukrainischen Region Luhansk in Richtung des Landesinneren bewegt. Das berichtet unter anderem ntv. Die ukrainische Armee vermeldet währenddessen, dass seit Kriegsausbruch 5000 russische Soldaten getötet und 191 Panzer zerstört wurden.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Armee soll mehrere russische Kampfflugzeuge abgeschossen haben

Update vom 1. März, 05.27 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben mehrere russische Kampfflugzeuge abgeschossen. Insgesamt seien bei Luftangriffen am Montag fünf russische Kampfflugzeuge und ein Hubschrauber abgeschossen worden, wie die Online-Zeitung Ukrainska Pravda am Dienstag unter Berufung auf das ukrainische Verteidigungsministerium schrieb. Auch die ukrainische Luftwaffe meldete diese Zahlen. Die Informationen ließen sich jedoch nicht unabhängig prüfen.

Die Abschüsse auf die Kampfflugzeuge seien während der Luftangriffe auf Wassylkiw und Browary im Kiewer Umland erfolgt, hieß es. Auch ein Marschflugkörper und ein Hubschrauber seien in der Nähe von Kiew abgeschossen worden.

Darüber hinaus sollen ukrainische Kampfflugzeuge am Montag Raketen und Bomben auf russische Panzer und Truppen bei Kiew und in der Nähe der Großstadt Schytomyr abgefeuert haben. Auch in der nördlichen Region Tschernihiw und in der Nähe der inzwischen von Russland kontrollierten südukrainischen Stadt Berdjansk seien Bomben abgeworfen worden.

Ukraine-Konflikt: Brisantes Geheimpapier - USA befürchten offenbar zweite russische Truppenwelle

Update vom 1. März, 04.20 Uhr: Russische Truppen stoßen in der Ukraine auf Gegenwehr. Zwei US-Beamte warnen nun aber offenbar vor einer zweiten russischen Soldatenwelle. Wie der US-Sender CNN berichtet, haben Beamte der US-Regierung in einem geheimen Briefing folgendes Szenario beschrieben: Ein Hochfahren russischer Truppen könnte den ukrainischen Widerstand brechen. Die nicht namentlich genannten Beamten sagten laut CNN auch, dass Russland wahrscheinlich die ukrainische Hauptstadt Kiew belagern werde.

Die Biden-Regierung sei aber dennoch optimistisch, dass durch die Einigkeit des Westens der Konflikt gelöst werden könne. Der russische Angriff auf die Ukraine habe zu einem Schulterschluss innerhalb der Nato und anderer westlicher Verbündeter geführt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, nannte den russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag „einen der größten Einiger der Nato in der modernen Geschichte“.

Ukraine-Konflikt: Nach wie vor Angriffe in Charkiw und Kiew

Update vom 1. März, 02.52 Uhr: Die Angriffe Russlands auf das ostukrainische Charkiw und die Hauptstadt Kiew dauern an. Nach Aussagen von Charkiws Bürgermeister, Ihor Terechow, sprenge das russische Militär dort Umspannwerke, wie die Agentur Ukrinform schrieb. Dadurch soll es zu Problemen bei der Strom- und Wasserversorgung kommen. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

Die russischen Truppenbewegungen auf die Hauptstadt Kiew sollen ebenfalls weitergehen. Die Lage bleibe angespannt, schreibt der ukrainische Generalstab auf seiner Facebook-Seite. In der südukrainischen Stadt Cherson soll nach Angaben des staatlichen Informationsdiensts der Ukraine ebenfalls ein Angriff begonnen haben.

Ukraine-Konflikt: 65 Kilometer langer Russen-Konvoi vor Kiew

Update vom 1. März, 02.02 Uhr: In der Region Kiew befinden sich nach wie vor russische Truppen. Auf die ukrainische Hauptstadt steuert ein russischer Militärkonvoi zu. Wie der US-Sender CNN mit Verweis auf Satellitenbilder berichtet, sei er 40 Meilen lang. Das sind knapp 65 Kilometer. Der Militärkonvoi bestehe aus gepanzerten Fahrzeugen, Panzern und gezogener Artillerie. Aktueller Standort des Konvois: Vom Flughafen Hostomel im Nordwesten Kiews bis zum Dorf Prybirsk, das zwischen Kiew und Tschernobyl liegt. Das Weiße Haus äußerte sich „besorgt“ über diese Entwicklung im Ukraine-Konflikt. Der Konvoi sei länger als erwartet.

