Verworrene Besitzstrukturen

Zum Schutz vor Sanktionen – Oligarch Abramowitsch überschrieb Luxus-Jets an Kinder

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Um seine Besitztümer vor Sanktionen zu schützen, hat der russische Oligarch Roman Abramowitsch Vermögenswerte in Höhe von 400 Millionen Dollar an seine Kinder überschrieben.

New York – Roman Abramowitsch ist wahrscheinlich der bekannteste russische Oligarch. Laut Angaben des Forbes-Magazins beläuft sich sein Vermögen auf 8,8 Milliarden Dollar. Im März wurde der ehemalige Besitzer des FC Chelsea in Folge des Ukraine-Krieges von der EU und den USA sanktioniert. Das bedeutet, dass seine gesamten Vermögenswerte in den entsprechenden Ländern, die ihn sanktioniert haben, eingefroren werden. Luxusjachten und Privatjets inbegriffen.

Oligarch Abramowitsch überträgt Vermögen auf seine Kinder

Um das zu vermeiden, soll sich Abramowitsch jedoch eines Tricks bedient haben. Am Montag wurden in New York Gerichtsdokumente mit den Aussagen eines FBI-Agenten eingereicht. Dieser erklärte, dass Abramowitsch zu Beginn des Ukraine-Krieges mehrere Millionen an Vermögenswerten auf seine Kinder übertragen haben soll. Darüber berichtet die New York Post.

Der Milliardär machte seine Kinder zu Nutznießern eines in Zypern ansässigen Trust-Fonds. Dieser Fonds kontrolliert Briefkastenfirmen, die zumindest auf dem Papier eine Menge von Abramowitschs Vermögenswerten wie Jachten und Jets besitzen. Noch vor dem Inkrafttreten der Sanktionen war Abramowitsch demnach nicht mehr Besitzer der zwei Luxus-Jets im Wert von 400 Millionen US-Dollar. Dadurch waren die Flugzeuge vor einer Beschlagnahmung geschützt.

Ukraine-News: Verworrene Besitzstrukturen machen Anonymität möglich

Der russische Oligarch hat insgesamt sieben Kinder. Von 1991 bis 2007 war er mit einer ehemaligen Stewardess verheiratet, mit der er fünf Kinder hat. Mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin Darja Schukowa hat er zwei Kinder. Seine älteste Tochter ist 30 Jahre alt und seine jüngste Tochter Leah Lou ist neun Jahre alt. Welchen Kindern er Vermögenswerte überschrieben hat, ist jedoch nicht bekannt.

Abramowitschs Fall zeigt, wie verworren die Besitzstrukturen der Superreichen sind. Um größtmögliche Anonymität zu gewähren, werden Briefkastenfirmen genutzt, die ihren Sitz in beliebten Steueroasen haben, wie Business Insider berichtet. (ph)

Rubriklistenbild: © Adam Davy/Imago Images

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