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Ukraine-Konflikt: Gefechte dauern an, Sechsjähriger getötet – Öldepot bei Kiew in Flammen

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  • Magdalena Fürthauer
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    Jennifer Lanzinger

Die Lage in Kiew und der Ukraine bleibt weiterhin angespannt. Russland hat nun angekündigt, den Krieg auszuweiten. Der News-Ticker zum Ukraine-Konflikt.

  • Der Russland-Ukraine-Konflikt* dauert an. Die Lage in Kiew bleibt auch am Samstag unübersichtlich.
  • Russland hat angeordnet, die Militäroffensive in der Ukraine auszuweiten. Ein Damm auf der Krim dürfte bereits gesprengt worden sein (siehe Update um 18.24 Uhr).
  • Die EU plant offenbar die Sperrung des Luftraums für russische Flugzeuge (siehe Update um 21:45 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Alle Informationen zum Ukraine-Krieg finden Sie auf unserer Themenseite zum Ukraine-Konflikt*. Den aktuellen News-Ticker zur Lage in der Ukraine finden Sie hier.

Update vom 27. Februar, 5:59 Uhr: Ein Treibstoffdepot in einem Vorort südwestlich von Kiew ist von mehreren Raketen getroffen und in Brand gesetzt worden. Das berichten laut dpa ukrainische Einheiten. Wegen der anhaltenden Kämpfe konnten Feuerwehren nicht zum Löschen vorrücken. Der Feuerschein war nach Berichten von Augenzeugen am nächtlichen Himmel über Kiew sichtbar.

Russische und ukrainische Einheiten haben sich am frühen Sonntagmorgen erbitterte Gefechte um den Flughafen Vasilkovo bei Kiew geliefert. Diese Angaben ließen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.

Ukraine-Konflikt: Erneut zivile Opfer - unter ihnen ein Sechsjähriger

Update vom 27. Februar, 04:34 Uhr: Im Zuge der russischen Angriffe in der Ukraine ist es in der Nacht zu Sonntag zu weiteren zivilen Todesopfern bekommen. Wie CNN berichtet, sei ein sechsjähriger Junge bei Schüssen in einem westlichen Bezirk der ukrainischen Hauptstadt Kiew getötet worden. Weitere Personen wurden verletzt, bestätigte ein örtliches Krankenhaus gegenüber dem US-Sender.

Ein ukrainischer Soldat in Kiew.

Ukraine-Konflikt: sechsjähriger Junge bei Gefechten getötet

Bei Gefechten in der Stadt Charkiw wurde ein neunstöckiges Wohnhaus getroffen, wobei eine Frau ihr Leben verloren hat. Nach Angaben des staatlichen Rettungsdienstes wurde das Gebäude stark beschädigt und etwa 80 Menschen gerettet. Die meisten hatten sich im Keller versteckt.

Update vom 27. Februar, 04:17 Uhr: Bei ihrem Vormarsch in der Ukraine stoßen die russischen Streitkräfte auf mehr Widerstand als erwartet. „Wir haben Anzeichen dafür, dass die Russen zunehmen frustriert sind, weil sie in den letzten 24 Stunden, insbesondere in den nördlichen Teilen der Ukraine, nicht vorankommen“, sagte ein Pentagon-Vertreter am Samstag.

Ukraine-Krieg: Widerstand größer als von den Russen erwartet

„Nach unseren Beobachtungen ist der Widerstand größer als von den Russen erwartet“, sagte der Beamte. „Die ukrainische Luftabwehr, einschließlich der Flugzeuge, ist weiterhin einsatzbereit und greift russische Flugzeuge an verschiedenen Stellen des Landes an und verweigert ihnen den Zugang.“

Bei ihrem Vorstoß im Süden von der Krim und vom Schwarzen Meer aus waren die russischen Streitkräfte demnach bislang erfolgreicher. „Aber im Norden gibt es den härtesten Widerstand. In und um Charkiw sowie nördlich von Kiew wird immer noch heftig gekämpft“, sagte der US-Beamte.