Update vom 1. März, 01.34 Uhr: Die Region Kiew bleibt ein Brennpunkt im Ukraine-Konflikt. In Kiew heulen nach wie vor die Luftschutzsirenen. Auch in der Stadt Bila Zerkwa wurde soeben der Fliegerarlam ausgelöst. Die Menschen vor Ort sollen sich umgehend in Sicherheit bringen, schreibt der Kyiv Independet. Zuvor gab es in der 200.000-Einwohner-Stadt bereits einen Raketenangriff (siehe Update um 00.03 Uhr).

Update vom 1. März, 01.11 Uhr: Bei einem Angriff in der Region Sumy im Nordosten der Ukraine soll es zu großen Verlusten auf beiden Seiten gekommen sein. Das ukrainische Anti-Korruptions-Portal Antikor schrieb am frühen Dienstagmorgen von wohl 70 Toten auf ukrainischer Seite und einer großen Zahl von Opfern auf russischer Seite. Russische Artillerie habe eine Militäreinheit getroffen. Unter dem Trümmern würden Leichen geborgen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Nach Angaben der Agentur Unian will die ukrainische Armee in der Region Sumy rund 100 russische Militärfahrzeuge zerstört haben.

Ukraine-Konflikt: Selenskyj spricht in Video von Völkermord - und fordert Sanktionen

Update vom 1. März, 00.48 Uhr: Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskij hat sich in einer Videobotschaft gemeldet. In einem auf Facebook veröffentlichten Clip sagte er, er gehe davon aus, dass Kiew das Hauptziel der russischen Armee ist. „Für den Feind ist Kiew ein wichtiges Ziel. Deshalb ist die Hauptstadt ständig bedroht.“ Russland schicke Saboteure in die Hauptstadt. „Wir werden sie alle entwaffnen“, fügte Selenskyj hinzu. Den Beschuss der ostukrainischen Stadt Charkiw (siehe Update 28. Februar, 23.51 Uhr) bezeichnete Selenskyj als Kriegsverbrechen. „Es wird definitiv ein Tribunal für dieses Verbrechen geben. Ein internationales. Das ist ein Verstoß gegen alle Konventionen.“

Außerdem forderte er weitere Sanktionen gegen Russland wie den Ausschluss Russlands aus dem UN-Sicherheitsrat oder eine vollständige Sperrung des Luftraums für russische Raketen, Flugzeuge und Hubschrauber.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine.

Ukraine-Konflikt: Neue Zahlen zu getöteten Zivilisten

Update vom 1. März, 00.12 Uhr: Im Ukraine-Konflikt sind nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mehr als 100 Zivilisten getötet worden. Zudem seien mehr als 300 Unbeteiligte verletzt worden. Unter den Todesopfern seien auch mindestens sieben Kinder. „Die meisten dieser Opfer wurden durch den Einsatz von explosiven Waffen mit einem großen Aufprallbereich verursacht, einschließlich Beschuss durch schwere Artillerie, Raketenwerfer und Luftangriffe“, hieß es. Nach ukrainischen Angaben wurden bereits mehr als 350 Zivilisten infolge der Kämpfe getötet.

Russland weist den Vorwurf, es greife zivile Einrichtungen an, zurück. UN-Generalsekretär António Guterres hatte Attacken auf Unbeteiligte als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet. Die Ukraine warf Moskau vor dem UN-Sicherheitsrat Kriegsverbrechen vor.

Ukraine-Konflikt: Raketenangriff auf Region Kiew

Update vom 1. März, 00.03 Uhr: In der Nähe von Kiew gab es offenbar einen Raketenangriff. Ein Wohnheim sowie zwei fünfstöckige Wohnhäuser seien am Montagabend in den Städten Wasylkiw, Bila Zerkwa im Südwesten Kiews sowie in der Siedlung Kalyniwka in Nordwesten der Stadt zerstört worden, wie die Ukrainska Pravda berichtet. Die Online-Zeitung berief sich auf das ukrainische Innenministerium. Die Informationen ließen sich nicht unabhängig prüfen.

