Politik reagiert auf Omikron

Corona in BW: Neue Regeln – So lange gilt man als Genesen

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Baden-Württemberg - Aufgrund der Coronavirus-Variante Omikron hat die Politik nun reagiert. Der Status „genesen“ gilt keine sechs Monate mehr. Aber: Wie lange ist man denn nun noch „genesen“?

Das Coronavirus breitet sich mit der Variante Omikron immer noch rapide aus, wie zum Beispiel die Zahlen aus Heidelberg* und die Inzidenz in Mannheim* zeigen. Viele Menschen sind betroffen und positiv, gleichzeitig versuchen Experten, Behörden und Politik auf die sich schnell ändernde Situation flexibel zu reagieren. Verordnungen werden stetig angepasst, auch die ein oder andere Diskussion wird mal hitziger, mal weniger aktiv geführt, so wie eine mögliche Impfpflicht. Seit Samstag gibt es nun auch eine massive Änderung des Status „genesen“. HEIDELBERG24* fasst zusammen, wie lange man nun als genesen gilt und wie es um die Impfpflicht steht.

Coronavirus in Baden-Württemberg: So lange gilt man jetzt als „genesen“!

Bisher galt: Wer mit dem Coronavirus* infiziert wurde, hatte sechs Monate lang den Status „genesen“. Damit fiel man automatisch auch unter die 2G-Regel und profitierte sogar als ungeimpfte Person davon. Das hat sich nun geändert. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es eine neue Festlegung, wie lange man „genesen“ ist. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte zum Wochenstart, dass wegen Omikron ein viel höheres Risiko bestehe, bereits früher erneut zu erkranken oder Überträger zu sein.

Demnach dürfte es bald zwar mehr Genesene geben, da sich immer mehr Menschen mit der Omikron-Variante infizieren, die auch als ansteckender gilt. Aber: Man gilt nur noch drei Monate, also 90 Tage, als „genesen“, statt wie bisher sechs Monate. Das RKI erklärt: „Die bisherige wissenschaftliche Evidenz deutet darauf hin, dass Ungeimpfte nach einer durchgemachten Infektion einen im Vergleich zur Deltavariante herabgesetzten und zeitlich noch stärker begrenzten Schutz vor einer erneuten Infektion mit der Omikronvariante haben.“ Kurz gesagt: Eine Infektion schützt vor Omikron nicht so lange wie vor Delta.

Neue Corona-Regeln: Genesen für drei Monate – gilt auch für bestehende Nachweise!

Die neue Regelung, dass man nur noch drei Monate nach einer Infektion als „genesen“ gilt, besteht auch für bereits existierende Nachweise, laut Ministerium. Aber: Die Entscheidung, wie es mit den 2G- und 3G-Zugangsregeln für bestimmte Einrichtungen aussieht, liegt demnach bei den einzelnen Ländern wie Baden-Württemberg* oder Rheinland-Pfalz*. Ungeklärt ist jedoch noch, wie die Änderung künftig auf App technisch umgesetzt wird. Das beste Verhalten, wenn die Warn-App eine rote Meldung zeigt*, hat sich derweil nicht geändert.

Das RKI gab zudem bekannt, dass ein Nachweis für Genesene einige Kriterien aufweisen muss. So muss die Abnahme des positiven Tests mindestens 28 Tage zurückliegen. Und: „Das Datum der Abnahme des positiven Tests darf höchstens 90 Tage zurückliegen.“ Dabei behält sich das RKI Änderungen vor, denn schließlich müssen diese Vorgaben ständig überprüft werden und richten sich nach dem Stand der Wissenschaft.

Neue Regel für Genesene: Impfpflicht? FDP-Politiker kontert Top-Virologe

Während es also neue Regelungen für den Status „genesen“ gibt, gehen die Diskussionen um eine Impfpflicht weiter. „Bevor wir in der Sommersaison mit einem Impfstoff impfen, dessen Wirkung in der nächsten Wintersaison womöglich schon wieder abklingt und/oder von einer neuen Variante unterlaufen wird, sollten wir uns fragen, ob es nicht sinnvoll ist, abzuwarten, mit welcher Mutation wir es im nächsten Herbst zu tun haben“, erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP im Bundestag Stephan Thomae gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Laut ihm ändert Omikron die „Spielregeln“.

NameKarl Lauterbach
PostenDeutscher Bundesminister für Gesundheit
ParteiSPD
Geburtsdaten21. Februar 1963, Düren/NRW

Die Aussage ist eine Reaktion auf die Äußerung von Top-Virologe Christian Drosten, der die wohl milderen Krankheitsverläufe bei Omikron als Chance sieht, von der Pandemie in einen endemischen Zustand zu kommen. Drosten im Tagesspiegel: „Das Virus muss sich verbreiten, aber eben auf Basis eines in der breiten Bevölkerung verankerten Impfschutzes.“ Ist das nicht der Fall, könnten zu viele Menschen sterben. Gesundheitsminister Karl Lauterbach befürwortet weiterhin die Impfpflicht, um im Herbst erneute Einschränkungen möglicherweise zu verhindern. Lauterbach: „Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir das Problem lösen wollen, auf eine saubere und sichere Art und Weise, dann ist die Impfpflicht der beste Weg.“ (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst / dpa

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