Ukraine-Krieg: Lager mit radioaktiven Abfällen in der Hauptstadt Kiew getroffen

Update vom 27. Februar, 03:24 Uhr: Nach Medienberichten ist im Verlauf der Nacht zum Sonntag ein Lager mit radioaktiven Abfällen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew getroffen worden. Die Deponie, eine Zweigstelle des Unternehmens Radon Union, sei von mehreren russischen Granaten getroffen worden, berichtete unter anderem der Sender „Kanal 24“. Nach ersten Messungen bestehe „keine Bedrohung für die Bevölkerung außerhalb der Schutzzone“, hieß es. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen. Das 1960 gegründete Unternehmen hat mehrere Filialen in der Ukraine. Hauptaufgabe ist die Entsorgung verschiedener Arten radioaktiver Abfälle.

Update vom 27. Februar, 02:27 Uhr: Nach heftigen Kämpfen in der ukrainischen Stadt Charkiw ist am frühen Sonntagmorgen eine Gasleitung nach einer Explosion in Flammen aufgegangen. Wie die Agentur Unian berichtet, haben russische Streitkräfte die Leitung in die Luft gejagt.

+++ Ludwig Mailinger saß über Jahrzehnte in Verhandlungsrunden mit Vertretern Russlands und der USA in einem Raum. Hier ein Exklusiv-Interview mit ihm: Kreml-Experte zeichnet zwei bittere Zukunftsszenarien im Ukraine-Krieg - und erklärt Putins Motivation

Ukraine-Konflikt: Gasleitung nach Explosion in Flammen

Zu dem Video der Explosion, das von der Agentur verbreitet wurde, hieß es, dass es sich dabei „nicht um einen nuklearen Angriff handelt, auch wenn es so aussehen mag“. Unklar war, ob es sich bei der Leitung um eine regionale Erdgasleitung oder um einen Teil der aus Russland nach Europa führenden Pipeline handelt.

Update vom 27. Februar, 00:59 Uhr: Nach übereinstimmenden Medienberichten, sind die ukrainischen Streitkräfte weiterhin vielerorts schweren Angriffen des russischen Militärs ausgesetzt. Angriffe erfolgte „aus allen Richtungen“. Man setze dem Gegner jedoch „entschlossenen Widerstand“ entgegen, ließ die ukrainische Armee in der Nacht zum Sonntag in einer Mitteilung verbreiten.

Ukraine-Konflikt: Schwere Angriffe der russischen Armee aus allen Richtungen

Nach dieser Darstellung wurde unter anderem ein schwerer russischer Angriff bei Charkiw abgeschlagen. Bei Cherson im Süden sei dagegen russischen Einheiten nach erbitterten Kämpfen ein Vorstoß gelungen. Auch in der Region Luhansk tobten demnach schwere Kämpfe. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Update vom 27. Februar, 00:46 Uhr: Wie der us-amerikanische Nachrichtensender CNN berichtet, sollen sich die beiden gewaltigen Explosionen rund 30 Kilometer südlich von Kiew in Vasylkil ereignet haben. Der Nachthimmel sei minutenlang wie erleuchtet gewesen, sagte ein Reporter in einer Live-Schalte. In Vasylkil befindet sich ein großer Militärflugplatz und mehrere Treibstofftanks. Laut ukrainischen Beamten war das Gebiet am Freitagabend Schauplatz heftiger Kämpfe.

Update vom 27. Februar, 00:02 Uhr: Zwei heftige Explosionen erhellten am frühen Sonntag den Nachthimmel südwestlich von Kiew. Die Explosionen scheinen sich 20 Kilometer entfernt des Zentrums der ukrainischen Hauptstadt ereignet zu haben, berichtet CNN. Der Himmel war in den frühen Morgenstunden minutenlang wie erleuchtet.

Update vom 26. Februar, 23.20 Uhr: Deutschland und westliche Verbündete haben einen Ausschluss russischer Finanzinstitute aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift beschlossen. Das teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Samstagabend in Berlin mit.

Update vom 26. Februar, 22.50 Uhr: Ukrainischen Berichten zufolge stehen russische Streitkräfte vor einem schweren Angriff auf Kiew. Demnach werden russische Truppen die Hauptstadt „mit allem, was sie haben“ angreifen, heißt es in einem Bericht der ukrainischen Zeitung Kyiv Independent.

Die Lage in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko „kompliziert und angespannt“. „Die Nacht wird schwierig“, schreibt er am Samstagabend im Nachrichtenkanal Telegram. In Kiew würden demnach „Sabotagegruppen“ operieren, „der Feind“ sei jedoch noch nicht in die Stadt eingedrungen. Das Militär und die Strafverfolgungsbehörden würden „Saboteure neutralisieren“, schreibt Klitschko weiter. In der Regel wird darunter verstanden, dass Menschen getötet werden.

Russland beschieße auch Wohnviertel in der Hauptstadt, so Klitschko. Diese Information lässt sich allerdings nicht unabhängig überprüfen. Moskau dementiert vehement, ukrainische Zivilisten anzugreifen. Klitschko hingegen beklagt bereits sechs Tote seit Beginn des Angriffs in Kiew, darunter ein Kind. Zudem seien 71 Menschen verletzt worden.

Trümmer eines brennenden Militärlasters auf einer Straße in Kiew.

Ukraine: Konflikt sorgt für Luftraum-Sperre russischer Airlines - Lufthansa zieht ebenfalls Konsequenzen

Update vom 26. Februar, 22.40 Uhr: Nun will auch der deutsche Verkehrsminister den Luftraum für russische Maschinen schließen. Bundesverkehrsminister Volker Wissing befürworte die Sperrung und habe angeordnet, alles dafür vorzubereiten, teilte sein Ministerium am Samstagabend mit.

Update vom 26. Februar, 22.05 Uhr: Vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts fliegt die Lufthansa zunächst nicht mehr nach oder über Russland. Aufgrund „der aktuellen und sich abzeichnenden regulatorischen Situation“ gelte dies für sieben Tage, teilte der Konzern am Samstagabend mit. Flüge nach Russland werden demnach ausgesetzt. „Flüge, die sich im russischen Luftraum befinden, werden diesen in Kürze wieder verlassen.“

Update vom 26. Februar, 21.45 Uhr: Neben weitreichenden Sanktionen und dem möglichen Ausschluss Russlands aus dem Bankensystem Swift haben sich die EU-Staaten offenbar auf einen weiteren Schritt geeinigt. Wie ein Mitarbeiter des ARD-Hauptstadtstudios auf Twitter meldet, sollen die europäischen Länder den Luftraum für russische Airlines dicht machen. Dies sei ihm aus „verlässlicher Quelle“ bestätigt worden.

In diesem Fall wäre Russland erheblich vom globalen Transport- und Reiseverkehr abgeschnitten. Moskau überlege jedoch, auch seinen Luftraum für die EU zu sperren, schreibt der Journalist in einem weiteren Tweet. Währenddessen bewaffnet sich die ukrainische Bevölkerung immer mehr - wie auch der Ex-Präsident Poroschenko.

Ukraine-Konflikt: Russland rückt weiter vor - Stadt offenbar in Flammen

Update vom 26. Februar, 20.00 Uhr: Die russischen Truppen stoßen in der Ukraine offenbar immer weiter vor. Wie die Gebietsverwaltung der Großstadt Berdjansk am Samstag mitgeteilt hat, haben die Russen einen strategisch wichtigen früheren Flugplatz im Süden der Ukraine eingenommen. Die Stadt ist Medienberichten zufolge von russischen Truppen eingeschlossen, die von dort weiter auf Mariupol vorrücken und die Stadt in die Zange nehmen könnten. Deutschland hat bereits auf die Kampfhandlungen reagiert und die Lieferung deutscher Waffen an die Ukraine sowie Swift-Einschränkungen für Russland angekündigt.

Unter anderem deshalb hat die Nato daher mittlerweile schnelle Eingreiftruppen in das ukrainische Nachbarland Rumänien verlegt. Doch auch in weiteren Gebieten der Ukraine nehmen die Kampfhandlungen zu. Wie ein Video der osteuropäischen Nachrichtenvereinigung Nexta zeigt, steht ein Teil der Stadt Sumy im Nordosten des Landes in Flammen. Laut dem Portal handelt es sich dabei um Gebäude des Privatsektors der Stadt. Unabhängig prüfen lassen sich diese Informationen nicht.

Ukraine-Konflikt: Russland rückt weiter vor - Damm auf Krim gesprengt

Update vom 26. Februar, 18.24 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben die Wasserversorgung der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim nach acht Jahren wieder sichergestellt. Russische Truppen sprengten einen von der Ukraine errichteten Damm, der seit 2014 den wichtigen Nord-Krim-Kanal vom Fluss Dnipro abgeschnitten hatte (wir berichteten damals*), wie der Armee-Fernsehsender Swesda berichtet. Fallschirmjäger hatten den Kanal nach dem Angriff auf die Ukraine erobert.

Über das Bauwerk bezog die Krim bis zur Annexion durch Russland bis zu 90 Prozent ihrer Wasserversorgung. Wegen der Blockade hatte der Chef der Krim-Republik, Sergej Aksjonow, einen sparsamen Umgang mit Wasser angeordnet. Der Grundwasserspiegel auf der Halbinsel sank deutlich, weite Flächen trockneten auch wegen fehlender Niederschläge aus.

Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurde ein Damm an der Krim gesprengt. Hier zu sehen, ist die Sprengung eines Teilabschnittes.

Ukraine: Russische Streitkräfte zögerlich - USA vermelden langsame Fortschritte

Update vom 26. Februar, 17.35 Uhr: Obwohl die russische Militäroffensive in der Ukraine ausgeweitet werden soll, macht sie laut USA langsamer Fortschritte als zunächst befürchtet. „Sie treffen auf mehr Widerstand, als sie erwartet haben“, sagte der Vertreter des Pentagons in einem Briefing für Journalisten. Die Truppen seien nicht „so weit oder so schnell vorgedrungen, wie wir angenommen hatten“.

Er schränkte jedoch ein, Russland halte bislang noch einen großen Teil seiner in der Nähe der Ukraine stationierten Soldaten zurück. Die US-Regierung geht davon aus, dass Russland mehr als 150.000 Soldaten rund um die Ukraine zusammengezogen hat. Ein guter Indikator für den langsamen Fortschritt aus Sicht Moskaus sei, dass die russischen Streitkräfte bislang noch keine größeren Städte eingenommen hätten.

Ukraine-Konflikt: Russland kündigt Ausweitung der Militäroffensive an - Ausgangssperre in Kiew

Update vom 26. Februar, 17.05 Uhr: Vitali Klitschko, der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, hat mittlerweile auf die Ankündigung der Ausweitung der russischen Militäroffensive reagiert. Er verhängt eine Ausgangssperre, die von Samstag um 17.00 Uhr Ortszeit bis 08.00 Uhr am Montag dauern soll. „Alle Zivilisten, die während der Ausgangssperre auf den Straßen sind, werden als Mitglieder von Sabotagegruppen des Feindes betrachtet“, erklärte Klitschko im Messengerdienst Telegram.

Update vom 26. Februar, 16.55 Uhr: Russland hat am Samstag eine Ausweitung seiner Militäroffensive in der Ukraine angekündigt. Den Streitkräften sei befohlen worden, nunmehr „die Offensive in alle Richtungen zu erweitern“, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Begründet wurde der Befehl damit, dass die Ukraine Verhandlungen mit Russland abgelehnt habe.

Der ukrainische Präsidentenberater, Mychajlo Podolak, weist den Vorwurf indes als „Lüge“ von sich. „Ihre Kommentare, dass wir Verhandlungen abgesagt hätten, sind lediglich Teil ihrer Taktik“, sagte Podolak einer Mitteilung vom Samstag zufolge. „Sie scheinen die Verhandlungen in eine Sackgasse lenken zu wollen, bevor sie überhaupt begonnen haben.“ Podolak forderte, Gespräche müssten eine „ehrliche Lösung“ im Interesse der Ukrainer und der ukrainischen Staatlichkeit ergeben.

