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Corona-Impfung: So sinkt das Ansteckungsrisiko bereits nach dem ersten Pieks

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Für Geimpfte sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Covid19-Verlauf und das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Gilt das bereits nach der Erstimpfung?

Die Impfkampagne in Deutschland nimmt langsam Tempo auf. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am 4. Mai mitteilt, haben bereits 28,7 der Deutschen eine Erstimpfung gegen das Coronavirus* erhalten, acht Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Insgesamt haben alle Impfstellen bislang etwas mehr als 30,6 Millionen Dosen verabreicht, davon 23,9 Millionen bei Erstimpfungen und weitere knapp 6,8 Millionen bei Zweitimpfungen. Während die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, AstraZeneca und Moderna zweimal verabreicht werden müssen, um den größtmöglichen Schutz zu gewährleisten, handelt es sich nur bei dem Vakzin von Johnson & Johnson* um einen Einmal-Impfstoff.

In zwei Studien des britischen Büros für Nationale Statistiken und der Universität Oxford mit 370.00 Teilnehmern ist festgestellt worden, dass Menschen bereits nach der Erstimpfung eine starke Antikörperreaktion zeigen. Das berichtet HEIDELBERG24*. Nachdem eine Dosis der Impfstoffe BioNTech/Pfizer oder AstraZeneca* verabreicht worden ist, ist der Anteil symptomatischer Corona-Infektionen um 72 Prozent gesunken, so das Ergebnis der britischen Studie. Nach der zweiten Corona-Impfung mit dem Wirkstoff von BioNTech sind die symptomatischen Infektionen um 90 Prozent zurückgegangen. Da nicht genug Daten zur Zweitimpfung mit AstraZeneca vorliegen, können sie in der Studie nicht berücksichtigt werden.

Risiko jemanden aus dem eigenen Haushalt zu infizieren, sinkt nach Erstimpfung um die Hälfte

Wie die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) herausgefunden hat, soll sich auch die Weitergabe des Coronavirus nach der ersten Impfung erheblich reduzieren. Für ihre Auswertung hat die Gesundheitsbehörde Infektionsketten in 24.000 englischen Haushalten analysiert und auf dieser Basis die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung berechnet. Das Ergebnis: Die Erstimpfung verringert das Risiko einer Ansteckung innerhalb von Haushalten um 38 bis 49 Prozent. Bei Comirnaty von BioNTech und Pfizer ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung etwas geringer als bei Vaxzevria von AstraZeneca.

Erste Impfdosis senkt Risiko einer Ansteckung um 65 Prozent

Doch wie sieht es mit der eigenen Ansteckung aus? Laut der Studie soll auch dieses Risiko bereits nach der Erstimpfung um 65 Prozent sinken. Dabei spielt es keine Rolle ob man mit dem Vakzin von BioNTech oder AstraZeneca geimpft worden ist. Für die noch nicht in einem Fachjournal veröffentlichten Studie sind die Testergebnisse von rund 370.000 Menschen aus der Zeit zwischen dem 1. Dezember und dem 3. April berücksichtigt worden.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine aktuelle US-Erhebung des Centers for Disease Control, in der etwa 4.000 Menschen aus Gesundheitsberufen über einen Zeitraum von drei Monaten untersucht worden sind. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit an Corona zu erkranken, zwei Wochen nach der Erstimpfung um bis zu 80 Prozent gesunken.

Trotz guter Studienergebnisse: Zweitimpfung dringend notwendig

Obwohl die Ergebnisse der Studien zeigen, dass die Erstimpfung zumindest einen gewissen Schutz bietet, ist nicht klar wie lange dieser anhält. Einer der Autoren der Studie und Wissenschaftler am Nuffield Institut für Bevölkerungsgesundheit der Universität Oxford, Koen Pouwels, gegenüber der Deutschen Welle, dass der Schutz mit Blick auf die Antikörperantwort relativ schnell wieder abgebaut wird. Erst die zweite Impfstoffdosis steigert den Antikörperspiegel deutlich - besonders bei Älteren. Nach aktuellen Stand der Forschung werde die Zweitimpfung gebraucht um das Immungedächtnis zu aktivieren, so auch US-Virologin Angela Rasmussen.

Nur eine Corona-Impfung für ehemalige Covid-19-Patienten

Der Berliner Virologe Christian Drosten rechnet sowohl bei Genesenen, als auch bei Geimpften mit einer Abnahme von Antikörpern auf den Schleimhäuten. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt schon jetzt, dass sich Genesene sechs Monate nach ihrer Covid-19-Erkrankung impfen lassen. Wie ruhr24* berichtet, können dafür alle in Deutschland zugelassenen Covid-19-Impfstoffe verwendet werden . „Aufgrund der bestehenden Immunität nach durchgemachter Infektion kommt es durch die einmalige Boosterung durch die Impfung zu einer sehr guten Immunantwort“, heißt es dazu auf der Seite des Robert-Koch-Instituts.

Eine Studie des Cedars-Sinai Medical Center mit mehr als 260 Probanden zeigt, dass eine einmalige Dosis des Vakzins von BioNTech bei ehemaligen Covid-19-Patienten eine ähnliche Immunantwort hervorruft, wie bei Menschen die zwei Impfungen erhalten haben.

Während eine Corona-Impfung in Deutschland schon bald zu einer Freikarte für alte Freiheiten wird*, nutzen das immer mehr Betrüger dreist aus. Wie ruhr24* berichtet, sind bundesweit seit Kurzem gefälschte Impfpässe im Umlauf. (kp) HEIDELBERG24* und ruhr24* sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fleig / Eibner/imago

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