90892317Inzidenz-Welle brechen

Urlaub in der Corona-Pandemie: Verschärfte Testpflicht für Reiserückkehrer!

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Berlin - Mit dem Ende der Sommerferien kommen viele Urlauber aus aller Welt nach Deutschland zurück. Die Regierung will eine Ausweitung von Corona-Testvorschriften – und noch weitere Änderungen.

Update vom 31. Juli: Der Weg für neue Corona-Testpflichten bei Einreisen nach Deutschland ab diesem Sonntag (1. August) ist frei. Das Bundeskabinett hat eine entsprechende Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beschlossen, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen dann bei ihrer Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gibt es bisher schon für alle Flugpassagiere. Künftig gilt dies für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn. Außerdem soll es nur noch zwei statt drei Kategorien für weltweite Gebiete mit höheren Infektionsrisiken geben: Hochrisikogebiete und Gebiete, in denen neue, besorgniserregende Virusvarianten kursieren.

Urlaub in der Corona-Pandemie: Kommt verschärfte Testpflicht für Reiserückkehrer?

Erstmeldung vom 30. Juli: Verschärfte Regeln für die Einreise nach Deutschland sollen eine Ausbreitung des Coronavirus* durch heimkommende Sommerurlauber bremsen. Die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums sehen breitere Testpflichten vor allem für Nicht-Geimpfte vor. Es sei nötig, „die Eintragung zusätzlicher Infektionen einzudämmen und die Infektionszahlen gering zu halten, um in dieser Zeit weiter die Impfquoten steigern zu können“, zitiert die Deutschen Presse-Agentur den Entwurf. „Die nach aktuellen Prognosen zu erwartende nächste Welle an hohen Infektionszahlen soll möglichst weit nach hinten verzögert werden.“ Der Entwurf soll nach Möglichkeit bereits am Sonntag (1. August) inkrafttreten.

Die Regierung hatte den Starttermin aber zuletzt offen gelassen und auf noch nötige Abstimmungen verwiesen. Dessen ungeachtet fasst HEIDELBERG24* die wichtigsten Punkte vorab schon einmal zusammen:

Urlaub in der Corona-Pandemie: Verschärfte Test- und Nachweispflicht bei der Einreise

Grundsätzlich sollen laut dem Entwurf künftig alle Einreisenden ab sechs Jahren über einen negativen Testnachweis, einen Genesenen-Nachweis oder einen Nachweis einer vollständigen Impfung* verfügen. Dabei spielt es keine Rolle von wo und auf welchem Weg die Reiserückkehrer kommen.

Bei Einreise aus einem Gebiet mit gefährlichen Corona-Mutanten, wie der Delta-Variante*, soll immer ein Testnachweis nötig sein, Nachweise als Geimpfter oder Genesener sollen dann nicht reichen. Derzeit gelten etwa Brasilien und Südafrika als Virusvariantengebiete. Kosten für mögliche Schnell- oder PCR-Tests im Ausland sind selbst zu zahlen.

Urlaub in der Corona-Pandemie: Kontrollen bei der Einreise

Die mitzuführenden Nachweise werden seitens der Behörden bei der Einreise „stichprobenhaft“ überprüft, wie es im Entwurf heißt. Kontrollen aller Einreisenden direkt an den Grenzen sind aber nicht vorgesehen. Reist man mit einem Beförderungsunternehmen wie einer Fluggesellschaft, sollen die Nachweise vor dem Start auf Anforderung vorgelegt werden – so ist es für Flugpassagiere schon bisher. Im grenzüberschreitenden Bahnverkehr soll dies auch während der Fahrt möglich sein.

Sonderregelungen sieht der Entwurf unter anderem für Grenzpendler und kürzere Reisen im Grenzverkehr vor. Für sie soll die
Testpflicht nur gelten, wenn sie aus Risikogebieten kommen. Für nicht Geimpfte und nicht Genesene soll ein Testnachweis demnach auch nur zweimal pro Woche nötig sein, nicht bei jeder Einreise.

Urlaub in der Corona-Pandemie: Neue Einstufung der Risikogebiete

Geplant sind dem Entwurf zufolge auch Änderungen bei der Einstufung der Reiseziele. Künftig soll es statt drei nur noch zwei Kategorien geben: Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete. Als Hochrisikogebiete sollen Regionen mit besonders hohen Fallzahlen gelten. Ein Indiz dafür soll eine Sieben-Tage-Inzidenz von „deutlich mehr als 100“ sein, betrachtet werden sollen aber auch andere Faktoren wie niedrige Testraten oder viele Krankenhausfälle.

Die Stufe eines „einfachen“ Risikogebiets mit einem 7-Tage-Inzidenzwert über 50 soll wegfallen. Bisher gibt es auch eine mittlere Stufe der „Hochinzidenzgebiete“ mit Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200.

Urlaub in der Corona-Pandemie: Quarantäne

Vorgesehen ist laut Entwurf für Hochrisikogebiete, dass nicht Geimpfte und nicht Genesene direkt nach der Rückkehr zehn Tage in Quarantäne müssen, die frühestens ab dem fünften Tag mit einem negativen PCR-Testnachweis beendet werden kann. Für Kinder unter zwölf Jahren soll die Quarantäne nach dem fünften Tag nach Einreise enden. Bei der Rückkehr aus Virusvariantengebieten sind weiterhin 14 Tage häusliche Quarantäne vorgesehen.

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Urlaub in der Corona-Pandemie: Kritik und Lob an den Testvorgaben für Reiserückkehrer

Der Entwurf soll nun zwischen den Ministerien weiter abgestimmt und anschließend beschlossen werden. Dies könnte bereits diesen Freitag (30. Juli) geschehen. Kritik an der generellen Einreise-Testpflicht kommt von der FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus: „Es macht einen gravierenden Unterschied, ob man aus einem Hochinzidenzgebiet einreist oder aus einem Land mit einer niedrigen Inzidenz.“ Die Regierung wiederhole zudem die Fehler des vergangenen Jahres: „Erst wenn die Sommerferien voll im Gange sind, wird über Testmaßnahmen für Reiserückkehrer diskutiert.“

Demgegenüber nennt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die im Entwurf vorgesehene Regelung sinnvoll. Dass Ungeimpfte aus Hochrisikogebieten in Quarantäne sollen, bis sie per PCR freigetestet seien, befürwortet Lauterbach: „Für Geimpfte und Genesene sollte es freie Fahrt geben. Damit wird die 4. Welle begrenzt“, schreibt Lauterbach bei Twitter.

Aus Sicht der SPD-Fraktion sollte der Staat die Kosten für geplante PCR-Tests für Rückkehrer aus Corona-Hochrisikogebieten übernehmen. Diese Tests seien erheblich teurer als Schnelltests, „für eine Familie kann das schnell mehrere hundert Euro betragen“, sagt der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider der Deutschen Presse-Agentur. „Deshalb fordere ich, dass in diesen Fällen die Kosten für die PCR-Tests vom Staat übernommen werden.“ Der Urlaub dürfe nicht zur Kostenfalle werden. (esk mit dpa) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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