„Hilfshotline einrichten“

9-Euro-Ticket: Verbraucherschützerin spricht von „gewaltigem Experiment“ und hat Tipp für Bahnfahrer parat

  • schließen

Das Neun-Euro-Ticket könnte für die Bahn zu einer Zerreißprobe werden. Verbraucherschützer sind beunruhigt und fordern eine .

München - Das Neun-Euro-Ticket steht in den Startlöchern. In den kommenden drei Monaten kann jeder für nur neun Euro einen Monat lang alle Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nutzen. Der Ansturm auf das Super-Sparticket ist groß. In den ersten Stunden wurden im Vorverkauf bereits über 200.000 der begehrten Fahrkarten verkauft. Doch der Andrang könnte Folgen haben, warnt nun auch eine Verbraucherschützerin.

Neun-Euro-Ticket: Verbraucherschützerin sieht es als „verdammt gutes Angebot“

Marion Jungbluth vom Verbraucherzentrale Bundesverband nennt das Neun-Euro-Ticket gegenüber dem RBB Inforadio ein „verdammt gutes Angebot“. Doch da das Angebot eben so gut ist, rechnen die Betriebe bereits mit überfüllten Bahnsteigen und vollen Zügen. Außerdem spricht sie von einer großartigen Chance und betont die finanzielle Entlastung - besonders für Familien.

Um jedoch trotz vollgepackten Zügen die Nerven nicht zu verlieren, rät die Jungbluth zu „Gelassenheit und Freundlichkeit“. So könne vermieden werden, dass die überfüllten Züge nicht zu einem zusätzlichen Stressfaktor werden. Auch der Chef der Bahn-Gewerkschaft EVG, Klaus-Dieter Hommel, fürchtet das Schlimmste: „Ich rechne mit Räumungen überfüllter Züge und wegen Überlastung gesperrten Bahnhöfen.“

Neun-Euro-Ticket: Hilfshotline könnte Kunden bei zu großem Andrang helfen

Um die Kunden in solchen Situationen nicht im Stich zu lassen, hofft Jungbluth, dass die Verkehrsbetriebe eine Hilfshotline einrichten. Diese könnte Passagieren dann weiterhelfen, wenn sie aufgrund des großen Andrangs nicht weiterkommen. Sie wünscht sich zudem, dass jetzt schon überlegt wird, wie es nach dem Neun-Euro-Ticket weitergehen soll. Schließlich sei das Ticket vorerst ein „gewaltiges Experiment“, welches Kunden den ÖPNV schmackhaft machen soll. Doch wenn die Ticketpreise nach der Aktion ansteigen würden, wäre das wohl kontraproduktiv.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Achille Abboud

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft