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„Richtig gute Idee“: Lidl-Neuerung am Eingang begeistert Kunden

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Lidl möchte weniger Lebensmittel entsorgen. Deswegen gibt es jetzt Rette mich Boxen. (Symbolbild)
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In einigen Lidl-Filialen bietet der Discounter inzwischen im Eingangsbereich eine Neuerung an. Viele Kunden sind von der Aktion begeistert.

Kassel – Die Massen an Lebensmitteln, die weggeworfen werden, sind auch in Deutschland ein großes Problem. Die Supermarktregale sind oftmals üppig gefüllt und eingedelltes Obst oder krummes Gemüse bleiben häufig liegen, bis sie verschimmeln und entsorgt werden. Auch viele weitere Produkte landen im Müll, weil ihr Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist. Dabei halten Produkte wie Milch oder Jogurt oftmals länger.

Die Menge von Lebensmitteln in deutschen Privathaushalten die in der Tonne landen liegt pro Jahr und Kopf bei 81,6 Kilogramm, wie das Hilfswerk Brot für die Welt berichtet. Viele davon sind schnell verderbliche Lebensmittel, wie eben Gemüse und Obst. Um solche Produkte doch noch zu retten, bieten verschiedene Lebensmittelmärkte Boxen oder Tüten an, in denen sich Lebensmittel befinden, die bald ablaufen, nicht schön aussehen oder bereits etwas matschig sind. Seit neustem bietet auch der Discounter Lidl solche Rette mich Boxen an.

Änderung bei Lidl – Discounter möchte weniger Lebensmittel verschwenden

Dass Produkte, deren MHD bald abläuft, bei Lidl reduziert werden, ist nichts Neues. Diese Lebensmittel werden bereits seit längerem zu einem günstigeren Preis verkauft. Hierbei gab es im Mai 2022 bereits eine Änderung, doch das ist nicht das einzige. Denn seit demselben Monat finden sich noch weitere Produkte in vereinzelten Filialen des Discounters, die gegen Lebensmittelverschwendung ankämpfen.

„Mit dem ganzheitlichen ‚Rette mich‘-Konzept in unseren Filialen wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden gezielt Lebensmittel retten. Besonders bei Obst- und Gemüse-Artikeln können wir Lebensmittelverschwendung verringern, indem wir weniger perfekte Produkte stark rabattiert anbieten“, erklärt Elisabeth Koep, Leiterin CSR und Nachhaltigkeit bei Lidl in Deutschland gegenüber dem Nachrichtenportal Express. Ziel sei es, den organischen Abfall im Unternehmen um 30 Prozent zu reduzieren und das bis 2025.

Pfeifen Sie auf das MHD: So erkennen Sie, ob ein Lebensmittel verdorben ist

Brot, das schimmelt, gehört in den Müll. Hartes Brot können Sie dagegen noch retten.
Kennen Sie die Regel, dass ein fauler Apfel den ganzen Korb verdirbt? So ähnlich ist es mit Brot auch. Wenn Sie an einem Brotlaib oder auch nur an einer Brotscheibe Schimmel entdecken, sollten Sie das gesamte Brot in den Müll werfen. Brot ist so porös, dass die Schimmelsporen ganz leicht und rasend schnell alles durchdringen. Ist das Brot dagegen nur abgelaufen, hart oder trocken, müssen Sie nicht gleich Abschied nehmen. © picture alliance/dpa
Eier Haltbarkeit erkennen
Je älter ein Ei ist, desto mehr Luft konnte durch die poröse Eierschale ins Innere gelangen. So entsteht ein Luftpolster zwischen Eigelb und Schale. Wenn Sie das Ei in ein Glas mit Wasser legen, schwimmt deshalb die Seite mit der Luftblase oben. Wenn es schließlich an der Oberfläche schwimmt, ist das Ei mit höchster Wahrscheinlichkeit verdorben. © picture alliance/dpa
Fisch Haltbarkeit erkennen
Wenn Sie ihn an der Fischtheke gekauft haben, bleiben Ihnen noch maximal drei Tage, lieber weniger. Sobald der Fisch schlecht ist, wird seine Haut und das Fleisch schleimig und der typische, unangenehme Fischgeruch steigt Ihnen in die Nase. Finger weg! © Holger Hollem/dpa
Fleisch Haltbarkeit erkennen
Frisches, rohes Fleisch hat einen eigentümlichen Geruch, den ungeübte Nasen schon mal falsch interpretieren können. Dabei verströmt fauliges Fleisch einen Gestank, dem man sich kaum nähern kann. Ist das Fleisch außerdem noch schleimig oder klebrig, lassen Sie bitte die Finger davon. Farbveränderungen sind zwar nicht per se ein Hinweis auf verdorbenes Fleisch, aber gräulich sollte es nicht aussehen. © Oliver Berg/dpa
Joghurt Haltbarkeit erkennen
Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, ist das aber noch lange kein Grund, den Joghurt wegzuschmeißen. Meist ist er noch völlig in Ordnung und genießbar. Die enthaltenen Bakterien funktionieren dabei wie ein natürliches Konservierungsmittel. Erst, wenn sich auf der Oberfläche ungewöhnlich für Flüssigkeit bildet und der Joghurt auch unten im Becher flüssig ist, sollten Sie ihn entsorgen. © picture alliance / dpa
Käseplatte mit Wein
Je weicher und feuchter der Käse, desto leichter wird er schlecht. Er fängt dann an, unangenehm sauer zu riechen. Auch bei Schimmelbefall sollten Sie Weichkäse in die Tonne werfen, da dieser die feuchte Käsemasse sehr schnell durchdringt und dabei nicht unbedingt sichtbar ist.  © crisper85/Imago
Käse Haltbarkeit erkennen
Das gilt natürlich nicht für Sorten mit Edelschimmel, wie Gorgonzola, Brie oder Roquefort. Hartkäse wie Parmesan hat eine deutlich längere Haltbarkeit. Hier können Sie Schimmel an den Außenseiten ruhig großzügig wegschneiden und den Rest des Laibes ohne schlechtes Gewissen genießen. © Harald Tittel/dpa
Milch Haltbarkeit erkennen
Schlechte Milch müssen Sie nicht in jedem Fall wegschütten. Schmeckt oder riecht die Milch schlecht oder ist sie klumpig geworden, dann müssen Sie sie entsorgen. Das gilt aber nicht für unbehandelte Milch. Daraus können Sie noch einiges zaubern.  © picture alliance/dpa
Olivenöl Haltbarkeit erkennen
Olivenöl muss fruchtig riechen, dann können Sie es jahrelang genießen. Altes, schlechtes Öl riecht dagegen ranzig, teilweise sogar wie Motoröl. Lagern Sie das Öl am besten dunkel und dicht verschlossen, dann kann es sich viele Jahre halten. © Lorenzo Carne/dpa
Wurst Haltbarkeit erkennen
Sie haben Wurst an der Fleischertheke gekauft? Dann sollten Sie sie so schnell wie möglich verbrauchen, am besten innerhalb der nächsten drei Tage. Fängt die Wurst an, seltsam zu riechen und schleimig zu werden, haben Bakterien ganze Arbeit geleistet. Dauerwurst, wie Salami, hält sich länger, wie der Name schon verrät. © Patrick Pleul/dpa

Neu bei Lidl: Rette mich Boxen für wenig Geld begeistern Kunden

Direkt neben dem Obst und Gemüse stehen in vielen Lidl-Filialen Boxen, die einen Pauschal-Preis von drei Euro kosten. Darin befindet sich Obst und Gemüse, das nicht makellos aussieht und deswegen oftmals liegen bleibt. Passend zu den aktuell ansteigenden Lebensmittelpreise wegen des Ukraine-Kriegs, bieten diese Boxen ebenfalls eine Alternative für Menschen mit geringerem Einkommen.

In den sozialen Netzwerken stößt die Idee von Lidl auf gemischte Gefühle. Viele halten es für eine lobenswerte Aktion und kommentieren beispielsweise auf Twitter: „Die meisten Armutsbetroffenen werden dankbar für die 3 Euro Tüten sein.“ Eine weitere Twitter Userin schreibt: „Richtig gute Idee von Lidl“!“ Allerdings gibt es auch skeptische Kommentare: „Hoffentlich sind sich Konzerne ihrer Verantwortung bewusst, dass nicht ekelhafte, verfaulte Sachen so entsorgt werden“, gibt ein User zu bedenken. (Fee Halberstadt)

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