Ukraine: Krise spitzt sich zu - Botschafter wirft deutscher Politikerin „Heuchelei“ vor

Update vom 26. Februar, 16.20 Uhr: Im Ukraine-Konflikt wurde Samstagmorgen ein Wohnblock in Kiew von einer Rakete getroffen. Deutschlandweit reagiert die Politik bestürzt, doch nun wirft der ukrainische Botschafter, Andrij Melnyk, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig „Heuchelei“ vor. Diese hatte zuvor ein Bild auf Twitter gepostet, auf dem der Landtag mit den ukrainischen Nationalfarben angestrahlt war, und darunter geschrieben: „Solidarität mit der Ukraine.“

Der Botschafter konnte dieser Nachricht offenbar nichts abgewinnen und reagierte ebenfalls auf Twitter: „Die Heuchelei ist zum Kotzen“. Seine Kritik ergibt sich wohl daher, dass in Vorpommern die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 anlandet, durch die russisches Erdgas nach Deutschland geliefert werden sollte.

Schwesigs Sprecher Andreas Timm wies die Reaktion des Botschafters als „falsch“ zurück. Schwesig habe Putins Angriff auf die Ukraine mit klaren Worten verurteilt. „Mit dem Anstrahlen des Schweriner Schlosses hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommern ein Zeichen des Mitgefühls an die Menschen in der Ukraine gesandt. Hinter diese Aktion hat sich die Ministerpräsidentin gestellt“, wie er der dpa mitteilte.

Ukraine-Konflikt: Behörden Kiews verteilen Waffen an Einwohner - Selenskyj sieht „mehr als 100.000 Eindringlinge“

Update vom 26. Februar, 15.40 Uhr: Zur Abwehr des erwarteten großen russischen Angriffs auf die ukrainische Hauptstadt Kiew haben die Behörden nach eigenen Angaben zahlreiche Waffen an die Einwohner verteilt. Insgesamt seien 25 000 automatische Waffen sowie 10 Millionen Patronen ausgegeben worden, sagte Innenminister Denys Monastyrskyj in einem am Samstag veröffentlichten Video. Auch Panzerabwehrwaffen seien ausgehändigt worden. „Kiew wird sich selbst verteidigen“, sagte Monastyrskyj. Er sagte, er sei stolz, wenn er sehe, wie die Menschen ihre Städte, Dörfer, Straßen und Häuser verteidigten. „Sie organisieren sich selbst, es gibt keine Plünderungen oder Raubüberfälle.“

Update vom 26. Februar, 15.14 Uhr: Nach Darstellung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sind inzwischen Zehntausende russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. „Mehr als 100.000 Eindringlinge sind in unserem Land“, schrieb das Staatsoberhaupt am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter. „Sie schießen heimtückisch auf Wohngebäude.“ Er appellierte an den UN-Sicherheitsrat, die Ukraine dringend politisch zu unterstützen. „Stoppt gemeinsam den Angreifer!“
Selenskyj telefonierte am Nachmittag mit Indiens Premierminister Narendra Modi.

Update vom 26. Februar, 15.02 Uhr: Diese Karte zeigt im Detail, wie weit die Truppen am zweiten Tag des Ukraine-Kriegs bereits vorgerückt sind.

Ukraine-Krise: Kreml behauptet, Ukraine lehne Friedensverhandlungen ab

Update vom 26. Februar, 14.12 Uhr: Die Ukraine hat nach Kremlangaben Friedensverhandlungen mit Russland abgelehnt. „Da sich die ukrainische Seite grundsätzlich weigerte zu verhandeln, wurde der Vormarsch der wichtigsten russischen Streitkräfte heute Nachmittag gemäß dem Operationsplan wieder aufgenommen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag der Agentur Interfax zufolge. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht.

Am Freitagabend hatte Präsident Wladimir Putin mit Blick auf die erwarteten Verhandlungen angeordnet, den Vorstoß einiger Truppen vorübergehend auszusetzen, wie Peskow sagte. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Friedensverhandlungen vorgeschlagen über einen neutralen Status seines Landes. Putin hatte gefordert, dass die Ukraine auf einen Nato-Beitritt verzichtet. Danach gab es zunächst das Signal, dass beide Seiten verhandeln wollten.