Zerstörtes Kriegsequipment in der Region Kiew.

Ukraine-Konflikt: Russische Armee „hinter dem Zeitplan”

Update vom 28. Februar, 22.19 Uhr: Ob Russlands Angriff auf die Ukraine aus militärischer Sicht bisher ein Erfolg ist oder nicht, darüber gehen die Meinungen nach wie vor auseinander. Die Ukraine hebt immer wieder russische Rückschläge hervor, der Kreml hält sich bedeckt und spielt stattdessen auf atomare Unheilsbringer an*. Der Westen interpretiert Putins bisherige Gebärden oftmals als Offenbarung russischer Militärschwäche*. Auch die US-Regierung geht davon aus, dass Russland bei seinem Angriff auf die Ukraine „hinter dem Zeitplan zurückliegt“ – warnt aber trotzdem.

Die russischen Soldaten seien auf Widerstand gestoßen, mit dem sie nicht gerechnet hätten, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Montag. „Wir glauben, dass sie ein paar Tage hinter dem zurückliegen, was sie erwartet haben.“ Allerdings sei es gefährlich, da etwas hineinzuinterpretieren oder etwas zu prognostizieren, warnte Kirby. Er sagte außerdem, dass die US-Regierung aktuell keine Bedrohung für Nato-Alliierte durch die russische Armee sehe.

Kirby bekräftigte, dass eine diplomatische Lösung weiterhin möglich sei, wenn Russlands Präsident Wladimir Putin das wolle. „Es gibt nichts anderes als vielleicht seine eigene Sturheit, die Herrn Putin davon abhält, hier das Richtige zu tun.“ Es sehe danach aus, als wolle Putin diesen Weg nicht wählen, so Kirby. Er übe Gewalt gegen einen Nachbarstaat aus, „der für ihn keine Bedrohung darstellt“.

Ukraine-Krieg: Mehrere Explosionen trotz Friedensverhandlung am Montag - Opferzahlen weiter unklar

Update vom 28. Februar, 21.46 Uhr: Wie geht es nach der ersten Friedensverhandlung im Ukraine-Konflikt weiter? Ungeachtet der diplomatischen Gespräche hat Russland weiter Ziele in der Ukraine angegriffen. Am Montagabend in der Hauptstadt Kiew und in Charkiw mehrere Explosionen. Ein Kreml-Experte zeichnet zwei bittere Zukunftsszenarien im Ukraine-Krieg und erklärt Putins Motivation hinter der Invasion.*

Für die Berichte von den Schauplätzen der Gefechte und Kämpfe sowie über die Zahl der Opfer auf beiden Seiten gab es auch am Montag keine unabhängige Bestätigung. Das ukrainische Gesundheitsministerium berichtete von 352 getöteten Zivilisten, mindestens 2040 Zivilisten seien verletzt worden. Selenskyj hatte am Freitag von 137 toten Soldaten gesprochen, sich seitdem aber nicht mehr dazu geäußert. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs starben seit Beginn des Krieges 4500 russische Soldaten. Russland räumte Verluste ein, nannte aber keine Zahlen.

Ukrainische Soldaten von der Schlangeninsel in russischer Gefangenschaft

Update vom 28. Februar, 19.49 Uhr: Die ukrainischen Soldaten von der Schlangeninsel im Schwarzen Meer sind Angaben aus Kiew zufolge in russischer Gefangenschaft. „Wir sind sehr froh zu erfahren, dass unsere Mitstreiter leben und alles mit ihnen gut ist“, teilte die ukrainische Flotte am Montag per Facebook mit.

Am Samstag war die Verbindung zu den Soldaten auf der Insel verloren gegangen. Kiew war vom Tod aller 13 Ukrainer ausgegangen. Das russische Militär zeigte später jedoch Bilder der Gefangenen nach ihrer Ankunft in Sewastopol auf der Halbinsel Krim. Die Soldaten hätten sich ergeben, nachdem die Munition ausgegangen sei. Russland habe dabei die komplette Infrastruktur der Insel vor dem Donaudelta zerstört, heißt es aus Kiew.

Ukraine-Konflikt: Kurz nach Ende der Friedensverhandlungen erschüttern zwei Explosionen Kiew

Update vom 28. Februar, 18.16 Uhr: Kurz nach Ende einer ersten Runde von Friedensverhandlungen zwischen Russen und Ukrainern hat es in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Medienberichten zufolge mindestens zwei große Explosionen gegeben. Aus Charkiw meldeten die Nachrichtenagentur Unian und andere Medien mindestens drei Einschläge. Auch in anderen Gebietshauptstädten wurde Luftalarm ausgelöst. Unian veröffentlichte zudem ein Video, das einen großen Feuerball am Abendhimmel von Kiew zeigt.

Ukraine: Blick auf durch den Beschuss der russischen Armee zerstörte Häuser in Butscha kurz vor Kiew.

Ukraine-Krieg: UN-Generalsekretär Guterres äußert sich deutlich - Polen sieht „humanitäre Krise“

Update vom 28. Februar, 17.28 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat Russlands Kriegsführung in der Ukraine scharf verurteilt. „Obwohl russische Angriffe Berichten zufolge größtenteils auf ukrainische Militäreinrichtungen abzielen, haben wir glaubwürdige Berichte über Wohngebäude, kritische zivile Infrastruktur und andere nicht militärische Ziele, die schwere Schäden erlitten haben“, sagte Guterres am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung der UN-Vollversammlung in New York. „Diese eskalierende Gewalt, die zum Tod von Zivilisten, einschließlich Kindern, führt, ist völlig inakzeptabel. Genug ist genug.“

Bei einem Telefonat mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Wladimir Putin zugesagt, sich für ein Ende von Angriffen auf Zivilisten „zu engagieren“ - und damit wohl auch indirekt derartige Übergriffe bestätigt. Aus dem Kreml hieß es aber zugleich, dass die russische Armee nicht bedrohe. Ukrainische Nationalisten nutzten vielmehr Bürger als menschliche Schutzschilder. Putin stellte zugleich drei Forderungen für ein Ende der Invasion im Nachbarland.

Polen sieht unterdessen bereits eine humanitäre Krise in der Ukraine. „Diese Berichte von Bomben und Raketen, die auf zivile Objekte und sogar auf Kindergärten und Schulen fallen, führen dazu, dass (...) wir immer mehr Flüchtlinge an der polnisch-ukrainischen Grenze haben“, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki.

Update vom 28. Februar, 16.55 Uhr: Wladimir Putin hat am Wochenende indirekt auch mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Doch was bedeutet die nukleare „Alarmbereitschaft“ Russlands in der Praxis und wie groß ist das Risiko eines Atomkriegs? Ein Experte hat im Interview mit Merkur.de diese Fragen beantwortet (siehe Link).

Ukraine-Krieg: Selenskyj macht russischen Soldaten ein Angebot - Bundeswehr verstärkt Präsenz im Osten

Update vom 28. Februar, 15.38 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* hat gefangengenommenen russischen Soldaten ein Angebot unterbreitet: Er versprach ihnen die Freiheit - sofern sie für die Ukraine kämpfen. An alle anderen Soldaten des Angreifers richtete Selenskyj einen Appell: „Rettet eure Leben und geht heim!“, sagte der Präsident in einer auf Facebook geteilten Ansprache, wie fr.de* berichtet.

Unterdessen verstärkt die Bundeswehr ihre Präsenz in Osteuropa. Außenministerin Annalena Baerbock wandte sich mit einem Appell an die Weltgemeinschaft.

Ukraine-Krieg: Russische Truppen auf dem Weg Richtung Kiew - Ukraine bremst Vormarsch noch

Update vom 28. Februar, 14.47 Uhr: Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums befindet sich das Gros der russischen Truppen aktuell 30 Kilometer nördlich von Kiew. Das Vorrücken werde aber durch harten ukrainischen Widerstand am Flugfeld Hostomel verlangsamt, hieß es laut dem US-Sender CNN aus dem Ministerium. Trotz mehrerer - teils unbestätigter Erfolgsmeldungen - der ukrainischen Armee könne das Land die Gegenwehr wohl nicht endlos aufrechterhalten, berichtete der Kanal unter Berufung auf „westliche Militäreinschätzungen“.

