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Probleme für Netflix? Steigende Konkurrenz auf dem Streaming-Markt

Seit 2007 können Kunden bei Netflix per Abonnement Video-on-Demand-Services nutzen. Nachdem die Nutzung vorerst nur in den USA, Kanada und Lateinamerika möglich war, kam im Zuge der laufenden internationalen Expansion im September 2014 auch offiziell Deutschland hinzu. Rund 171 Millionen Abonnenten besitzen mittlerweile einen Account bei Netflix. Nachdem es lange Zeit für das Unternehmen nur bergauf ging, befindet sich jetzt jedoch starke Konkurrenz auf dem Markt, die Kunden von Netflix abwerben kann. Wie sieht die Situation auf dem Streaming-Markt aktuell aus?

Verlust von vier Millionen Abonnenten?

Netflix ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Seit dem dritten Quartal 2011 schreibt der Konzern in Sachen Abonnenten grüne Zahlen. Waren es damals noch 22,93 Millionen Menschen mit einem aktiven Account, so erhöhte sich diese Zahl bis zum vierten Quartal 2019 auf 171,77 Millionen Menschen. Die starke Erhöhung der Nutzerschaft hat diverse Gründe, lässt sich aber in erster Linie mit der zunehmenden Expansion in neue Länder auf der ganzen Welt zurückführen. Bei so vielen Abonnenten scheinen Probleme auf den ersten Blick nicht allzu wahrscheinlich. Dem ist, wenn man den Experten glauben mag, allerdings nicht so. Needham-Analystin Laura Martin veröffentlichte ihre Prognosen für das Geschäftsjahr 2020, in dem Netflix nicht besonders gut davonkommt. Martin prophezeit dem Unternehmen Abonnentenverluste in siebenstelliger Höhe. Bis zu vier Millionen Menschen weniger sollen Ende 2020 bei Netflix aktiv sein.

Angesichts der negativen Zukunftsprognose verfielen viele Anleger an der Börse in Panik. Die Aktien von Netflix sanken direkt am folgenden Morgen um 2 Prozent. Seit dieser Prognose ging es bis Mitte Februar allerdings auch wieder rund 100 Euro im Wert nach oben. Die Trader selbst scheinen sich nicht ganz einig zu sein, welchen Weg Netflix in Zukunft wirklich einschlagen wird. Diese Preissprünge haben nicht nur Folgen für Händler, die physische Aktien halten, sondern auch für jene, die per CFD Trading auf die Preisentwicklung spekulieren. CFDs sind Differenzkontrakte, die bedeuten, dass Händler mit Aktien etwa von Netflix handeln können, ohne sie physisch zu besitzen. Im Trading ist deshalb sowohl der Kauf als auch der Verkauf zum jeweiligen Marktpreis plus Spread möglich.

Große Konkurrenz durch Disney, Apple und Co.

Netflix sieht sich auf dem Streaming-Markt großer Konkurrenz von allen Seiten gegenüber. In den letzten Jahren entstanden mit Disney+, Apple+, Hulu, CBS All Access und Peacock viele Widersacher. Dazu kommt Amazon Prime Video, das dank seiner Plattform in aller Welt potenzielle Kunden findet und im Vergleich zu Netflix direkt ansprechen kann. Ein Problem für Netflix ist der Preis. Die günstigste Option kostet in Deutschland 7,99 Euro, bietet aber nicht einmal Filme und Serien in HD. Auf der Gegenseite kostet die Nutzung von Disney+ in Deutschland gerade einmal 5 Euro bei Abschluss eines Jahresabonnements. Da Netflix seine Preise in den letzten Jahren zuletzt eher anhob als senkte, stellt sich die berechtigte Frage, ob sich die bislang positive Entwicklung in den kommenden Monaten und Jahren fortsetzen lässt. Ein Problem hierbei ist vor allem, dass Netflix in allen wichtigen Ländern bereits verfügbar ist und keine weitere Expansion einen Abonnentenschub bringen wird.

Doch auch andere Unternehmen kämpfen nicht mit den spitzesten Waffen. Disney besitzt für sein Produkt eine sehr spezifische Zielgruppe, während Hulu hierzulande nicht einmal offiziell verfügbar ist. Somit bestehen nicht allzu viele Alternativen für deutsche Händler, zumal die Aktienkurse von Disney, Amazon und Apple zuletzt ebenfalls Negativschlagzeilen schrieben.

Bildquelle: Pexels

© Gmünder Tagespost 04.03.2020 10:01
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