Nach russischen Angaben wurde der ukrainischen Seite umgehend ein Angebot unterbreitet. Danach habe sich Kiew zunächst nicht mehr gemeldet, hieß es. Dem Kreml zufolge wurden die Gespräche über den russischen Vorschlag nun abgelehnt. Putin hatte seinen Krieg gegen die Ukraine am vergangenen Donnerstag begonnen mit der Begründung, die Ex-Sowjetrepublik entwaffnen und die ukrainische Regierung stürzen zu wollen.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko veröffentlichte via Telegram diesen Screenshot aus einer Überwachungskamera. Es soll den Raketenangriff auf ein Hochhaus in Kiew zeigen.

Ukraine-Konflikt: Immer mehr Russen rufen zur Beendigung des Krieges auf

Update vom 26. Februar, 13.19 Uhr: Immer mehr Russen rufen Kremlchef Wladimir Putin in Petitionen zur sofortigen Beendigung des Krieges gegen die Ukraine auf. „Wir, russische Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter, sind entschieden gegen kriegerische Handlungen, die von den russischen Streitkräften auf dem Gebiet der Ukraine vollzogen werden“, hieß es in einem Schreiben mit mehr als 300 Unterschriften.

Dutzende russische Hilfsorganisationen veröffentlichten einen offenen Brief an Putin mit der Bitte, den Krieg zu beenden. „Krieg ist eine humanitäre Katastrophe, die Schmerz und Leid vermehrt. (.) Wir halten gewaltsame Methoden zur Lösung politischer Konflikte für unmenschlich und rufen Sie zur Beendigung des Feuers und zum Beginn der Verhandlungen auf.“

Bei Straßenprotesten gegen Putins Krieg gab es seit Donnerstag mehr als 2000 Festnahmen. Die russischen Behörden sprechen von einer militärischen Operation und gehen gegen die Verwendung des Wortes „Krieg“ in den Medien vor. In einem großen Wohn- und Arbeitskomplex im Zentrum von Moskau, in dem neben russischen Beamten auch viele Diplomaten und Auslandskorrespondenten leben und arbeiten, sind schon seit Tagen ausländische Fernsehsender gekappt. Die Gebäudeverwaltung begründete das mit einem Ausfall der Satellitenanlagen und bot eine Freischaltung russischer Staatssender an. In München sind am Samstag laut tz.de Tausende auf die Straße gegangen, um ihre Solidarität mit der Ukraine auszudrücken.

Update vom 26. Februar, 12.40 Uhr: Die ukrainische Armee hat die Bevölkerung aufgefordert, den russischen Vormarsch mit allen Mitteln zu stoppen. „Fällt Bäume, baut Barrikaden, verbrennt Reifen! Nutzt alles, was ihr zur Hand habt!“, zitierte die Agentur Unian am Samstag aus einer Mitteilung. Auch der Bau sogenannter Molotow-Cocktails könne helfen. „Die Besatzer müssen verstehen, dass sie hier nicht erwünscht sind und dass ihnen in jeder Straße Widerstand geleistet wird“, hieß es weiter. „Mögen sie Angst haben, auch nur unsere Städte anzuschauen. Gemeinsam zum Sieg! Die Besatzer werden zerstört werden.“

Ukraine-Konflikt: Gesundheitsminister bestätigt rund 200 tote Zivilisten im Krieg

Update vom 26. Februar, 12 Uhr: Bei Kämpfen nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine sind nach Angaben aus Kiew mindestens 198 Zivilisten getötet worden. Darunter seien drei Kinder, teilte Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko am Samstag bei Facebook mit. Es gebe landesweit 1115 Verletzte, unter ihnen seien 33 Kinder. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Das UN-Menschenrechtsbüro hatte am Freitag von Berichten über 25 getötete und 102 verletzte Zivilisten gesprochen. Die überwiegende Mehrheit der Fälle sei aus Gebieten gemeldet worden, die von der ukrainischen Regierung kontrolliert werden, sagte eine Sprecherin.