Am Sonntag hatten Satellitenaufnahmen auch einen mehrere Kilometer langen Militärkonvoi auf dem Weg Richtung Kiew gezeigt. Bürgermeister Vitali Klitschko dementierte allerdings, dass die Hauptstadt bereits eingekreist sei.

In Kiew und anderen ukrainischen Städten sollen zentrale Verteilungspunkte für Lebensmittel eingerichtet werden. Daran arbeite man zusammen mit dem Wirtschaftsministerium, teilte das ukrainische Ministerium für Infrastruktur mit. Es gebe allerdings noch Probleme mit der Logistik, wie die Agentur Ukrinform am frühen Montagmorgen berichtet. Das Ministerium schrieb, alle Ausgangs- und Zufahrtsstraßen würden von der Ukraine kontrolliert. Das ließ sich nicht unabhängig prüfen. Es werde außerdem an der Einrichtung sogenannter grüner Korridore gearbeitet, die nach Angaben des Ministeriums den Warenverkehr sicherstellen sollen.

Ukraine-Konflikt: Heftige Kämpfe um Charkiw - „Die ganze Welt sollte diesen Horror sehen“

Update vom 28. Februar, 14.10 Uhr: In der zweitgrößten Stadt der Ukraine, Charkiw, ist es am Montag zu heftigen Angriffen gekommen. Der Berater des Innenministers, Anton Heraschtschenko, veröffentlichte am Mittag ein Video, das mehrere Raketeneinschläge in einem Wohngebiet zeigte. Rauch stieg auf. „Die ganze Welt sollte diesen Horror sehen“, schrieb er. Es gebe Dutzende Tote und Hunderte Verletzte. Russland dagegen behauptete, die ukrainischen „Nationalisten“ würden die von russischen Truppen umstellten Städte selber beschießen. Aus der Stadt Ochtyrka im Nordosten des Landes soll ein Video stammen, das einen brennenden Öltank zeigt. Veröffentlicht wurde es der Agentur Unian zufolge vom Bürgermeister.

Ukraine-Konflikt: Präsident Wolodymyr Selenskyj pocht auf EU-Beitritt – Kommission dämpft Hoffnung

Update vom 28. Februar. 13.10 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj pocht angesichts des russischen Angriffskriegs auf einen EU-Beitritt seines Landes. „Wir wenden uns an die EU zur unverzüglichen Aufnahme der Ukraine nach einer neuen speziellen Prozedur“, sagte Selenskyj am Montag. Brüssel rechnet nun mit der Notwendigkeit einer schnellen Reaktion - ein Sprecher relativierte allerdings pikanterweise Äußerungen von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Update vom 28. Februar, 12.42 Uhr: Die UN hat am Montag Daten zu getöteten und verletzten Zivilisten im laufenden Ukraine-Krieg herausgegeben. Diesen zufolge kamen 102 Menschen ums Leben, darunter sieben Kinder, 304 wurden verletzt. 422.000 Menschen seien aus dem Land geflohen.

Das ukrainische Innenministerium hatte am Sonntagabend von 352 im Zuge der russischen Invasion getöteten Zivilisten gesprochen, 14 davon Kinder. 1684 Menschen seien verletzt worden. Diese Angaben sind nicht verifizierbar. Auch die Vereinten Nationen gehen aber von einer deutliche über ihre Zahlen hinausgehenden Dunkelziffer aus.

Auch neue Zahlen zu Festnahmen bei Anti-Kriegsprotesten in Russland sind publik: Nach Angaben der unabhängigen Webseite owd-Info sind bis Sonntag 5942 Menschen in Gewahrsam genommen worden.

Ukraine-Krieg: Russlands Invasion ausgebremst? Putin-Sprecher Peskow verweigert Kommentar

Update vom 28. Februar, 11.58 Uhr: Russland hat sich am Montagmorgen bemerkenswerterweise nicht zum aktuellen Fortschritt seiner Invasion in der Ukraine geäußert - Kreml-Sprecher Dmitri Peskow verweigerte in einer Pressekonferenz eine Auskunft, wie der US-Sender CNN berichtet. „Ich denke, es ist nicht die Zeit, um die Ergebnisse der Operation zusammenzufassen, wir müssen auf die Beendigung der Operation warten“, habe Peskow gesagt. Russland spricht bei der Invasion nicht von einem Krieg, sondern von einer „militärischen Spezialoperation“.

