Kreml verkündet Plan

Nächste Putin-Inszenierung im TV: Ukraine-Krieg verlaufe „nach Plan“

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Hacker verbreiteten eine Mitteilung auf eine staatseigene Nachrichtenagentur, die gegen Putin, Russland und den Krieg protestierte. (Archivbild)
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Wladimir Putin sprach am Donnerstag erneut im Fernsehen. Der Ukraine-Krieg verlaufe nach Plan, sagte der Kreml-Chef.

Update vom 3. März, 19 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich abermals an die russische Bevölkerung gewandt. Dabei beteuerte der Kreml-Chef, der Angriff auf die Ukraine verlaufe wie geplant. „Die spezielle Militäroperation verläuft streng nach Plan. Alle Aufgaben werden erfolgreich erfüllt“, sagte Putin in einer Fernsehansprache. Zuvor hatte es Expertenstimmen gegeben, die Russlands Angriff weniger erfolgreich bewerteten.

Am achten Tag des Ukraine-Kriegs betonte er erneut, dass es sich um einen Kampf gegen „Neonazis“ handele, von denen das Nachbarland befreit werden müsse. Russland versuche, zivile Opfer zu vermeiden, bekräftigte er. In allen Gebieten, in denen gekämpft werde, hätten russische Soldaten Fluchtkorridore eingerichtet, damit Zivilisten in Sicherheit gebracht werden könnten. Eine Meldung, die kurz nach Putins Rede auch von ukrainischer Seite bestätigt wurde. Einmal mehr betonte Putin zudem: „Ich werde niemals meine Überzeugung aufgeben, dass Russen und Ukrainer ein Volk sind.“

Putin sprach den Angehörigen der in der Ukraine getöteten russischen Soldaten sein Beileid aus und legte eine Schweigeminute ein. Am Mittwoch hatte das Verteidigungsministerium in Moskau mitgeteilt, dass 498 Russen getötet worden seien. Die Ukraine spricht von mehr als 7000 getöteten Russen. Unabhängig überprüfen lassen sich beide Angaben nicht. Die Familien der getöteten Soldaten erhielten jeweils rund 12,4 Millionen Rubel (rund 105.000 Euro), sagte Putin. Auch Verwundete sollten Entschädigungszahlungen erhalten.

Ukraine-Krieg: Putin-Inszenierung noch heute im TV? Ansage zu Russlands Kriegsverlusten möglich

Erstmeldung vom 3. März: Moskau - Noch am Donnerstag könnte mitten im Ukraine-Konflikt* eine weitere Inszenierung des Kreml in die Welt übertragen werden: Russlands Präsident Wladimir Putin* will erneut mit den Vertretern des Nationalen Sicherheitsrats in Moskau sprechen. „Wir werden das im Fernsehen zeigen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittag der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Ukraine-Krieg: Putin spricht im TV mit Beratern - geht es um Russlands Kriegsverluste?

Es sei davon auszugehen, dass Putin auch auf die in der Ukraine gefallenen russischen Soldaten eingehen werde, sagte Peskow. Offiziellen Angaben zufolge sind seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine vor einer Woche 498 Russen getötet worden. Die Ukraine hingegen spricht von fast 9000 getöteten Russen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Angesprochen auf Medienberichte, in denen über eine möglicherweise geplante Verhängung des Kriegsrechts in Russland spekuliert wurde, sagte Putins Sprecher: „Nein, das sind Enten.“ Er war auch zu Gerüchten gefragt worden, wonach Männern im wehrfähigen Alter ab kommenden Dienstag die Ausreise aus Russland untersagt werden solle. „Das ist alles in sozialen Netzwerken und so weiter, das sind alles reine Enten“, sagte Peskow.

Putin-Inszenierung mit Sicherheitsrat? Aktivistin sah zuletzt „Warnung“ in ähnlichem Termin

Aus Angst davor, bei einer möglichen Generalmobilmachung für einen Krieg gegen die Ukraine eingezogen zu werden, hatten zahlreiche junge Männer berichtet, dass sie lieber das Land verlassen. Sie wollten im Ausland warten, bis der Krieg vorbei ist. Bei nicht erlaubten Protesten gegen den Krieg gab es in den vergangenen Tagen Tausende Festnahmen.

Putin hatte zuletzt mehrfach öffentlich mit seinem Sicherheitsrat gesprochen. Unter anderem eine russische Menschenrechtlerin der in Russland mittlerweile verbotenen Organisation Memorial wertete die Auftritte als Inszenierung. Berater trugen bei einem solchen Termin unter anderem Argumente für eine Invasion vor. „Ihre Angst war greifbar und jeder sollte sie fühlen“, sagte Irina Scherbakowa der taz mit Blick auf die Vortragenden. Es habe sich um eine Warnung gehandelt*, „an alle, deren Loyalität plötzlich als unzureichend erscheinen sollte. Ein Signal an alle, die man im weiteren Sinne zur Elite zählen kann“. (dpa/fn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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