Update vom 26. Februar, 11.55 Uhr: In der Nähe der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) sind nach Angaben von Bürgermeister Andrij Sadowyj russische Truppen gelandet. Drei Hubschrauber hätten am Samstagmorgen etwa 60 Fallschirmjäger bei der Stadt Brody abgesetzt, rund 90 Kilometer nordöstlich von Lwiw, schrieb Sadowyj bei Facebook. „Unsere Truppen haben sie zurückgeschlagen.“ Die Angreifer hätten sich vorerst zurückgezogen. „Wir behalten die Situation unter Kontrolle“, betonte Sadowyj. Die Gegend um Lwiw in der Nähe zur polnischen Grenze gilt als Hochburg ukrainischer Nationalisten. Diese Karte zeigt die bereits eroberten Gebiete im Ukraine-Konflikt.

Ukraine-Konflikt: Putin-Taktik im Krieg gibt Geheimdiensten Rätsel auf - Experte: „Wahrscheinlich noch viel mehr Verluste“

Ursprungsmeldung: Kiew - Die bisherige Taktik der russischen Streitkräfte im Ukraine-Konflikt gibt westlichen Nachrichtendiensten Rätsel auf. Die Zahl der bei dem Einmarsch in die Ukraine eingesetzten Soldaten sei bislang deutlich niedriger als erwartet, sagte am Freitagabend ein ranghoher Vertreter in Brüssel. Die Gründe seien völlig unklar. Währenddessen toben die Gefechte in Kiew weiter.

Ukraine-Konflikt: Taktik der russischen Streitkräfte gibt Geheimdiensten Rätsel auf - Medwedew äußert sich

Wie viele russische Kräfte nach Einschätzung der Dienste derzeit in der Ukraine sind, wollte der Geheimdienstler nicht sagen. Den Angaben zufolge ist es allerdings nur ein Bruchteil der mehr als 150.000 Soldaten, die Russland vor dem Angriff auf die Ukraine an den Landesgrenzen zusammengezogen hatte.

Zu den bislang kommunizierten Opferzahlen beider Seiten im Ukraine-Konflikt äußerte sich der Geheimdienstvertreter sehr kritisch. „Ich glaube, dass die Zahlen sehr niedrig sind“, sagte er zu Angaben vom Freitagabend, nach denen die Ukraine bislang erst rund 140 und Russland etwa 450 Soldaten verloren hat. „Mein Gefühl ist, dass es wahrscheinlich noch viel mehr Verluste gibt.“ Eine Bürgermeisterin hatte erst am Samstagmorgen von vielen Toten und Verletzten geredet.

Ukraine-Konflikt: Russland will Einmarsch in Ukraine nicht abbrechen

Ukrainische Soldaten in der Nähe von Trümmern eines brennenden Militärlastwagens auf einer Straße in Kiew.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Angaben der Zivilschutzbehörde ein großer Wohnblock von einem Geschoss getroffen worden. Eine Rakete habe das Gebäude zwischen dem 18. und 21. Stockwerk getroffen, erklärte die Behörde am Samstag. Die Evakuierung der Bewohner sei „im Gange“, hieß es am Morgen. Angaben zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor.

Auf einer von der Behörde im Internet veröffentlichten Aufnahme war ein Hochhaus zu sehen, in dem ein gewaltiges Loch klaffte. Auf der Straße vor dem Haus lagen Trümmer. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte ebenfalls, das Gebäude sei von einer Rakete getroffen worden.

Russland will laut Ex-Präsident Dmitri Medwedew trotz westlicher Sanktionen den Einmarsch in die Ukraine nicht abbrechen. „Die Militäroperation zum Schutz des Donbass wird vollständig und bis zum Erreichen aller Ergebnisse durchgeführt. Nicht mehr und nicht weniger“, schrieb der Vize-Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats am Samstag im sozialen Netzwerk Vkontakte. Daran änderten auch die Strafmaßnahmen des Westens nichts.

Medwedew bezeichnete die Sanktionen des Westens als „politische Ohnmacht, die sich aus der Unfähigkeit ergibt, den Kurs Russlands zu ändern“. „Jetzt werden wir von überall vertrieben, bestraft, verängstigt, aber wir haben wieder keine Angst“, sagte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin. Russland werde „spiegelbildlich“ antworten.

Rubriklistenbild: © Efrem Lukatsky/dpa

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