Ukraine-Konflikt: Video aus der Südukraine zeigen Widerstand - Bürgermeister stellt sich Panzern entgegen

Update vom 28. Februar, 11.50 Uhr: Mehrere Dutzend Menschen aus der ukrainischen Kleinstadt Dniprorudne im Süden des Landes haben sich offenbar unbewaffnet einer russischen Militärkolonne mit Panzern entgegengestellt. Das zeigen aktuelle Aufnahmen vom Rand von Dniprorudne, sie kursieren seit Sonntag in den sozialen Netzwerken.

Zu sehen ist darin der Bürgermeister der Stadt, Jewhenij Matwjejew, der nach vorne läuft und mit den Fahrern des vordersten Panzers spricht. Die Männer im Hintergrund rufen „Geht nach Hause!“ oder „Wir lassen Euch nicht durch!“. Andere rufen „Held!“ in Richtung Matwjejews. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Bürgermeister drehen die Panzer um. Ein Mann, der das Geschehen filmt, sagt halb lachend: „Der Matwjejew verjagt die Panzer, was sonst“.

Update vom 28. Februar, 10.30 Uhr: Der Vormarsch der russischen Armee auf Kiew ist offenbar ins Stocken geraten. Wie die Bild mit Verweis auf ukrainische Angaben berichtet, sind 100 russische Fahrzeuge zerstört worden – mit britischen Panzerabwehrraketen. Auch der Versuch, die Autobahnen nach Kiew abzuschneiden und die Hauptstadt so zu umzingeln, sei demnach gescheitert. Die aus Belarus herannahende Kolonne sei bei der Stadt Makariw, ungefähr 50 Kilometer entfernt von Kiew, gestoppt worden, so die Zeitung. Ukrainische Streitkräfte twitterten: „Für viele Besatzer war die heutige Nacht bei Makarov die letzte!“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky* habe am Sonntag mit dem britischen Premier Boris Johnson telefoniert, berichtet die Bild weiter. Dabei habe er gesagt, dass die nächsten 24 Stunden „entscheidend“ für die Ukraine sein werden.

Johnson sieht hinter der indirekten russischen Drohung mit Nuklearwaffen ein Ablenkungsmanöver von den Schwierigkeiten, mit denen das russische Militär beim Einmarsch in die Ukraine zu kämpfen hat. Putins Truppen träfen auf mehr Widerstand, als dieser erwartet habe, sagte Johnson am Sonntagabend und fügte hinzu: „Das ist ein desaströses, missratenes Unternehmen.“ Auch nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums wird der Vormarsch der Russen von heftiger Gegenwehr der Ukrainer gebremst.

Ukrainische Soldaten patrouillieren, nicht weit von brennenden Militärfahrzeugen entfernt. Russische Truppen haben den erwarteten Angriff auf die Ukraine gestartet und drangen in die Hauptstadt vor.

Ukraine-Konflikt: Russlands Kiew-Sturm trifft auf „erbitterten Widerstand“ - wohl Luftraum-Triumph für Putin

Erstmeldung vom 28. Februar, 10.00 Uhr: Kiew/Moskau/München - Der Ukraine-Konflikt* geht weiter. Wladimir Putins* Truppen versuchen seit Montagfrüh (28. Februar) offenbar erneut, Kiew zu erobern* - bislang allerdings scheinbar erfolglos. Im Norden der ukrainischen Hauptstadt versuchte die russische Armee laut Angaben des ukrainischen Militärs, den Fluss Irpin mit einer Pontonbrücke zu überqueren. Ein weiterer Versuch, die knapp 30 Kilometer von Kiew entfernte Stadt Irpin zu erobern, sei gescheitert. Zuvor hatte es vonseiten der ukrainischen Streitkräfte noch geheißen, die russischen Truppen hätten ihren Vormarsch in Richtung Kiew gestoppt. Der Berater des Leiters des Büros des ukrainischen Präsidenten, Olexij Arestowitsch, sagte, die ukrainische Armee wehre sich mit Boden- und Lufttruppen gegen den russischen Aggressor.

