Er war erst in München

Ukraine-Konflikt: „Hier wird menschliches Leben verteidigt“: Klitschko in Kiew an der Front - emotionaler Hilferuf von Bruder

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Bürgermeister von Kiew: Ex-Box-Weltmeister Vitali Klitschko.
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Der in Deutschland bekannte Ex-Box-Weltmeister Vitali Klitschko befindet sich mitten im Ukraine-Krieg. Als Bürgermeister von Kiew muss er den Angriff Russlands auf die Ukraine mit abwehren.

Update vom 25. Februar, 15.35 Uhr: Vitali Klitschko würde gemeinsam mit seinem Bruder selbst in den Krieg ziehen, wie er in einer britischen Fernsehsendung sagte.

Erstmeldung vom 24. Februar: München/Kiew - Bilder zeigten ihn in den vergangenen Wochen immer wieder beim Schießtraining mit einem Maschinengewehr. Früher streckte er seine Gegner mit einer harten Linken im Box-Ring nieder, in diesen Stunden muss sich Ex-Champion Vitali Klitschko mit seinen Landsleuten im Ukraine-Konflikt* einer militärischen Übermacht aus Russland* stellen.

Ukraine-Krieg: Vitali Klitschko sieht sich als Bürgermeister von Kiew russischer Übermacht gegenüber

Der 50-Jährige, der einst unter anderem die WBO- und die WBC-Weltmeisterschaft im Schwergewicht gewann, ist der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, vor deren Toren schon nach dem ersten Tag der russischen Invasion im Ukraine-Krieg* die Truppen des Kreml-Machthabers Wladimir Putin stehen sollen.

Noch am Morgen hatte Klitschko, der erst am Wochenende in München bei der Sicherheitskonferenz war, die Weltgemeinschaft um Unterstützung angefleht.

Im Video: Kompakt - Die News zum Angriff Russlands auf die Ukraine

„Wir sind im Krieg und kämpfen um unser Land, aber brauchen die Unterstützung der ganzen Welt und sofort wirklich schmerzhafte Sanktionen gegen Russland“, hatte er der Bild gesagt: „Die Lage in Kiew ist vorerst unter Kontrolle, aber die Menschen sind natürlich nervös.“ Wenige Stunden später war klar, dass das russische Militär sowohl über den Norden aus Belarus als auch über den Osten und den Süden über die Gebiete Donezk und Luhansk am Donbass tief in ukrainisches Staatsgebiet vorgestoßen war. Diese Karte zeigt die bereits eroberten Gebiete im Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg: Vitali und Wladimir Klitschko senden Hilferufe an Deutschland und den Westen

Auch in Richtung Kiew, einer Metropole mit mehr als 2,9 Millionen Einwohnern, aus der die Menschen panisch in Richtung Westen flüchteten. Oder, wo sie in Luftschutzbunkern und U-Bahn-Stationen Schutz vor russischen Bomben suchten, wie unter anderem Fotos bei Twitter belegen sollen.

Im Verlauf des Tages richtete sich auch sein Bruder Wladimir Klitschko, ebenfalls ehemaliger Box-Weltmeister, im entbrannten Ukraine-Krieg an seine zweite Heimat Deutschland und den Westen. „Man muss diesen Krieg stoppen. Dieser Krieg ist in Europa, in der Ukraine. Dieser Krieg wird auch weitergehen, in das weitere Europa. Wenn man das nicht aufhält. Ich schließe sogar nicht aus, auf die ganze Welt“, sagte der jüngere, 45 Jahre alte Klitschko-Bruder im Interview mit RTL/ntv: „Deswegen möchte ich unseren westlichen Partnern sagen: In dieser schwierigen Zeit, überlassen sie die Ukraine nicht der imperialistischen Ambition Russlands. Hier wird Demokratie verteidigt. Hier wird menschliches Leben verteidigt. Und Frieden in Europa.“ Alle News zum Ukraine-Konflikt in unserem Live-Ticker.

Ukraine-Krieg: Kein Eingreifen der Nato gegen Russland - Kiew ist auf sich allein gestellt

Der Hilferuf dürfte jedoch zumindest militärisch ungehört bleiben. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg stellt frühzeitig klar, dass das transatlantische Verteidigungsbündnis nicht eingreifen werde. Stattdessen arbeitet die Nato unter mithilfe der deutschen Bundeswehr daran, weitere Truppen an ihre Ostflanke zwischen Rumänien, Polen und den baltischen Staaten zu verlegen. Darunter sind zum Beispiel drei weitere für insgesamt sechs deutsche Eurofighter-Kampfjets.

Damit nicht genug: Wie IPPEN.MEDIA aus Kreisen der Nationalgarde in Kiew erfahren hat, könnte die Hauptstadt schon bald an die russischen Truppen fallen. Was dann aus Vitali Klitschko wird, ist zur Stunde völlig unklar. Lesen Sie hier alles zu den Hintergründen der Ukraine-Krise*. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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