Bundesrat entscheidet

Neuer Bußgeldkatalog 2021: Verstöße werden jetzt richtig teuer

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Laut neuem Bußgeldkatalog müssen sich Autofahrer bei Verstößen gegen die StVO noch dieses Jahr auf eine schmerzhafte Erhöhung der Bußgelder einstellen.

Der Bußgeldkatalog ist im Laufe der Zeit immer umfassender geworden. Mit der neuen Änderung kommen erneut Vergehen hinzu – und manche Sanktionen werden empfindlich erhöht. Demnach müssen Autofahrer für Vergehen wie Falschparken oder bei Tempoverstößen innerorts und außerorts tiefer in die Tasche greifen. Die umstrittene Verschärfung für die Fahrverbote soll aber vom Tisch sein, wie echo24.de* berichtet. 

Neuer Bußgeldkatalog 2021: Für diese Verstöße werden Bußgelder erhöht

Welche Vergehen werden nun laut Bußgeldkatalog teuer werden? Hier ein Überblick:

Rettungsgasse bei Stau

Wer bei einem Stau keine Rettungsgasse bildet oder diese sogar selbst nutzt, muss künftig mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.

Parken im Halte- oder Parkverbot

Autofahrer, die ihr Fahrzeug im allgemeinen Halte- oder Parkverbot abstellen, finden unter dem Scheibenwischer künftig ein Knöllchen von bis zu 55 Euro statt wie bisher bis zu 15 Euro.

Parken bei Feuerwehrzufahrten

Parkverstöße bei amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten oder Behinderung von Rettungsfahrzeugen kosten bis zu 100 Euro.

Parken auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz

Für das unberechtigte Parken auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz werden 55 Euro statt 35 Euro fällig.

Lkw

Lkw-Fahrer, die beim Rechtsabbiegen innerorts nicht Schrittgeschwindigkeit fahren, müssen 70 Euro zahlen.

Lärmbelästigung durch Auto-Poser

Das Verursachen von unnötigem Lärm und vermeidbarer Abgasbelästigung sowie unnützes Hin- und Herfahren kostet künftig nicht mehr 20 Euro, sondern bis zu 100 Euro.

Fahren auf dem Gehweg

Wer Gehwege, Radwege oder Seitenstreifen vorschriftswidrig befährt, muss statt bisher 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße rechnen.

NEU: Parken auf E-Auto-Ladeplatz

Wer einen E-Auto-Ladeplatz oder für Carsharing-Stellpatz zuparkt, wird mit 55 Euro verwarnt.

Neuer Bußgeldkatalog 2021: Tempoverstöße doppelt so teuer

Auch für Temposünder soll es laut ADAC künftig deutlich teurer werden, wie rtl.de berichtet. Die bisherigen Verwarnungsgelder für Überschreitungen bis 20 km/h werden mit Inkrafttreten des neuen Bußgeldkatalogs verdoppelt. So werden bei einer Tempoüberschreitung innerorts von bis zu 10 km/h 30 Euro statt 15 fällig, bei einer Tempoüberschreitung von 11 bis 15 km/h 50 Euro statt 25 Euro und von 16 bis 20 km/h 70 Euro statt 35 Euro.

Aber wozu werden die Bußgelder eigentlich so empfindlich angehoben? Will der Staat einfach mehr kassieren? Laut RTL sollen die neuen Regeln und die erhöhten Bußgelder ein deutliches Warnsignal an Autofahrer sein, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. „Wir wissen, überhöhte Geschwindigkeit ist die häufigste Unfallursache. Bußgeldkatalog und Straßenverkehrsordnung sind letztlich Verkehrs-erzieherische Maßnahmen zur gegenseitigen Rücksichtnahme“, erklärte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz (VMK), Maike Schaefer (Grüne).

Verkehrssünder müssen noch dieses Jahr tiefer in die Tasche greifen

Jetzt bleibt nur noch die Frage ab wann die drakonischen Strafen gelten sollen? Nach einem langen Streit zwischen Bund und Ländern will der Bundesrat* heute (8. Oktober) über Änderungen am Bußgeldkatalog entscheiden. Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz rechnet fest mit einer Zustimmung.

In diesem Fall muss Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Verordnung noch unterschreiben. Die Änderungen am Bußgeldkatalog treten dann laut Verordnung drei Wochen nach der Verkündung in Kraft. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

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