In Kiew selbst blieb es laut einer Mitteilung des Stadtrats in der vergangenen Nacht relativ ruhig. Es habe aber „einige Scharmützel und Kämpfe mit Sabotage- und Aufklärungsgruppen“ gegeben; nach einem Bericht des staatlichen Informationsdienstes der Ukraine* kam es in Kiew außerdem zu mehreren Explosionen. Die Stadt sei „mit den Vorbereitungen für ihre Verteidigung beschäftigt“, so der Stadtrat. In den Straßen von Kiew seien „Befestigungen, Panzerfallen und andere Verteidigungsanlagen“ errichtet worden. Da überall in der Stadt Straßenkämpfe stattfänden, solle die Bevölkerung ihre Häuser nur verlassen, um lebensnotwendige Dinge wie Lebensmittel und Medikamente zu kaufen.

Ukraine-Konflikt: USA meldet „erbitterten Widerstand“ der Ukraine

Die russische Seite erklärte, die Bürger von Kiew dürften die Stadt „frei“ über die Autobahn Kiew-Wassylkiw im Südwesten verlassen. Das sagte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums am Montag. Er warf den ukrainischen Truppen vor, Zivilisten als „menschliche Schutzschilde“ zu nutzen.

Das ukrainische Militär hat unterdessen eine Verlangsamung des russischen Vormarschs in der Ukraine* gemeldet. „Die russischen Besatzer haben das Tempo der Offensive verringert, versuchen aber immer noch, in einigen Gebieten Erfolge zu erzielen“, teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte am Montag mit. Auch die USA teilen diese Ansicht: „Die Ukrainer leisten erbitterten Widerstand“, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Ministeriums am Sonntag (Ortszeit) in einem Briefing für Journalisten. „Das ist heldenhaft, das ist inspirierend, und das ist für die Welt sehr deutlich zu sehen.“ Man beobachte zudem „Treibstoff- und Logistikengpässe“ der russischen Truppen, hieß es.

Ukraine-Konflikt: Russland unter Putin bringt angeblich Luftraum der Ukraine unter Kontrolle

Die russische Armee hat eigenen Angaben zufolge allerdings den ukrainischen Luftraum unter ihre Kontrolle gebracht. „Die russische Luftfahrt hat die Lufthoheit über dem gesamten Territorium der Ukraine erlangt“, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, in einer Erklärung, aus der CNN zitiert. Eine unabhängige Bestätigung für diese Behauptung gibt es nicht.

Im Süden der Ukraine hat die russische Armee laut eigenen Angaben außerdem im Ukraine-Konflikt das größte Kernkraftwerk der Welt eingenommen. Von der Ukraine wurde dies allerdings zunächst noch nicht bestätigt. Das Personal kontrolliere und warte die Anlage in Saporischschja weiter, sagte Igor Konaschenkow, Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, am Montag. Das staatliche ukrainische Unternehmen Energoatom teilte mit, alle Atomkraftwerke arbeiteten im Normalmodus weiter. Laut russischen Angaben gibt es keine erhöhte Strahlung rund um das AKW. Zuvor hatte das russische Militär schon die Sperrzone um den Unfallreaktor Tschernobyl nördlich von Kiew erobert. Dabei wurde radioaktiv belastete Erde aufgewirbelt, was zu leicht erhöhten Strahlenmesswerten führte.

Ukraine-Konflikt: Kiew und andere Städte Ziel von Putins Russland

Von der Krim aus sollen viele Bomber und Jagdflugzeuge Richtung Ukraine gestartet sein. Neben Kiew sollen auch die Städte Mykolajiw und Cherson im Süden sowie Charkiw im Osten zu den Zielen gehören, wie die ukrainische Agentur Unian meldete. Eine Rakete soll ein Wohnhaus der ukrainischen Großstadt Tschernihiw unweit der Grenze zu Belarus getroffen haben. Dadurch sei ein Feuer ausgebrochen, wie der staatliche Informationsdienst der Ukraine am Morgen auf Telegram schrieb. Die Informationen lassen sich nicht unabhängig prüfen. *Merkur.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Pavel Dorogoy/AP/dpa

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