Anschlag in Schwulen Club

Terror in Oslo: Scholz reagiert – Mutmaßlicher Islamist bereits vor einem Monat vernommen

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In Oslo wurden bei einem Anschlag auf einen Nachtclub zwei Menschen getötet, 21 wurden verletzt. Ein 42-jähriger mutmaßlicher Islamist wurde festgenommen.

Update vom 26. Juni, 6.35 Uhr: Der norwegische Geheimdienst erhöhte die Terrorwarnstufe auf die höchste Stufe und auch die Polizeipräsenz in der Hauptstadt wurde verstärkt. Die Polizisten, die in Norwegen normalerweise keine Waffen tragen, wurden angewiesen sich zu bewaffnen. Der grausame Terroranschlag, bei dem in der Nacht auf Samstag zwei Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt wurden, erschüttert Oslo und das Land Norwegen.

Oslo trauert um Terror-Opfer

Norwegen will mit einem Trauergottesdienst den Opfern der Gewalttat gedenken. Kronprinz Haakon von Norwegen und Kronprinzessin Mette-Marit wollen am Sonntagvormittag an dem Gottesdienst im Osloer Dom teilnehmen, wie der Sender NRK unter Berufung auf die Kirche berichtete. Auch Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und weitere Politiker wurden erwartet. „Dies rüttelt unsere ganze Gesellschaft auf“, sagte eine Vertreterin der Kirche, Kristin Gunleiksrud Raaum, NRK zufolge. „Alle von uns, die queer sind, müssen nun von allen anderen Solidarität und Unterstützung erfahren.“

Ermittler kannten mutmaßlichen Oslo-Attentäter als Islamist

Update vom 25. Juni, 21.40 Uhr: Immer mehr Details werden zum Angreifer der gestrigen Terrornacht in Oslo bekannt. Der festgenommene, mutmaßliche Täter habe eine „lange Geschichte von Gewalt und Drohungen“ aufzuweisen, so der Chef des norwegischen Inlandsgeheimdienstes, Roger Berg. Man habe ihn seit 2015 auf dem Schirm, zum einen wegen seiner möglichen Radikalisierung, zum anderen wegen seiner Zugehörigkeit zu einem Islamisten-Netzwerk. Auch seine psychische Gesundheit könnte demnach beeinträchtigt sein. Im vergangenen Monat sei der 42-Jährige bereits vernommen worden, doch seien die Ermittler dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass er keine „gewaltsamen Absichten“ hege, so Berg weiter.

Mittlerweile hat auch Bundeskanzler Olaf Scholz auf den Terror in Oslo reagiert. Der Anschlag gegen die queere Community erschüttere ihn demnach zutiefst. „Das norwegische Volk kann sich unserer Anteilnahme gewiss sein. Der Kampf gegen den Terror eint uns“, schreibt Scholz auf Twitter.

Terroranschlag in Oslo: Angreifer mutmaßlicher Terrorist

Update vom 25. Juni, 17.05 Uhr: Nach und nach gibt die norwegische Polizei immer mehr Details zur gestrigen Terror-Nacht in Oslo und dem Tatverdächtigen bekannt. Demnach stufe der Geheimdienst PST die Attacke mittlerweile als islamistischen Terroranschlag ein.

Grund dafür sind neueste Erkenntnisse zum Angreifer, den die Polizei kurz nach den Angriffen mithilfe von Zivilisten festgenommen hat. Noch in der Nacht hätten die Behörden die Wohnung des Norwegers mit iranischen Wurzeln durchsucht. Laut Ermittler Christian Hatlo sei der 42-Jährige schon zuvor straffällig geworden und habe sich radikalisiert. Das teilte er der norwegischen Zeitung VG mit.

In Oslo hat ein 42-jähriger mutmaßlicher Islamist zwei Menschen getötet und 21 weitere verletzt.

Ministerpräsident Jonas Gahr Støre versichert indes der queeren Gemeinschaft während einer Pressekonferenz: „Wir stehen an eurer Seite.“ Auch König Harald V. (85) ruft seine Landsleute auf, zusammenzustehen. Es gelte, gemeinsame Werte wie Freiheit, Diversität und Respekt füreinander hochzuhalten, damit alle sich sicher fühlen könnten. Eigentlich hätte am Samstag die 40. Pride Parade in Oslo stattfinden sollen, auf Anraten der Polizei haben die Organisatoren jedoch die gesamte Veranstaltung abgesagt. Bald werde man jedoch „wieder stolz und sichtbar sein“, heißt es. Dafür ruft der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland für Samstagabend zu einer Solidaritätskundgebung am Brandenburger Tor auf, wie es bereits im Ukraine-Krieg der Fall war.

