Ukraine-Krieg

„Quadratisch. Praktisch. Blut“: Ukrainischer Botschafter Melnyk attackiert Ritter Sport

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Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine, nimmt nach dem Angriff Russlands auf sein Land die deutsche Politik und die deutschen Unternehmen in die Pflicht.
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Der Schokoladenhersteller Ritter Sport beliefert Russland trotz des Ukraine-Konflikts. Eine große Angriffsfläche für Kritik von Andrij Melnyk. 

Berlin – Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk ist für seine scharfe und unverblümte Kritik während des Ukraine-Konflikts* bekannt. Zuletzt boykottierte er ein Solidaritätskonzert für die Ukraine* im Amtssitz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier* am Sonntag (27.03.2022).

Melnyk nannte die Auswahl ausschließlich russischer Solisten für das Konzert der Berliner Philharmoniker einen „Affront“. „Mein lieber Gott, wieso fällt es dem Bundespräsidenten so schwer zu erkennen, dass so lange russische Bomben auf Städte fallen und Tausende Zivilisten Tag und Nacht ermordet werden, wir Ukrainer keinen Bock auf ‚große russische Kultur‘ haben. Basta“, ließ Melnyk auf Twitter verlauten.

Ritter Sport: Ukrainischer Botschafter kritisiert Schokoladenhersteller

Nun scheinen deutsche Konzerne ins Visier des Botschafters aus der Ukraine* geraten zu sein. Der Schokoladenhersteller Ritter Sport liefert weiterhin Schokolade nach Russland*. Russland ist laut Informationen der Deutschen Presseagentur ein wichtiger Markt für den schwäbischen Schokoladenhersteller. Der Marktanteil von Ritter Sport in Russland liegt nach Firmenangaben bei sieben Prozent. Am Gesamtumsatz von Ritter Sport machten die Russland-Geschäfte etwa zehn Prozent aus.

Andrij Melnyk nimmt das zum Anlass, den Konzern in einem Tweet scharf zu kritisieren. Getreu dem Motto „Quadratisch. Praktisch. Gut“ von Ritter Sport twittert Melnyk: „Quadratisch. Praktisch. Blut. Trotz der Aggression gegen die Ukraine bleibt Ritter Sport in Russland. Viel Glück noch.“ Dazu teilte er ein Bild des Twitter-Accounts „Nicht_Ritter_Spocht_Deutschland“, das eine bearbeitete „Sonderedition“ von Ritter Sport zeigt. Der Name der Marke: Ukrainisches Blut.

Ukraine-Krieg: Ritter Sport will in Russland bleiben

Im Interview antwortete Ritter Sport-Chef Andreas Runken auf die Frage, ob es richtig sei, in Russland zu bleiben: „Ich glaube schon. Schokolade ist als Nahrungsmittel nicht von aktuellen Sanktionslisten betroffen. Das Geschäft einzustellen, würde die nicht treffen, die für den Krieg verantwortlich sind, und würde auch nicht zu einer Deeskalation beitragen. Wir haben keine politischen Beziehungen. So wichtig ist Schokolade nicht. Wir sind nicht Siemens oder so.“ (marv) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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