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Umschuldung Schritt für Schritt – Kosten sparen durch günstigere Kredite

  • Eine Umschuldung kann Zinskosten sparen | Bild: pixabay.com ©andibreit
  • Ein genauer Kreditvergleich hilft, Zinskosten zu senken | Bild: pixabay.com ©Miziantika
Geht es um den Wechsel von Strom-, Telefon- oder Internetanbieter, sind die Deutschen besonders wechselfreudig. Regelmäßig werden neue Tarife verglichen und bei Bedarf ausgetauscht. Geht es hingegen um die Kreditumschuldung, sind deutsche Darlehensnehmer wechselfauler. Nur die wenigsten sehen sich regelmäßig nach neuen, günstigeren Kreditangeboten um. Verwunderlich, schließlich könnten Kreditnehmer dank fallender Zinsen durch eine Umschuldung sparen.

Umschuldung – Was ist das eigentlich?
Mit dem Begriff der Umschuldung ist ein einfacher Vorgang gemeint: Ein Kreditnehmer beantragt einen neuen Kredit, um einen oder mehrere Altkredite damit bereits früher als eigentlich vorgesehen komplett zurückzuzahlen. Der neu aufgenommene Kredit wiederrum wird regulär in Raten zurückbezahlt.

Damit sich dieser Vorgang für den Kreditnehmer lohnt, muss der Neukredit selbstverständlich günstigere Konditionen bieten als die abzulösenden Altkredite. Gerader in Zeiten sinkender Zinsen haben Kreditnehmer jedoch die Möglichkeit, für ihre Restschuld deutlich niedrigere Zinsen zahlen zu müssen. Abhängig von Höhe, Art und Restlaufzeit des Altkredits sind so beträchtliche Ersparnisse möglich.

Aber dennoch: Nur die wenigsten Kreditnehmer sehen sich regelmäßig nach einem günstigeren Neukredit um. Das ergab unlängst eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Die Befragung ergab nämlich, dass sich zwar 91 Prozent der Befragten regelmäßig nach neuen Strom-, Telefon- und Internettarifen umsahen. Nach günstigeren Kreditzinsen bei einem anderen Darlehensanbieter erkundigten sich aber nur 29 Prozent der Kreditnehmer. Dieses Ergebnis verwundert – schließlich ist eine Umschuldung meist unproblematisch und in wenigen Schritten möglich.

Altvertrag analysieren und Kreditbedarf bestimmen
Soll ein bestehendes Darlehen günstig abgelöst werden, sind in einem ersten Schritt die Konditionen des bereits vorhandenen Kredits zu prüfen. Ob sich eine Umschuldung lohnt, kommt dabei insbesondere auf die Restlaufzeit, die aktuelle Tilgungsrate und den effektiven Jahreszins an. Wichtig ist außerdem, ob im bereits laufenden Kreditvertrag die Möglichkeit kostenloser Gesamttilgungen vorgesehen ist. Ist das nicht der Fall, wird bei vorzeitiger Kreditablösung eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig. Ist eine Vorfälligkeitsentschädigung vorgesehen, muss diese in die Kalkulation einbezogen werden.

Sind diese Fragen geklärt, kann bestimmt werden, welche Kreditsumme als neues Darlehen aufgenommen werden muss. Die aufzunehmende Kreditsumme richtet sich bei der Umschuldung insbesondere nach der aktuell bestehenden Restschuld. Also nach dem Betrag, den der Kreditnehmer seiner Bank noch schuldet. Eventuell muss zur Restschuld auch die Vorfälligkeitsentschädigung hinzugerechnet werden. Ob und in welcher Höhe Kosten für die vorzeitige Kreditrückzahlung anfallen, hängt allerdings von der kreditgebenden Bank ab. Geht es um die Vorfälligkeitsentschädigung sind die Erfahrungen mit einem ING Kredit sowie mit Krediten einiger anderer Anbieter allerdings durchaus positiv. Die ING sowie einige andere Banken lassen ihre Kunden nämlich ohne Entschädigungszahlung ziehen.

Kreditkonditionen vergleichen und günstigeres Angebot finden
Ist der genaue Kreditbedarf festgelegt, kann die Suche nach einem günstigeren Umschuldungskredit beginnen. Hierbei ist es sinnvoll, die Angebote mehrere Kreditanbieter zu vergleichen. Am besten gelingt das über kostenlose Kreditvergleichsplattformen. Hier lassen sich gleich mehrere Kreditangebote auf einen Blick erstehen.

