- VonDominik Jahnschließen
Im Handel werden in der Energiekrise immer wieder Öffnungszeiten diskutiert. Auch für Kaufland, Lidl und den Lebensmittelhandel insgesamt wird durchaus über einen Schließtag am Montag nachgedacht.
Die Energiekrise ist weiterhin ein großes Thema. Auch der Einzelhandel und der Lebensmittelhandel diskutiert immer wieder verschiedene Maßnahmen. Kürzere Öffnungszeiten sind laut Kaufland und Lidl die Entscheidung der Kunden, wie sie gegenüber echo24.de erklärt haben. Doch könnte jetzt bald montags Schluss sein mit dem Einkauf.
In Rheinland-Pfalz steht die Möglichkeit am Montag die Läden geschlossen zu halten durchaus zur Diskussion. Laut dem „SWR“ könnten die Geschäfte, um Strom und Gas zu sparen, später öffnen, früher schließen oder gleich einen ganzen Tag geschlossen bleiben.
Montag geschlossen bei Kaufland und Co.? Handelsverband erklärt Möglichkeiten
Doch sind solche Schließungen in der Energiekrise auch in Baden-Württemberg denkbar? Der Handelsverband Baden-Württemberg hat auf Nachfrage von echo24.de dazu Stellung bezogen. So heißt es dazu, dass Verkürzungen der Ladenöffnungszeiten immer von Unternehmen „auf Grundlage zahlreicher verschiedener Faktoren entschieden“ werden.
Unternehmen: | Kaufland |
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Hauptsitz: | Neckarsulm |
Gründung: | 1984 in Neckarsulm |
Umsatz: | 21 Milliarden Euro (2019) |
Und der Handelsverband nennt krankheitsbedingte Ausfälle beim Personal als einen Grund. Dazu heißt es: „So kommen zu coronabedingten Personalausfällen momentan auch Ausfälle wegen Grippeviren hinzu, was die ohnehin schon ausgedünnte Personaldecke weiter belastet. Um den Betrieb insgesamt aufrechtzuerhalten, ist es deshalb manchmal notwendig, befristet die Öffnungszeiten zu verkürzen“.
Entscheidende Faktoren für Öffnungszeiten im Handel
Außerdem sind natürlich wirtschaftliche Faktoren bei Unternehmen wie Kaufland, Lidl oder auch im Einzelhandel entscheidend. So erklärt der Verband, dass durchaus aus Kostengründen die Öffnungszeiten geprüft werden: „Die Randzeiten werden insofern auf Frequenz und Umsatzverteilung geprüft. Dies kann dazu führen, dass eher unrentable Randöffnungszeiten verkürzt werden.“
Auch, oder eben gerade aus Energiekosteneinsparung werden Öffnungszeiten überprüft. Der Handelsverband Baden-Württemberg sieht dabei allerdings viele Händler gut aufgestellt: „Viele Unternehmen verfügen jedoch bereits über ein professionelles Energiemanagement, das große Einsparungen nicht mehr zulässt.“ Zuletzt hatte Lidl sich bereits zu umfangreichen Energie-Maßnahmen geäußert, als es um das Vorgehen bei einem Blackout ging.
Kritik an den Überlegungen den Montag zum Schließtag zu machen
Dem „SWR“-Bericht zufolge würden viele Einzelhändler in Rheinland-Pfalz aufgrund der Energiekrise derzeit darüber nachdenken, ihre Ladenöffnungszeiten zu verkürzen. Einige Geschäfte sind diesen Schritt bereits gegangen, wie Thomas Scherer, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Rheinland-Pfalz, bestätigt. Die Läden würden ihre Türen entweder später öffnen oder früher schließen.
Handelsverband Baden-Württemberg
Laut eigener Definition ist der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) der Spitzenverband für den Einzelhandel in Baden-Württemberg und vertritt die politischen Interessen von über 40.000 Handelsunternehmen in Baden-Württemberg gegenüber Politik und Gesellschaft. Der Handel stellt demnach den drittgrößten Wirtschaftszweig in Baden-Württemberg dar, mit 500.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern, ca. 18.000 Auszubildenden und einem Umsatz von rund 90 Milliarden Euro.
Doch in dem Beitrag wird auch die Kritik an den Überlegungen laut, den Montag zu einem „Schließtag“ zu machen. Die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Mainz, Annette Plachetka, sagte gegenüber dem SWR, der Montag sei einer der umsatzstärksten Tage in der Woche. Gerade Lebensmittelhändler wie Kaufland, Lid oder Aldi könnte es sich wohl nach einem Wochenende nicht erlauben, die Filialen geschlossen zu halten.
Derweil zieht Kaufland mit einem Weihnachtsvideo Millionen von Menschen in den Bann. Der Clip geht durch die Decke.
Klare Ansage vom Handelsverband Baden-Württemberg zu einem Schließtag am Montag
Eine Stellungnahme der Discounter-Riesen Lidl und der Unternehmensschwester aus der Schwarz-Gruppe Kaufland gab es dazu auf Anfrage nicht. Der Handelsverband sieht für entsprechende Planungen die Umgebung, „in der sich beispielsweise ein Supermarkt befindet“ als enorm wichtig. Hier müsse zwischen den unterschiedlichen Gegenden unterschieden werden.
Dazu heißt es: „Gerade im ländlichen Raum haben Geschäfte ohnehin oft nicht länger als 20 Uhr geöffnet. Eine weitere Verkürzung würde hier beispielsweise für Probleme bei einigen Arbeitnehmern sorgen. Allgemein muss bedacht werden, dass viele Arbeitnehmer von längeren Öffnungszeiten profitieren“. Zur Diskussion um einen geschlossenen Montag im Handel, wird der Handelsverband Baden-Württemberg abschließend dann noch ganz deutlich gegenüber echo24.de: „Ein flächendeckender Schließtag steht in Baden-Württemberg aktuell nicht zur Debatte.“