Oslo: Anschlag in Schwulen-Club mit zwei Toten - Norwegen ruft höchste Terrorwarnstufe aus

Update vom 25. Juni, 15.55 Uhr: In der Nacht auf Samstag hat ein Mann in einer Schwulen-Bar in Oslo zwei Menschen erschossen, nun hebt Norwegen die nationale Terrorwarnstufe auf die höchste Stufe an. Demnach sei die Gefahr einer terroristischen Bedrohung „außergewöhnlich“ hoch, teilt der norwegische Geheimdienst PST am Samstag mit, wie der Sender NRK berichtet. Behördenchef Roger Berg erklärt, man betrachte die Tat mit zwei Todesopfern und mindestens 21 Verletzten als terroristischen Anschlag. Nun gilt Terrorwarnstufe fünf. Bisher war es Stufe drei.

Mittlerweile hat die Polizei auch Angaben zum bereits festgenommenem Tatverdächtigen gemacht. Es soll sich um einen Norweger mit iranischen Wurzeln handeln. Man gehe außerdem stark von Hasskriminalität aus, heißt es.

Anschlag in Oslo: Mann schießt in Schwulen-Club um sich - Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts

Update vom 25. Juni, 9.55 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen in einem Nachtclub in der norwegischen Hauptstadt Oslo ermittelt die Polizei wegen Terrorverdachts. Das teilte die Behörde nach Berichten norwegischer Medien mit. Zwei Menschen wurden getötet und mindestens 21 verletzt, zehn davon schwer. Noch in der Nacht nahm die Polizei einen Verdächtigen in der Nähe des Tatorts fest. Die Ermittler gehen dem Sender NRK zufolge von einem Einzeltäter aus. Dieser sei der Polizei bereits bekannt.

Der Zeitung „Aftenposten“ zufolge befindet sich der Nachtclub „Londoner Pub“, in dem die Schüsse fielen, in einer beliebten Straße im Zentrum von Oslo. Zivilisten hätten bei der Festnahme des Verdächtigen geholfen, meldete die Zeitung unter Berufung auf die Polizei. „Die Meldung kam um 01:14 Uhr, nur fünf Minuten später haben wir den Täter festgenommen“, betonte Einsatzleiter Tore Barstad und fügte hinzu: „Es gibt anständige Leute, die mit einem heldenhaften Einsatz halfen, über den Täter Kontrolle zu bekommen.“

Oslo: Anschlag auf Nachtclub - Polizei geht von Einzeltäter aus

Erstmeldung vom 25. Juni: Oslo - Bei Schüssen in einem Nachtclub in der norwegischen Hauptstadt Oslo sind zwei Menschen getötet worden. Es habe zudem mehrere Schwerverletzte gegeben, twitterte die Polizei in Oslo am frühen Samstagmorgen. Kurz nach dem Vorfall sei ein Mensch in der Nähe des Tatorts festgenommen worden. Einsatzleiter Tore Barstad sagte laut norwegischem Sender NRK, alles deute darauf hin, dass es sich um einen Einzeltäter handele. Es habe drei Schwerverletzte gegeben. 19 Menschen seien medizinisch versorgt worden.

Dem Sender zufolge gab es mindestens drei Tatorte. Zum Motiv des Vorfalls gab es keine Angaben. Derzeit werde der Vorfall aber nicht als terroristisch eingestuft. Angaben zum Alter oder zur Identität des Festgenommenen machte die Polizei nicht.

Die norwegische Polizei ermittelt in Oslo wegen Terrorverdachts.

Oslo: Zwei Tote nach Anschlag in Schwulen-Pub

Der Festgenommene habe sich bislang nicht geäußert. Die Polizei habe seine Wohnung durchsucht, berichtete NRK. Bei dem Angriff seien Schusswaffen verwendet worden, von denen zwei sichergestellt worden seien, zitierte NRK Barstad.

Ein Reporter war Augenzeuge und erzählte, er habe einen Mann mit Tasche zu dem Tatort kommen sehen, er habe eine Waffe genommen und begonnen zu schießen. Im Nachtclub habe es eine Panik gegeben, zitiert der Sender einen anderen Augenzeugen.

Anschlag in Oslo: „Schockierender Angriff auf unschuldige Menschen“

Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre äußerte sich zutiefst betroffen über die Ereignisse: „Die Schießerei gestern Abend vor dem Londoner Pub in Oslo war ein grausamer und zutiefst schockierender Angriff auf unschuldige Menschen. Meine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. Wir wissen noch nicht, was hinter dieser schrecklichen Tat steckt, aber den Schwulen, die jetzt Angst und Trauer haben, möchte ich sagen, dass wir alle bei Ihnen sind“, sagt Støre.

Die Zeitung „Aftenposten“ berichtete, der Nachtclub Londoner Pub befinde sich in einer beliebten Straße im Zentrum von Oslo. In dem Nachtclub für Schwule seien mehrere Schüsse gefallen. Zivilisten hätten bei der Festnahme des Verdächtigen geholfen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die Polizei. Am Samstag soll in Oslo eigentlich die Pride-Parade zum 40. Mal stattfinden. Die Polizei prüft, ob der Vorfall Folgen für die Veranstaltung hat. (epp/dpa)

Rubriklistenbild: © Javad PARSA / NTB / AFP

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