Zu bedenken ist jedoch, dass die Portalen anfänglich nur einen groben Kreditüberblick bieten. Welcher Zins genau gilt und ob die Bank den Kreditinteressenten akzeptiert, lässt sich nur durch Einholung eines konkreten Angebots ermitteln. Hierzu ist die Angabe einiger persönlicher Daten erforderlich:

Neben Daten zu seiner Person gibt der Kreditnehmer auf der entsprechenden Webseite seine noch bestehende Restschuld als Nettokreditbetrag an. Als Verwendungszweck für den Neukredit sollte „Umschuldung“ ausgewählt werden. Die Angabe der Umschuldung als Verwendungszweck wirkt sich meist positiv auf die Kreditkonditionen aus. Schließlich wissen Bank so, dass der Interessent keinen weiteren, sondern einen Umschuldungskredit wünscht. Die Angabe hat darum eine positive Auswirkung auf seine Bonitätsbewertung. Schließlich errechnet die Bank anhand der gemachten Angaben zu Ausgaben und Einnahmen, ob der Kreditinteressent die Raten des neuen Kredites wird bedienen können. Hat der Kreditinteressent allerdings den Verwendungszweck „Umschuldung“ ausgewählt, findet nur die Neurate unter den Ausgaben Berücksichtigung.

Sind alle Angaben gemacht, werden dem Kreditinteressenten gleich mehrere Kreditangebote genannt. Um diese vergleichen zu können, ist die Berücksichtigung des effektiven Jahreszinses besonders wichtig. Nur dieser Zinssatz bildet die Darlehensgesamtkosten ab.

Das beste Angebot annehmen und Neukredit aufnehmen
Um das beste Angebot für einen Umschuldungskredit herauszufiltern, muss die mögliche Zinsersparnis berechnet werden. Hierzu berechnet der Kreditnehmer die noch ausstehenden Zinszahlungen des alten Kredits. Diese können dann mit denen des in Frage kommenden Umschuldungskredites verglichen werden. Die gesparte Summe ergibt sich dabei aus der Differenz beider Zinszahlungen. Wird bei der Altbank eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig, muss diese bei der Ersparnisberechnung berücksichtigt werden.

Ist die Wahl so auf ein neues Kreditangebot gefallen, kann es sich lohnen, noch einmal auf die bisher kreditgebende Bank zuzugehen. Es ist nämlich möglich, dass die bisherige Bank den Zinssatz des bestehenden Kredits ändert, um ihren Kunden nicht zu verlieren.

Möchte die bisherige Bank den Zins jedoch nicht anpassen, kann ihr mitgeteilt werden,
wann genau der bestehende Kredit umgeschuldet werden soll. So kann die Altbank die verbleibende Restschuld genau berechnen. Anschließend kann der Kreditnehmer den günstigeren Umschuldungskredit aufnehmen.

Oftmals gelingt die Aufnahme des Umschuldungskredits direkt online. Manche Bank bieten darüber hinaus außerdem einen praktischen Kreditwechselservice an, der das Umschulden zusätzlich erleichtert. Hierfür muss der neue Bank lediglich eine Ablösevollmacht erteilt werden. Die Vollmacht berechtigt den neuen Kreditgeber dann dazu, den Altkredit abzulösen. Nach der Kreditbewilligung muss sich der Kreditnehmer so um nicht mehr kümmern. Er zählt nur noch eine Kreditrate an seine neue Bank.

Ist eine Umschuldung immer möglich?
Rechtlich stellt eine Umschuldung eine vorzeitige Gesamttilgung dar. Gemäß § 500 BGB ist diese jederzeit möglich. Lediglich bei Immobilienfinanzierungen gilt gemäß § 489 BGB ein eingeschränktes Kündigungsrecht. Die Umschuldung ist hier erst mit Ende der Sollzinsbindung möglich.

Ist eine Umschuldung immer sinnvoll?
Eine Umschuldung ist dann sinnvoll, wenn eine Neufinanzierung günstigeren Zinsen bietet. Das kommt insbesondere dann vor, wenn sich die Bonität des Kreditnehmers nach Abschluss des Altkredits verbessert oder die Kreditzinsen allgemein gesunken sind.

Außerdem macht eine Umschuldung auch dann Sinn, wenn verschiedene Kredite parallel laufen. Durch die Umschuldung auf einen einzelnen Kredit verbessert sich dann die Finanzübersicht des Kreditnehmers. Ob und wie viel genau durch die Umschuldung eingespart wird, hängt jedoch von individuellen Faktoren wie Restschuldhöhe, Restlaufzeit und geltenden Zinssätze an. Aufgrund sinkender Kreditzinsen lohnt sich ein Vergleich momentan aber durchaus.

Bidquelle
Abbildung 1: pixabay.com ©andibreit
Abbildung 2: pixabay.com ©Miziantika

 

© Gmünder Tagespost 29.10.2019 08:30
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