Aus- und Weiterbildung sind ein Thema

Audi ohne Zukunft? Betriebsrat stellt klare Forderung für heimische Standorte

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Der Betriebsrat fordert eine Modernisierung für heimische Standorte und setzt auf die Unternehmensstrategie.
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Für den Weg in die Zukunft stellt jetzt bei Audi der Betriebsrat klare Forderungen. Gerade die heimischen Standorte sollten dabei nicht vergessen werden.

Die Automobilindustrie steckt in der Krise. Wie echo24.de berichtet hat, könnte Audi zu 50 Prozent vor dem Aus stehen. Bei der vierten und letzten Betriebsversammlung im Jahr 2022 gab es dann auch entsprechende Forderungen. Laut einer Mitteilung zur Sitzung verweist der Betriebsratsvorsitzende Peter Mosch mit Nachdruck auf die Umgestaltung von Audi.

Zu den Pleite-Äußerungen und den Folgen hat sich Audi gegenüber unserer Redaktion bereits vor wenigen Tagen geäußert. Und auch die Meldung zum Verlust eines großen Zulieferers steht derzeit positiven Veränderungen gegenüber. So erneuerten die Autobauer aus Ingolstadt zuletzt das Logo ihrer Autos - die vier Ringe haben ein neues Design bekommen. Doch jetzt muss laut Mosch mehr passieren, als nur ein neuer Anstrich.

Die Zukunft von Audi: Betriebsrat setzt auf Unternehmensstrategie

Der Betriebsratsvorsitzende wurde deutlich: „Wir haben eine klare Unternehmensstrategie für Audi, um die Transformation technologisch, nachhaltig und kundenorientiert zu gestalten: ‚Vorsprung 2030‘. Und wir haben eine klare Vereinbarung zwischen Vorstand und Gesamtbetriebsrat, um die Transformation sozial für die Beschäftigten bei Audi zu gestalten: ‚Audi.Zukunft‘.“

Unternehmen:Audi
Hauptsitz:Ingolstadt
Gründung:16. Juli 1909, Zwickau
Dachorganisation:Volkswagen AG

Bei allen negativen Schlagzeilen rund um die Automobilindustrie sieht Peter Mosch eine Zukunft für Audi: „Mit beiden Ansätzen wollen und werden wir gemeinsam Audi umgestalten, wettbewerbsfest und vor allem zukunftsfähig machen. Natürlich wird uns allen dabei viel abverlangt.“ Man habe mit dem Unternehmen „schon viele Krisen gemeistert und Neuanfänge geschultert“.

Klare Forderungen für die Zukunft von Audi

Um aber in die Zukunft gehen zu können, forderte Mosch in seiner Rede bei der Betriebsratssitzung deutliche Schritte von der Verantwortlichen, nicht nur mit Blick auf die zwei großen Standorte Ingolstadt und Neckarsulm: „Audi hat Zukunft – mit Vorsprung durch Technik. Das ist der Grund, warum wir als Gesamtbetriebsrat immer wieder fordern, die heimischen Standorte und Arbeitsplätze zu modernisieren und zu sichern.“

Auch die „Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten“ dürfe nicht zu kurz kommen. Man müsse bei Audi „das Auto neu denken, neu produzieren und neue digitale Geschäftsfelder rund ums Auto aufbauen“.

Audi steht vor großen Herausforderungen

Auch der Audi-Vorstandsvorsitzende Markus Duesmann sprach über die aktuelle Unternehmenssituation. Als besonders kritisch sieht er dabei die Versorgungslage bei wichtigen Chips, was die Lage massiv erschwert: „Auch der Halbleitermangel stellt uns weiterhin vor Herausforderungen.“ Gegenüber echo24.de hat das Unternehmen Stellung genommen zu den Folgen und den Umgang mit den Lieferengpässen.

Wie stark die Krise die Automobilindustrie erfasst hat, zeigt sich daran, dass Audi vor wenigen Wochen erst die Prognosen für 2022 korrigiert hat – zu massiv ist der Umsatz-Einbruch. Audi schneidet schlechter ab als Mercedes. Duesemann verweist bei der Betriebsratssitzung auf die große Nachfrage nach Elektroautos im laufenden Jahr und den eingeschlagenen Kurs von Audi: „Wir alle müssen von den fossilen Brennstoffen wegkommen. Und da ist die E-Mobilität für den Individualverkehr die beste Technik, die wir kennen.“

Audi mit Problemen beim Elektroauto

Schlecht ist dabei allerdings, dass Audi gerade auf diesem Unternehmensfeld zuletzt eine bittere Pleite einstecken musste. Die massiven Lieferprobleme des Automobilherstellers mit einem seiner neuesten Mittelklasse-Stromer, dem Modell Q6 e-tron sorgten für schlechte Presse. Laut einem Zeitungsbericht sei das ganze für Audi nicht nur „blamabel, sondern auch ein wirtschaftliches Desaster“.

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